Gegen Mainz 05 gewinnt der FC Bayern München nach 0:2-Rückstand noch mit 5:2 - © Markus Ulmer/Ulmer/Pool
Gegen Mainz 05 gewinnt der FC Bayern München nach 0:2-Rückstand noch mit 5:2 - © Markus Ulmer/Ulmer/Pool
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Mit Mentalität und Torhunger: Der FC Bayern München strebt unaufhaltsam Richtung Titelverteidigung

Fehlstart ins neue Jahr vermieden, Tabellenführung im ersten Spiel 2021 verteidigt: Nach dem wilden 5:2-Heimsieg gegen den 1. FSV Mainz 05 mussten Spieler und Verantwortliche des FC Bayern München erst einmal tief durchatmen. Nach dem 0:2-Pausenrückstand drehte der Rekordmeister gegen couragiert auftretende Gäste im zweiten Durchgang auf und konnte sich dabei einmal mehr auf seine Leistungsträger verlassen.

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Zufrieden konnten Doppeltorschütze Robert Lewandowski, Torwart Manuel Neuer und Co. mit den ersten 45 Minuten gegen den Abstiegskandidaten nun wahrlich nicht sein. Treffer von Jonathan Burkardt (32.) und Alexander Hack (44.) hatten den mutigen Mainzern vor dem Halbzeitpfiff eine verdiente Führung beschert – gegen anfällige Gastgeber versteckten sich die Schützlinge von Interimscoach Jan Siewert nicht und stellten die Defensive des FC Bayern München vor manche Probleme. "Zurzeit brauchen wir einen Weckruf, um Vollgas zu geben", bemängelte Leroy Sane beispielsweise mangelnde Aufmerksamkeit bei sich und seinen Teamkollegen.

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Bereits im achten Bundesliga-Spiel in Serie geriet das Team von Trainer Hansi Flick in Rückstand – noch nie zuvor in der Bundesliga-Geschichte war dem FC Bayern das passiert. Aber in keiner dieser Partien mussten sich die Münchener geschlagen geben. Auch gegen Mainz drehte der FCB im Anschluss an die Gegentreffer mächtig auf: Joshua Kimmich (50.) und Sane (55.) glichen direkt nach dem Seitenwechsel aus, Niklas Süle (70.) sowie der Lewandowski-Doppelpack (76./83.) machten den letztlich deutlichen Heimsieg des Favoriten perfekt. Erstmals seit 1988 gewann der FC Bayern somit nach einem Zwei-Tore-Halbzeit-Rückstand (damals 4:3 in Leverkusen).

Lewandowski erneut auf den Spuren von Gerd Müller

"Wir wissen alle, dass die erste Halbzeit nicht das war, was wir uns vorstellen", gab Bayern-Trainer Flick unumwunden zu. Aber der Auftritt nach Wiederbeginn, der hatte dem Triplesieger gefallen. Mit den Einwechslungen von Leon Goretzka und Süle bewies Flick das richtige Händchen, schob den umtriebigen Kimmich auf die rechte Seite. Schachzüge, die sich auszahlen sollten. "Die Umstellungen zur zweiten Halbzeit haben uns gut getan und waren genau richtig. Wir haben die Zweikämpfe angenommen. Das haben wir in der ersten Halbzeit vermissen lassen. Danach haben wir sehr gut Fußball gespielt und den Sieg mit Mentalität erzwungen", so Flick.

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Mit der richtigen Mentalität, aber auch dem nötigen Torhunger: Robert Lewandowski erzielte mit seinem Doppelpack zum 4:2 und 5:2 seine Saisontreffer 18 und 19. So viele Tore nach 14 Spieltagen hatte in der Bundesliga-Geschichte zuvor nur Gerd Müller (1968/69 sogar 20, 1976/77 auch 19) auf dem Konto. Auch als gesamte Mannschaft bewegt sich der FCB in historischen Sphären: Mit den fünf Treffern vom Sonntag hat der Rekordmeister nun schon 44 Tore erzielt – nur der FC Bayern selbst hatte einmal zu diesem Zeitpunkt öfters jubeln dürfen: 1976/77 gab es nach 14 Partien bereits 48 Tore für die Münchener.

Kimmich: "Das ist nicht unser Anspruch"

Dabei konnte sich das Flick-Team nicht nur auf Robert Lewandowski als Torschützen vom Dienst verlassen: Im Tor war trotz der zwei Gegentreffer Manuel Neuer einmal mehr der notwendige Rückhalt und verhinderte gegen die couragierten Rheinhessen Schlimmeres. Dazu zeigte sich Joshua Kimmich bei seiner Startelf-Rückkehr nach der Knieverletzung aus dem Klassiker als "Aggressive Leader" der Mannschaft: Der Nationalspieler ging abermals mit gutem Beispiel voran – egal ob im defensiven Mittelfeld oder als Rechtsverteidiger. Kaum verwunderlich, dass es Kimmich war, der mit seinem Treffer kurz nach Beginn der zweiten Hälfte den Startschuss zur Wende gab.

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"Wir sind mit einer komplett anderen Einstellung aus der Pause gekommen. In der ersten Halbzeit war das nicht nur spielerisch, sondern auch vom Kopf, von der Einstellung und vom Kämpferischen her zu wenig. Das ist nicht unser Anspruch", zeigte sich der 25 Jahre alte Führungsspieler selbstkritisch, bewertete aber die Leistungssteigerung nach der Pause durchweg positiv: "Wichtig war für uns, dass wir eine Reaktion gezeigt haben. Die Mentalität stimmt. Das ist brutal wichtig, wenn man auf dem Platz steht und weiß, dass der Gegner 2:0 führt und beinahe das dritte Tor macht", so der Torschütze zum 1:2-Anschlusstreffer.

Niklas Süle schießt das 3:2 für den FC Bayern München gegen Mainz 05 - GUNTER SCHIFFMANN/AFP via Getty Images

Sehnsucht nach einfachen Siegen

Statt des dritten Tors für die Mainzer lief allerdings der FC Bayern zur Hochform auf – und verteidigte durch das 5:2 die Tabellenführung vor Leipzig, das gegen Stuttgart am Samstag vorgelegt hatte. Die nächste Aufgabe für die Münchener: Im pickepackevollen Terminkalender die richtigen Schlüsse aus dieser wilden Partie zu ziehen. Auf eines dürfte der FCB dabei großen Wert legen, wie Kimmich deutlich betont: "Es zeigt natürlich unsere Einstellung, das ist ein überragendes Gefühl, auch zu wissen, das Spiel drehen können. Es muss aber unser Ziel sein, dass wir irgendwann mal wieder eine Führung herausspielen und dann auch wieder einfacher Spiele gewinnen. So kostet es immer sehr viel Kraft."