Kaum aufzuhalten: Javi Martinez und Kollegen bejubeln den Treffer zum 2:1 gegen Sevilla - © Pool/Getty Images
Kaum aufzuhalten: Javi Martinez und Kollegen bejubeln den Treffer zum 2:1 gegen Sevilla - © Pool/Getty Images
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Musterprofi und Siegertyp: Javi Martinez entscheidet den UEFA Supercup für den FC Bayern München

Der FC Bayern München ist der Sieger des UEFA Supercups 2020. Das entscheidende Tor im Duell mit Europa-League-Sieger FC Sevilla erzielt einer, der zuletzt nicht mehr eine so große Rolle gespielt hat wie noch 2013, als er am Triplegewinn maßgeblich beteiligt war und schon einmal ein wichtiges Tor im UEFA Supercup erzielt hatte: Javi Martinez.

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Dieser Mann ist ein Musterprofi - und ein Siegertyp: Javi Martinez hat am Donnerstagabend bewiesen, dass er auch mit 32 Jahren noch Spiele entscheiden kann. Im UEFA Supercup, der vor 15.180 Zuschauern in Budapest ausgetragen wurde, köpfte der Spanier den Ball in der 104. Spielminute zum entscheidenden 2:1 ins Netz. Nach Deutscher Meisterschaft, DFB-Pokal-Sieg und Champions-League-Triumph ist es der vierte große Titel für den FC Bayern München im Jahr 2020.

An den anderen drei Titelgewinnen hatte Martinez freilich nur noch einen überschaubaren Anteil. In der Bundesliga kam er in der vergangenen Saison lediglich zu 16 Einsätzen, davon sechs von Beginn an, im DFB-Pokal spielte er nur vier Minuten und beim Finalturnier der Champions League blieb ihm nur die Zuschauerrolle. Umso schöner für den Routinier, dass er nun im UEFA Supercup noch einmal glänzen konnte.

Das Spiel war lange Zeit offen, nachdem Lucas Ocampos in der 13. Minute einen Foulelfmeter für Sevilla verwandelt hatte und Leon Goretzka in der 34. Minute mit dem 1:1 antwortete. Mehrfach verhinderte Bayern-Torwart Manuel Neuer mit Paraden einen weiteren Rückstand. In der Verlängerung kam dann Martinez für Goretzka in die Partie und köpfte fünf Minuten nach seiner Einwechslung den Ball ins Tor.

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Erinnerungen an 2013 kamen auf. Auch damals war Martinez als Joker im UEFA Supercup gegen den FC Chelsea zur Stelle und rettete den FCB durch seinen Treffer zum 2:2 in der 120. Minute ins Elfmeterschießen, das der deutsche Rekordmeister mit 5:4 für sich entschied. "Es war wie 2013", erinnerte sich auch Martinez selbst. "Das ist ein Traum. Es war ein schöner Abend", sagte der Spanier, der vor sieben Jahren noch eine deutlich gewichtigere Rolle in der Mannschaft des FCB gespielt hatte.

Unter Heynckes war Martinez gesetzt

Damals war er unter Trainer Jupp Heynckes in den wichtigen Spielen gesetzt, hatte seinen Anteil an zwei Zu-Null-Siegen im Halbfinale der Champions League gegen den FC Barcelona (4:0 und 3:0) und war auch in den entscheidenden Momenten im Finale gegen Borussia Dortmund (2:1) zur Stelle. Mit seinem kompromisslosen Auftreten vor der Abwehr machte er zahlreiche Angriffe der Gegner zunichte. Im Mittelpunkt standen meist andere Spieler, doch Martinez war sozusagen der heimliche Held jener histoischen Triple-Saison.

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Heute, da er auf die Zielgeraden einer höchst erfolgreichen Karriere eingebogen ist, muss sich Martinez mit einer Nebenrolle in München begnügen, gelegentliche Höhepunkte wie den Treffer im UEFA Supercup einbegriffen. Doch der 32-Jährige fängt deswegen nicht an, für Unruhe zu sorgen. Er sagt: "Immer wenn ich das Trikot vom FC Bayern trage, versuche ich alles zu geben, 100 Prozent. Egal, ob ich zehn oder 15 Minuten spiele, ich versuche immer der Mannschaft zu helfen." Ein Musterprofi eben. Und ohne Frage ein echter Siegertyp.

Tim Müller