Manuel Neuer mit dem DFB-Pokal - © Maja Hitij/Bongarts/Getty Images
Manuel Neuer mit dem DFB-Pokal - © Maja Hitij/Bongarts/Getty Images
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DFB-Pokalsieger 2019: Manuel Neuer und Robert Lewandowski überragen beim FC Bayern

Berlin - Fast zwei Monate hatte Manuel Neuer kein Spiel bestritten, doch auf den Nationaltorhüter war Verlass. Der Kapitän von Bayern München glänzte beim Pokal-Triumph gegen RB Leipzig. Auch Robert Lewandowski wusste im Finale zu überzeugen - und sammelt weiter fleißig Rekordmarken.

Manuel Neuer hielt das Erinnerungsstück behutsam wie eine Reliquie unterm Arm. Es war nicht der Pokal, den Bayern München ohne seine Weltklasse-Leistung vielleicht gar nicht gewonnen hätte. Es war auch kein Ball, den er zuvor mit Superreflexen an die Latte oder ins Aus befördert hatte. Stolz wie ein Fanboy trug Neuer das Trikot seines Kumpels Rafinha durch die Interviewzone.

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Der Kapitän wollte dem Brasilianer sowie den beiden Klub-Ikonen Franck Ribery und Arjen Robben unbedingt einen glorreichen Abschied verschaffen - und dabei wuchs Neuer über sich hinaus. Im ersten Pflichtspiel seit fast zwei Monaten brachte der Nationaltorhüter den Finaldebütanten RB Leipzig beim 3:0 (1:0) zur Verzweiflung - und seine Kritiker zum Schweigen.

Sicherer Rückhalt: Manuel Neuer im DFB-Pokalfinale - JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images

"Wir hatten im Tor einen Giganten stehen, der zu Recht das Tor der Nationalmannschaft hütet", sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge über den zweiten Matchwinner neben Doppeltorschütze Robert Lewandowski in der ARD.

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"Es war eine Punktlandung, besser hätte man das Drehbuch nicht schreiben können", sagte Neuer, der nach seiner rechtzeitig auskurierten Wadenverletzung "hochmotiviert" ins Spiel gegangen war.

Robert Lewandowski traf im Finale doppelt - 2019 Getty Images

Der 33-Jährige wollte in der Stunde des Triumphs zwar "keine Kampfansagen" machen oder "etwas gegen Kritiker sagen". Doch die Aussagen seiner Teamkollegen ließen durchblicken, dass die bärenstarke Leistung für Neuer eine persönliche Genugtuung war.

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Sein Blitzreflex gegen Yussuf Poulsen (11.) und die Glanztat gegen Emil Forsberg (47.) erinnerten an den Manuel Neuer, den über viele Jahre die Aura der Unbezwingbarkeit umgab. Für Trainer Niko Kovac schien es überhaupt kein Risiko gewesen zu sein, Neuer ohne Spielpraxis in das auch für ihn persönlich so wichtige Endspiel zu schicken. "Er hat gesagt, dass ich schon so viele Finals gespielt habe und dass ich auf jeden Fall meinen Mann stehen werde", verriet Neuer: "Daran habe ich natürlich auch geglaubt."

Der andere Hauptdarsteller auf Seite des FC Bayern war Samstagabend Robert Lewandowski. Bei seiner fünften DFB-Pokal-Endspielteilnahme markierte der 30-Jährige seine Finaltreffer Nummer fünf und sechs - eine Bestmarke, mit der er "Bomber" Gerd Müller (vier in vier) und "Uns Uwe" Seeler (vier in drei) übertraf. Das 1:0 per Kopf in Rücklage (29.) war eine Augenweide, das 3:0 per Lupfer nach bärenstarker Zweikampfführung gegen Dayot Upamecano (85.) kaum weniger schön. Und es machte Lewandowski zum vierten Mal zum Pokal-Schützenkönig (2012, 2017-19) - das hat vor ihm nur die 2016 verstorbene Kölner Legende Hannes Löhr geschafft (1968, 1970, 1972, 1973).

In der "ewigen" Torschützenliste des Pokals schob sich Lewandowski mit jetzt 33 Treffern als bester noch aktiver Profi auf Rang vier vor. Löhr (34) und Dieter Müller (35) auf den Plätzen drei und zwei dürfte er in der kommenden Saison kassieren. Einer bleibt zumindest in dieser Statistik aber wohl selbst für "Lewangoalski" unerreicht: Der ewige Bayern-"Bomber" Müller hat bei 62 Einsätzen unfassbare 78 Tore erzielt.

SID