Die Bayern-Talente Joshua Zirkzee (l.) und Chris Richards jubeln im Testspiel gegen Paris - © imago / MIS
Die Bayern-Talente Joshua Zirkzee (l.) und Chris Richards jubeln im Testspiel gegen Paris - © imago / MIS
Bundesliga

Der FC Bayern setzt auf junge Spieler - Bayern-Campus als Trumpf

Köln – Der FC Bayern München hat es sich zum Ziel gesetzt, in Zukunft stärker auf junge Spieler und besonders auf Akteure aus dem eigenen Nachwuchs zu setzen. In der Vorbereitung dürfen sich einige Talente schon beweisen. Wer schafft den Sprung zu den Profis?

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Ja, es war der echte FC Bayern, der da gegen Paris Saint-Germain spielte. Im Testspiel des Deutschen Meisters gegen den Französischen am Samstag in Klagenfurt (Österreich) standen allerdings so viele unbekannte Namen auf dem Rasen, dass man leicht glauben konnte, ein Spiel der A-Jugend zu verfolgen. Statt weltbekannter Namen wie James spielten da unter anderem Josip Stanisic, Paul Will, Oliver Batista-Meier, Ryan Johansson, Chris Richards, Marcel Zylla, Meritan Shabani und Joshua Zirkzee. Letzterer traf zum 3:1-Endstand. Die blutjunge Besetzung mag der Abwesenheit der vielen WM-Fahrer geschuldet gewesen sein. Dennoch ist beim Rekordmeister ein klarer Jugend-Trend zu erkennen. Ganz nach dem Motto: Die Jungen von heute sind die Champions von morgen.

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Mit Serge Gnabry (23, bisher an die TSG Hoffenheim ausgeliehen) und Leon Goretzka (23, kommt ablösefrei vom FC Schalke) verstärken zur neuen Saison zwei der begehrtesten Jung-Spieler Europas den Kader des Meisters. Ähnliche Coups landete man vor einem Jahr mit den Transfers von Niklas Süle (22, Hoffenheim) und Corentin Tolisso (23, Lyon), der gerade mit Frankreich Weltmeister wurde. Renato Sanches ist nach einer Leih-Saison zurück und voll eingeplant.

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Besonders stolz sind die Verantwortlichen in München auf den 2017 eröffneten Bayern-Campus. Auf dem 30 Hektar großen Gelände werden seit knapp einem Jahr die Jugendspieler unter Top-Bedingungen rundum betreut. Die Akademie mit Internat soll endlich wieder einen Weltklasse-Spieler aus der eigenen Jugend hervorbringen. Das letzte Eigengewächs, das den Sprung in die internationale Klasse schaffte, war David Alaba im Jahr 2009. Ein heißer Kandidat auf die Nachfolge des Österreichers ist der offensive Mittelfeldspieler Meritan Shabani (19), der mit sieben Jahren zum FCB kam und im April gegen Frankfurt (4:1) sein Bundesliga-Debüt feierte. Die Bosse wissen, dass der Schritt zu den Profis nirgendwo in Deutschland schwerer ist als beim mit Stars gespickten Meister. Trotz Namen wie Lewandowski, Müller, James, Hummels und Neuer sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic aber schon Anfang des Jahres: "Wir halten Plätze für Top-Talente frei." Mal sehen, wie viele Talente aus dem PSG-Test in der kommenden Saison auch Bundesliga-Minuten sammeln können.

Auch die Oldies sind wichtig

Klar ist: Mit Niko Kovac kommen die Nachwuchsspieler zu einem Trainer, der ein Händchen für Spielerentwicklung hat und gerne mit Talenten arbeitet, sie aber dennoch nicht in Watte packt: "Ich gehöre noch zu denen, die, als sie hochgekommen sind, ganz schön einbetoniert wurden. Nicht negativ, aber das braucht jeder. Darum bin ich froh, dass ich so viele erfahrene Spieler habe." Von ihnen erhofft sich der Coach eine Art Erziehung: "Es gehört dazu, dass die Älteren auch mal den Ton anheben, um die Jungs wachzurütteln und zu pushen." Mit den "Oldies" Ribery und Robben (beide 34) schwingen vor allem in Bayerns Offensive die Erfahrenen das Zepter. Mit Kingsley Coman (22) und Gnabry steht für die Außenpositionen aber auch schon ein potenzielles Nachfolger-Duo bereit.