München - Reden wollte Mario Götze nicht. Einzig ein Lächeln und der Verweis auf Dienstag ließ sich Götze entlocken. Dann will der FC Bayern München im Halbfinale der Champions League das drohende Aus gegen den FC Barcelona doch noch verhindern. Trotz der ernüchternden 0:1-Niederlage gegen den FC Augsburg, der vierten Pflichtspiel-Niederlage in Folge, haben die Bayern die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Und Götze ging mit seiner Leistung auf dem Platz voran und war im Spiel der Bayern mit seinem Engagement einer der Lichtblicke. Der 22-Jährige lieferte damit die sportliche Antwort auf die jüngst geübte Kritik an seiner Form. Seit dem 11. März wartet der Offensivspieler auf einen Pflichtspieltreffer, damals traf er im Achtelfinal-Rückspiel gegen Shakhtar Donetsk.

Götze abschlussfreudig

Gegen Augsburg verhinderte der linke Pfosten sein zehntes Tor in der Bundesliga. Zusammen mit Augsburgs Siegtorschütze Raul Bobadilla gab Götze die meisten Torschüsse im Spiel ab. Bereits im Vorfeld der Partie hatte sein Trainer Pep Guardiola viel Lob für ihn übrig. "Er hat viel gespielt und uns viel geholfen", sagte der Bayern-Coach. "Ich kann mich über seine Leistung nicht beklagen. Er hat großes Potenzial, wir brauchen seine Qualität."

Im Hinspiel gegen Barcelona in der vergangenen Woche ließ Guardiola Götze allerdings bis zur 79. Minute draußen. Nach seinem engagierten Auftritt gegen Augsburg winken ihm nun im Rückspiel am Dienstag durchaus mehr Einsatzminuten. Und vielleicht platzt bei Götze gerade zur rechten Zeit der Knoten in Sachen Torerfolg.

Bayern wollen Durststrecke beenden

Seit 360 Minuten, also seit exakt sechs Stunden wartet der Rekordmeister nun schon auf einen Torerfolg in einem Pflichtspiel - eine solch lange Durststrecke gab bei den Bayern zuletzt vor 17 Jahren. Gegen Barca müssten vier Tore her, um nach der 0:3-Niederlage im Hinspiel doch noch ins Finale einzuziehen.

Die Aufgabe erscheint fast unlösbar - aber eben nur fast. "Im Fußball passieren manchmal unglaubliche Dinge und ich hoffe, dass wir am Dienstag vielleicht so einen Tag erwischen", beschwörte Bastian Schweinsteiger das Fußballwunder. Angesichts der Torlosigkeit forderte der Vize-Kapitän: "Wir müssen uns beim Abschluss noch mehr konzentrieren und die Chancen noch klarer herausspielen."

"Für uns ist es noch nicht vorbei"

Dabei ruhen die Hoffnungen auch auf Robert Lewandowski. Der Pole ist wettbewerbsübergreifend mit 23 Toren Bayerns Toptorjäger. Vor dem erneuten Duell gegen Barcelona gab sich der 26-Jährige zuversichtlich. "Für uns ist es noch nicht vorbei, wir werden kämpfen", sagte Lewandowski, der dabei auf den Heimvorteil baut. "Wir spielen in München. Wir haben gezeigt, dass wir hier viel machen können."

Bereits im Viertelfinale gegen den FC Porto standen die Bayern mit dem Rücken zur Wand. Der 1:3-Niederlage im Hinspiel folgte eine 6:1-Gala im Rückspiel. Aber Barcelona ist nicht Porto. Schweinsteiger warnte daher vor Lionel Messi, Luis Suarez, Neymar und Co.: "Wir müssen natürlich auch auf die Qualität der Offensive aufpassen, wenn wir angreifen."

Einen bedingungslosen Sturmlauf werde es daher nach Meinung von Kapitän Philipp Lahm erstmal nicht geben. "Kontrollierte Defensive" sei wichtig, "aber wir müssen irgendwann auf jeden Fall das 1:0 schießen. So geht die Mannschaft ins Spiel." Lahm sieht die Bayern jedenfalls für die große Herausforderung gerüstet. "Wir werden alles daran setzen, die schwierige Ausgangslage zu verbessern. Für was es am Ende reicht, liegt nicht immer nur an uns."

Aus München berichtet Maximilian Lotz