
Ohne Ideen und Glück: England beißt sich an Ghana die Zähne aus
England und Ghana trennen sich im zweiten Spiel der Gruppe L torlos. Die Three Lions dominierten die Partie, scheiterten aber am kompakten ghanaischen Abwehrblock – und an der Latte.
Am zweiten Spieltag der Gruppe L empfing England in Boston die Black Stars aus Ghana. Für beide Teams stand viel auf dem Spiel: Der Sieger hätte sich vorzeitig für das Sechzehntelfinale qualifiziert. England war nach einem beeindruckenden 4:2-Sieg gegen Kroatien als klarer Favorit in die Partie gegangen, während Ghana nach einem knappen 1:0 gegen Panama ebenfalls mit breiter Brust auflief.
Von der ersten Minute an übernahmen die Three Lions das Kommando. Ghana zog sich tief in die eigene Hälfte zurück und überließ England den Ball. Declan Rice war der auffälligste Engländer in der Anfangsphase: In der 14. Minute zog er aus rund 25 Metern ab, sein wuchtiger Schuss zischte jedoch knapp über den Querbalken. Kurz darauf (15.) wurde ein Abschluss von Elliot Anderson geblockt, und auch Rices nächster Versuch (16.) wurde von Jonas Adjetey abgeblockt. England kombinierte fleißig, fand aber bis zur Pause keinen Weg durch den dichten ghanaischen Abwehrblock.

Zweite Hälfte: Ghana wagt sich vor
England übernahm zu Beginn des zweiten Durchgangs erneut die Kontrolle, doch Ghana zeigte sich nun phasenweise mutiger. In der 50. Minute hatte Senaya die große Möglichkeit zur Führung: Ein tiefer Diagonalball landete bei ihm, doch unter Druck von Spence verfehlte er das Tor. England antwortete mit einer schönen Kombination (57.): Madueke schlenzte halbrechts im Strafraum, ein Verteidiger blockte, und kurz darauf scheiterte Kane mit einem zu zentralen Abschluss an Keeper Asare.
In der Schlussphase wurde es dann hektisch. Zunächst steuerte Adu von halbrechts auf Pickford zu, doch Marc Guéhi stoppte ihn im letzten Moment (80.). Auf der anderen Seite zog Saka in der 86. Minute vom rechten Flügel in die Mitte und schlenzte flach aufs lange Eck – Asare machte sich lang und parierte glänzend. Dann kam die dramatischste Szene des Spiels (87.): Eine Flanke von rechts landete auf dem Kopf von O'Reilly, der die Latte traf. Der Abpraller fiel direkt vor die Füße von Kane – doch der Bayern-Stürmer jagte den Ball aus wenigen Metern über das Tor. In der Nachspielzeit (90.+3) wurde ein Kopfball von Saka in höchster Not von einem ghanaischen Verteidiger von der Linie geklärt. England rannte vergeblich an – das Spiel endete 0:0.
