
Frankfurt im Aufwind: Rieras Adler auf Beutezug
Unter Albert Riera befindet sich die Eintracht im Aufschwung. Nach vier Spielen zeigen sich die Adlerträger im Angriffsmodus und auf Kurs Richtung Europa!
Sanft streichelte Albert Riera dem Adler Attila, dem Symbol und Wappentier von Eintracht Frankfurt, nach dem Sieg gegen den SC Freiburg über die Federn. Der Raubvogel reagierte sofort, breitete seine Flügel aus und streckte die Brust raus – der Spanier staunte nicht schlecht.
Eine Verbindung zwischen dem neuen Eintracht-Coach und dem majestätischen Vogel war sofort erkennbar. Ein Bild, das hängen bleibt, denn genau das passiert gerade mit dieser Eintracht.
Jagdmodus aktiviert
Riera muss diesem Adler das Fliegen nicht mehr beibringen. Aber er hat einer Mannschaft in kürzester Zeit wieder beigebracht, wie man die Flügel ausbreitet und die Krallen ausfährt – allerdings ohne Streicheleinheiten.
"Ich werde ihnen sagen: Wir springen vom Balkon – und sie werden springen“, kündigte er bei seiner Vorstellung an. Auf der Jagd nach Punkten will er dabei ähnliche Eigenschaften wie bei einem Raubvogel sehen: Leichtigkeit, Überzeugung, Dominanz, Stärke, Konzentration und "keine Angst mehr."
"Ich erwarte sogar, dass wir Risiken in der letzten und vorletzten Linie eingehen. Selbstvertrauen gibt einem zusätzliche 50 PS", so Riera vor dem Freiburg-Spiel, in dem eine weitere sehr wichtige Komponente seiner Philosophie sichtbar wurde: Variabilität.
"Zum Beispiel der Seitentausch von Nnamdi Collins und 'Nene' Brown. Nach dem Spiel habe ich Nene gefragt: 'Hast du im Spiel gemerkt, was ich dir vor dem Spiel gezeigt habe?' – ja, das hat er, er hat den Plan hinter der Idee verstanden."

Ein zufriedener Schwarm
Seitenwechsel zwischen Verteidigern, Mahmoud Dahoud als Sturmspitze, mehr Vertrauen in Jean-Mattéo Bahoya, Arnaud Kalimuendo rechtsaußen oder Ritsu Dōan als Zehner. "Ich liebe es, wenn Spieler auf mehreren Positionen agieren können", sagt der 43-Jährige.
"Ich kann an ihren Augen sehen, dass das Verständnis gewachsen ist", so der gebürtige Mallorquiner. Und tatsächlich: Wie von Attila leuchten auch die Augen dieser Mannschaft wieder.
Nathaniel Brown spricht von "sehr viel Spaß", Farès Chaïbi von "einem geplatzten Knoten" und Robin Koch sieht "noch nicht alles perfekt, aber man sieht seine Ideen und Lösungsansätze. Der Glaube ist wieder da, dass wir den Gegner auch dominieren können." Collins brachte es schon nach dem 3:0 gegen Gladbach auf den Punkt: "Das haben wir gebraucht."
Auch die Verletzten wittern ihre Chance. Winterneuzugang Younes Ebnoutalib arbeitet am Comeback, auch Can Uzun kann es kaum erwarten – "Ich habe bereits mit ihm gesprochen, er ist ein echt cooler Typ", sagt Uzun über Riera. "Sein Spielstil passt sehr gut zu mir. Ich freue mich wirklich."

Wilde Vögel statt "vogelwild"
Riera denkt Fußball nicht starr, sondern beweglich. Wie ein Adler im Aufwind. Mal hoch, mal im Sturzflug, immer anpassungsfähig. Der Spanier hatte von Begin an gesagt: "Meine Spieler werden mir folgen." Und nach vier Partien – darunter ein Remis, eine knappe Niederlage bei Bayern und zwei Heimerfolge – ist genau das bereits sichtbar.
Doch es geht um mehr als Zahlen. Es geht um Haltung und Überzeugung. Riera will die Fans mit seiner Spielweise stolz machen und "die Spieler besser machen, sie sollen das Spiel genießen und sich mit den Ideen, die wir ihnen mitgeben, wohlfühlen."
Zwei Heimspiele ohne Gegentor zeigen: Die Defensive steht wieder sicher. "Dominante Teams sind auch ohne Ball dominant und wissen genau, was sie bei Ballverlust tun", erklärt der SGE-Coach. Sportvorstand Markus Krösche betont: "Entscheidend ist, dass du im Fußball die Balance findest zwischen offensiven Aktionen und defensiver Kontrolle" und spricht von zuvor "vogelwilden Zeiten."

Zu neuen Höhen
Während Adler bei der Jagd nach unten blicken, richtet Riera den Blick nach oben. In der Tabelle. In den Möglichkeiten. In die Zukunft. Nach dem jüngsten Erfolg stehen die Adlerträger auf Rang sieben – die Top sechs wieder in Sicht. Europa im Visier.
Die kommenden Wochen gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel bieten die Chance, weiter aufzusteigen. Vorstandssprecher Axel Hellmann macht klar: "Niemand denkt daran, die Saison abzuhaken. Wir können auf der Zielgeraden noch große Dinge schaffen. So wollen wir gucken, wohin die Füße uns tragen" – oder eben die Flügel.
Attila hat sie nach dem Freiburg-Sieg bereits ausgebreitet. Unter Albert Riera will nun die ganze Eintracht abheben.
Die Adler sind zurück auf Beutezug.
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