Frankfurt - Thomas Schaaf war über das Ergebnis weder verärgert noch besonders erfreut. Dabei hätte der Trainer von Eintracht Frankfurt beides sein können.

Zum einen ist ein 1:1 gegen den Tabellenzweiten VfL Wolfsburg ein achtbares Resultat. Weil der Wolfsburger Ausgleich aber erst kurz vor Schluss durch Kevin de Bruyne fiel, war auch ein bisschen Ärger über den verpassten Sieg angebracht. Doch Schaaf stellte vor allem die gute Leistung seiner Mannschaft in den Vordergrund - ganz unabhängig vom Ergebnis.

Bemerkenswerte Leistungssteigerung

Nur drei Tage nach der 1:4-Pleite beim SC Freiburg zum Rückrundenauftakt beeindruckte Schaafs Mannschaft mit einer aggressiven Verteidigung und zielstrebigem Spiel nach vorne. "Wir haben eine sehr gute Reaktion gezeigt auf die letzte halbe Stunde in Freiburg", analysierte Schaaf: "Wir können mit dem Spiel sehr gut leben."

In Frankfurt werden nach Niederlagen nicht selten apokalyptische Szenarien an die Wand gemalt. Doch Schaafs Mannschaft gelang wie schon einige Male in der Vorrunde auch diesmal, gegen Wolfsburg eine bemerkenswerte Leistungssteigerung. "Entscheidend war, wie wir gespielt haben. Das gibt uns die Sicherheit, unseren Weg weiter zu verfolgen", sagt Schaaf.

Kein Spieler ist gesetzt

Seine Mannschaft habe wieder einmal gesehen, zu was sie in der Lage sei, wenn alle zusammen spielten. "Dann haben wir auch gegen starke Gegner eine Chance", sagt Schaaf. Alle Spieler steigerten sich gegenüber der empfindlichen Niederlage in Freiburg. Vor allem Stefan Aigner, der das 1:0 erzielte (58.) und der in Freiburg einen schlechten Tag erwischt hatte, war zusammen mit Torvorbereiter Takashi Inui ein Schwungrad im Frankfurter Angriffsspiel.

Für Stabilität in der Defensive sorgte Carlos Zambrano, der nach langer Verletzungspause erstmals nach vier Monaten wieder in der Innenverteidigung neben Marco Russ auflief. "Ich wollte Carlos dabei haben, und Marco passte in dem Spiel besser neben ihn", erklärte Schaaf den Verzicht auf Bamba Anderson in der Startelf. Gesetzt sei bei ihm ohnehin kein Spieler, sagte Schaaf, der für den gesperrten Rechtsverteidiger Timothy Chandler David Kinsombi aufgeboten hatte. Kinsombi steigerte sich nach anfänglichen Schwierigkeiten.

Ein außergewöhnliches Zeichen

Mit dem Remis setzte die Eintracht ein wichtiges Signal, nicht mehr in die Abstiegsregionen abrutschen zu wollen. Dieser Dienstag war überhaupt ein Tag der Signale in Frankfurt. Denn wenn ein Verein der Bundesliga neun Stunden vor einem Flutlichtspiel in der Liga eine außerordentliche Pressekonferenz einberuft, musst etwas Wichtiges passiert sein.

Eintracht Frankfurt sah die Verlängerung des Kontrakts des umworbenen Torwarts Kevin Trapp als außergewöhnliches Zeichen. Trapp hätte aus seinem bis Ende Juni 2016 laufenden Vertrag diesen Sommer für die festgeschriebene Ablösesumme von drei Millionen Euro verlassen können. Nun bleibt er bis Ende Juni 2019, weil der Verein ein so großes Potenzial hat, wie Trapp sagt, und die Eintracht eine gute Plattform für seine Ziele sei - auch für die Nationalelf.

Signale der Hoffnung

Am Dienstagabend bewies Kevin Trapp mit einer guten Leistung, dass er eine wichtige Stütze für die Frankfurter in den nächsten Jahren sein kann. Und im Auswärtsspiel am kommenden Wochenende beim FC Augsburg (Sonntag, ab 17:00 Uhr im Liveticker) wollen die Frankfurter weitere Signale der Hoffnung auf eine gute Rückserie senden.

Aus Frankfurt berichtet Tobias Schächter