Zusammenfassung

  • Danny da Costa erzielt gegen Hannover sein erstes Bundesliga-Tor

  • Der rechte Außenverteidiger der Eintracht hat sich nach vielen Rückschlägen einen Stammplatz erarbeitet

  • Niko Kovac lobt den schnellen Athleten höchsten Tönen

Frankfurt - Wie es sich anfühlt, wenn man ein Tor erzielt? Danny da Costa war nicht überrascht über diese Frage, schließlich war sein Kopfball zum 1:0 gegen Hannover 96 nicht nur sein allererstes Bundesligator in seinem 37. Einsatz - es war auch gleichzeitig der Siegtreffer für Eintracht Frankfurt, das damit weiterhin auf Champions-League-Qualifikationsrang 4 der Tabelle steht.

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Da Costa erzählte breit grinsend: "Das ist ein sehr schönes Gefühl, Glück pur. Ich wusste gar nicht, wohin mit mir. Ich habe halt nicht so viel Erfahrung.“ Nun hat er diese endlich gemacht, nachdem sie dem 24-Jährigen auf seinen bisherigen Bundesligastationen in Leverkusen und Ingolstadt nicht vergönnt war. Und er hat sogar einen so wichtigen Treffer bei seiner Premiere erzielt. Mit den drei Punkten gegen Hannover haben die Frankfurter nun schon nach dem 25. Spieltag so viele Zähler wie nach der gesamten letzten Saison: 42. Träumen ist zwar nicht verboten in Frankfurt, aber die Eintracht-Profis haben einen der vielen Grundsätze ihres Trainers Niko Kovac verinnerlicht: „Wer träumt, wird überholt.“ Da Costa sagt: "Wir sind gut damit gefahren bisher, von Spiel zu Spiel zu denken und keine große Ziele hinauszuposaunen.“ Hinter dem Erfolg der Eintracht steckt viel Arbeit, kaum einer weiß das besser, als Danny da Costa.

"Er gibt immer alles im Training und hat sich das verdient“ Niko Kovac (Trainer Eintracht Frankfurt)

Nachdem er im Sommer von seinem Jugendverein Bayer Leverkusen nach Frankfurt gewechselt war, brauchte er lange Zeit, um sich in die erste Elf zu spielen. Gegen Hannover kam er erst zum achten Mal in der Liga zum Einsatz, erst seit dem Sieg im Pokal-Viertelfinale gegen Mainz 05 gehört er zum Stamm. Der Rechtsverteidiger profitiert dabei auch von Rochaden des Trainers. Der etatmäßige Rechtsverteidiger Timothy Chandler spielt seit der Rückrunde regelmäßig auf der linken Bahn und Marius Wolf spielt einfach überall gut, wohin ihn der Trainer auch stellt. So wurde die rechte Außenbahn frei für den ehemaligen Junioren-Nationalspieler da Costa, der mit vielen Rückschlägen gelernt hat, umzugehen.

Ein Schienbeinbruch setzt da Costa lange zu

In seiner Zeit in Ingolstadt verletzte er sich schwer, ein Schienbeinbruch setzte ihm lange zu. Doch der in Neuss geborene Sohn eines Angolaners und einer Kongolesin ist ein Kämpfer, die Lehren, die er aus dieser Verletzung mit Komplikationen in der Reha zog, teilte er jüngst der „Frankfurter Rundschau“ mit: "Man lernt, zu kämpfen und nicht aufzugeben. Das hat mich schon weiter gebracht, auch weil man mit anderen Rückschlägen anders umgeht, weil man schon eine Extremsituation durchgemacht hat.“

© imago / Eibner

Auch in Frankfurt hatte er mit einer Verletzung zu kämpfen, eine Sehne im hinteren Oberschenkel riss, der lebensfrohe da Costa musste in der Vorrunde wochenlang pausieren. Doch nun spielt der hochaufgeschossene Athlet (1, 87 Meter) seine Schnelligkeit immer mehr gewinnbringend für die Eintracht aus. Trainer Kovac lobt: „Er hat seine Zeit gebraucht, auch weil er letzte Saison in Leverkusen nicht gespielt hat. Aber er gibt immer alles im Training und hat sich das verdient.“

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Danny da Costa setzte einst ein Zeichen gegen Rassismus, als er während eines Spiels mit Ingolstadt gegen 1860 München den Schiedsrichter darauf aufmerksam machte, dass er permanent wegen seiner Hautfarbe beleidigt wurde. "Es hat mich genervt und irgendwann wurde es mir zu viel“, erinnert er die Situation. Mit Kevin Prince Boateng hat er einen Mitspieler bei der Eintracht, der sich in der Öffentlichkeit stark gegen Rassismus positioniert. Da Costa sagt, er sei eher ein ruhiger Mensch, den es nicht so in die Öffentlichkeit ziehe. Ihm gefällt es eher nicht, abseits des Rasens erkannt zu werden, er sagt: "Starkult ist nichts für mich.“ Seit seinem ersten Bundesligator wird Danny da Costa aber wohl demnächst ein bisschen öfter in Frankfurt für ein Selfie zur Verfügung stehen müssen.

Tobias Schächter