Berlin - Ante Rebic war als zweifacher Final-Torschütze der Frankfurter Matchwinner gegen den FC Bayern München. Dem pfeilschnellen Offensivspieler eilte ein schlechter Ruf voraus - zu Unrecht, wie Trainer Niko Kovac verriet. Seinem Ruf als unbeugsamer Rüpel machte Ante Rebic auch nach dem "Spiel seines Lebens" alle Ehre. Ohne Rücksicht auf Verluste stürmte der Erfolgsgarant des DFB-Pokalsiegers Eintracht Frankfurt seinem Förderer Niko Kovac entgegen, fiel dem Trainer der Hessen in die Arme - und riss ihn kurzerhand zu Boden. "Er ist eben doch ein ziemlicher Koloss", scherzte Kovac später.

Dem 46-Jährigen half bei der Jubelattacke des Doppeltorschützen (11./82.) selbst sein jahrelanges Judo-Training nicht. Rebic war schlichtweg außer Rand und Band, und er wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. "Ich habe Niko einfach Danke gesagt. Danke für die Möglichkeit, Tore zu machen und den Pokal zu gewinnen", sagte Rebic nach seiner Gala-Vorstellung am Sky-Mikrofon.

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Spätestens mit den beiden Treffern, die laut Mitspieler Marius Wolf "wie jedes Tor gegen Bayern München weltklasse waren", beseitigte der 24-Jährige die letzten Zweifel an seiner Rückkehr. Denn eigentlich war die Personalie Rebic schon im vergangenen Sommer erledigt gewesen, die Eintracht verzichtete nach der von Kovac initiierten Leihe auf einen festen Transfer.

Ante Rebic erzielte im Pokalfinale gegen Bayern einen Doppelpack
Ante Rebic erzielte im Pokalfinale gegen Bayern einen Doppelpack © gettyimages / Christoph Stache

Bobic über Rebic: "Unfassbare Energieleistung"

Seinen Marktwert dürfte der bullige Angreifer, den die Frankfurter Rundschau einst als "Wuchtbrumme" betitelt hatte, am Samstagabend vor 74.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion und Millionen an den Fernsehgeräten drastisch erhöht haben. "Er ist eine Rakete", lobte Mitspieler Kevin-Prince Boateng, für Keeper Lukas Hradecky machte Rebic "das Spiel seines Lebens".

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Vor allem der so wichtige zweite Treffer ließ Feinschmecker mit der Zunge schnalzen. Der pfeilschnelle Rebic sprintete den Nationalspielern Mats Hummels und Niklas Süle augenscheinlich spielerisch leicht davon, gefühlvoll hob er den Ball zum Abschluss an Torwart Sven Ulreich vorbei. "Das war eine unfassbare Energieleistung. Wie er da durchgegangen ist - unglaublich", schwärmte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic.

"Man muss nur wissen, wie man ihn anfasst und manchmal ein, oder auch zwei Augen zudrücken." Niko Kovac (Trainer Eintracht Frankfurt)

Ante Rebic: Doppelpack im DFB-Pokalfinale

Das erste Tor hatte Rebic zudem nicht nur ebenfalls in höchster Bedrängnis erzielt, sondern mit großem Willen davor auch noch durch den Ballgewinn im Mittelfeld selbst eingeleitet. "Wie wichtig er ist, haben alle in der Vergangenheit gesehen, als er fehlte", sagte Kovac über Rebic, der auch im Vorjahr im Finale getroffen hatte.

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Eine solch rasante Entwicklung des WM-Teilnehmers von 2014, der bei der SGE nun einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2021 besitzt, hätten wohl nur die kühnsten Optimisten vorausgesagt. Verletzungen und das Pfeiffersche Drüsenfieber bremsten ihn zu Beginn seiner Frankfurter Zeit, für seine Sorglosigkeit auf dem Platz und unnötige Gelben Karten erntete er sogar von Kovac Kritik.

Party-Stimmung: Ante Rebic jubelt mit dem DFB-Pokal
Party-Stimmung: Ante Rebic jubelt mit dem DFB-Pokal © gettyimages / Lars Baron

Kovac über Rebic: "Eigentlich ein ganz zahmer Bube"

"Viele haben ihm unterstellt, dass er ein schwieriger Charakter und ein schlimmer Finger ist", sagte Kovac nach dem Finalsieg: "Aber eigentlich ist er ein ganz zahmer Bube und ein netter Kerl. Man muss nur wissen, wie man ihn anfasst und manchmal ein, oder auch zwei Augen zudrücken." Denn dann kann Ante Rebic verdammt umwerfend sein.

sid