Berlin - Niko Kovac feiert einen perfekten Abschied bei Eintracht Frankfurt und schenkt dem Verein sensationell den ersten Titel seit 30 Jahren. Der Trainer entzauberte seinen künftigen Verein FC Bayern München beim 3:1 (1:0) im 75. DFB-Pokalendspiel mit Hilfe des goldenen Doppel-Torschützen Ante Rebic. Die enttäuschenden Bayern verpassten das geplante Double-Servus für ihren Trainer Jupp Heynckes, der jetzt endgültig in den Ruhestand geht.

Kovac führte die Eintracht mit dem fünften Pokalsieg der Klubgeschichte, dem ersten seit 1988, in die Europa League. Es war das von Sportvorstand Fredi Bobic ersehnte "Hollywood-Ende" für den Coach nach etwas über zwei Jahren in Frankfurt - dank Rebic, der in der 11. bzw. 82. Minute traf. Mijat Gacinovic (90.+6) sorgte für die Entscheidung. Robert Lewandowski (53.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen.

Frankfurt kauft Bayern den Schneid ab

Bundesliga-Torschützenkönig Lewandowski, mit sechs Treffern auch bester Pokal-Torjäger, schloss mit seinem vierten Finaltor zu den Rekordhaltern Gerd Müller und Uwe Seeler auf. 2012 hatte der Pole den BVB beim 5:2 gegen seinen jetzigen Arbeitgeber mit drei Toren zum Double geschossen.

Heynckes und Kovac begrüßten sich vor 74.322 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion mit einer herzlichen Umarmung und kurzem Plausch. Auf dem Platz ging es weniger freundschaftlich zur Sache. Die Eintracht versuchte dem Favoriten mit giftiger Zweikampfführung den Schneid abzukaufen. Dazu überraschte Kovac mit seiner Aufstellung ohne echten Stürmer, Kevin-Prince Boateng gab wie Mitte April in Leverkusen (1:4) den "Neuner". Eine Mauertaktik war dies freilich nicht, der Underdog spielte mutig.