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Rückkehrer Hummels und drei Neulinge: Das sind die Überraschungen im DFB-Kader

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Neben Mats Hummels, der für die USA-Reise in die DFB-Auswahl zurückkehrt, nominiert der neue Bundestrainer Julian Nagelsmann gleich drei Neulinge: Robert Andrich (Bayer 04 Leverkusen), Kevin Behrens (1. FC Union Berlin) und Chris Führich (VfB Stuttgart) sind Teil der deutschen Nationalmannschaft für die Duelle gegen die USA und Mexiko. bundesliga.de sagt, womit sich das Quartett die Nominierung verdient hat.

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Mats Hummels (Borussia Dortmund): der Routinier

Verbal löste Mats Hummels direkt einmal ein, was sich Bundestrainer Julian Nagelsmann von der Rückkehr des Routiniers verspricht. "Absolut bereit" sei er, betonte der 34 Jahre alte Innenverteidiger von Borussia Dortmund in seiner Instagram-Story als Antwort auf die Verkündung des DFB-Kaders für die anstehende USA-Reise. Routine und Führungsqualitäten: Das sind Eigenschaften, die den vormals ausgemusterten Weltmeister von 2014 wieder ins Notizbuch der deutschen Nationalmannschaft brachte. "Mats ist ein Spieler mit einer sehr großen Erfahrung. Und das ist auch das, was wir sehen wollen", betonte Nagelsmann bei der Nominierung. Erstmals seit der EM 2021 ist Hummels wieder Teil der DFB-Auswahl – und soll nun für Stabilität sorgen.

"Ich verspreche mir, dass er im Training die Dinge, die ich sehen will, auch weitertragen kann an Teamkollegen. Mats ist ein Spieler, der meine Anweisungen und taktischen Forderungen nicht nur versteht, sondern auch an die Mitspieler weiterreichen kann", so der neue Bundestrainer. Wie bereit Hummels ist, das bewies er in der bisherigen Bundesliga-Saison mehr als deutlich: Defensiv kompromisslos, spielstark und torgefährlich – der Dortmunder, der bei einem Einsatz mit dem Adler auf der Brust zum ältesten Nationalspieler seit Miroslav Klose werden würde, verkörpert auch im höheren Fußballeralter noch den modernen Innenverteidiger, der dank seiner Spielintelligenz und dem herausragenden Stellungsspiel nur selten zu Fouls (erst vier in dieser Saison) greifen muss. Qualitäten, die nun auch wieder in der Nationalmannschaft gefragt sind. Hummels jedenfalls ist dafür "absolut bereit".

Kevin Behrens (1. FC Union Berlin): der Spätstarter

Ein ganz langer Weg Richtung Nationalmannschaft findet für Kevin Behrens vermutlich ein "Happy End": Der gebürtige Bremer, bis 2018 noch unterklassig unterwegs, schaffte über den SV Sandhausen (2018-2021) den Sprung zum 1. FC Union Berlin. Bei den „Eisernen“ startete der mittlerweile 32 Jahre alte Mittelstürmer mit ein wenig Anlauf dann so richtig durch: Mit zehn Treffern im laufenden Kalenderjahr ist Behrens der beste Knipser der Köpenicker, war auch in dieser Saison bereits vier Mal erfolgreich. Nach dem zu Saisonbeginn verpflichteten Robin Gosens könnte der robuste und zweikampffreudige Behrens der zweite deutsche Nationalspieler des 1. FC Union Berlin werden.

Gerade mit seiner Kopfballstärke soll der Berliner Angreifer Qualitäten in den Kader bringen, die der DFB-Auswahl derzeit abgehen. "Wenn wir viele Flanken haben und noch ein Tor brauchen, ist er präsent in der Box und einer, der viele Gegenspieler bindet“, betont Bundestrainer Nagelsmann anlässlich der Nominierung. Und wahrlich ist Behrens ein Spezialist in der Luft: Sieben seiner 14 Bundesliga-Tore erzielte der 32-Jährige mit dem Kopf (davon alle vier in dieser Saison), die DFB-Elf hingegen markierte hingegen seit Beginn des Jahres 2022 ganze zwei von 31 Treffern auf diese Weise. Kommt Behrens auf der USA-Reise zum Einsatz, wäre er der älteste Feldspieler seit Martin Max, der seinen Einstand in der A-Elf gibt. Überhaupt wäre Neuling Behrens dann der sechstälteste Debütant in der Nachkriegsgeschichte der A-Nationalmannschaft.

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Chris Führich (VfB Stuttgart): der Wirbelwind

Definitiv einer der Shooting Stars der noch jungen Saison ist Chris Führich: Der Offensivallrounder, derzeit beim VfB Stuttgart auf der linken Außenbahn gesetzt, bereitete für die Schwaben an den ersten sechs Spieltagen bereits vier Treffer vor – das ist geteilte Ligaspitze. Dazu schnürte er beim Kantersieg gegen den Sport-Club Freiburg seinen ersten Bundesliga-Doppelpack, mit sechs Scorerpunkten ist der 25-Jährige mit seinem Dortmunder Kollegen Julian Brandt derzeit der deutsche Topscorer. "Er hat ein sehr, sehr gutes Momentum", lobt Bundestrainer Nagelsmann den formstarken Führich, der "exzellent" im Eins-gegen-eins sei und dazu eine gute Trefferquote habe.

Für den Stuttgarter Offensivmann ist die Nominierung für die Nationalmannschaft die Belohnung für eine stetige Entwicklung. Nach seinem Bundesliga-Debüt für den 1. FC Köln im Dezember 2017 hat sich der im Ruhrpott aufgewachsene und dort bei diversen Clubs ausgebildete Führich über eine wahre Ochsentour in den Fokus gespielt. Über die Reserve von Borussia Dortmund 2019/20 ging es zum SC Paderborn 07, wo der Offensivmann auf Leihbasis 34 Partien in der 2. Bundesliga absolvierte und satte 13 Tore erzielte. Mit dem Wechsel nach Stuttgart gelang der Sprung in die höchste deutsche Spielklasse – und nach etwas mehr als zwei Jahren die Berufung in die DFB-Auswahl. "Sehr erfrischend" sei das Gespräch mit ihm gewesen, schilderte Bundestrainer Nagelsmann, "weil sich Chris unglaublich gefreut hat". Diese Freude soll Führich nun auch mit dem Adler auf dem Brust zeigen.

Robert Andrich (Bayer 04 Leverkusen): der Kompromisslose

Einen ganz anderen Spielertyp als die vorhandenen Mittelfeldakteure nimmt der Bundestrainer derweil mit Robert Andrich mit. Der Sechser von Bayer 04 Leverkusen sei eine Art "Zerstörer", der mit seiner kompromisslosen Spielweise eine geeignete Alternative im Mittelfeldzentrum mit "einem anderen Profil" darstelle. Andrich sei ein Profi, "der im defensiven Zweikampf unglaublich aktiv ist" und eine "außergewöhnliche Siegermentalität" mitbringe, so Nagelsmann. Der 29 Jahre alte Potsdamer geht für gewöhnlich keinem Zweikampf aus dem Weg – und gewann in der vergangenen Saison trotz recht vieler Fouls ordentliche 53 Prozent der direkten Duelle.

Der laufstarke Sechser, der 2022/23 im Schnitt 11,5 Kilometer pro 90 Minuten abspulte, gilt bei der "Werkself" als Absicherer der spielstarken Kollegen, auch wenn Andrich derzeit seinen Stammplatz verloren hat. Nur in zwei Pflichtspielen stand der 1,87 Meter große Rechtsfuß in der Startelf, muss hinter Neuzugang Granit Xhaka auf seine Chance warten. Dennoch: Rein vom Profil ist Andrichs Nominierung durchaus sinnvoll, als kompromissloser Abräumer im defensiven Mittelfeld könnte der Leverkusener den Feingeistern der DFB-Offensive den Rücken freihalten. Jemand, der anderer glänzen lässt. Generell ist es dem Bundestrainer "wichtig, Spieler, die gerade auf dem Peak sind, einzuladen und ihnen die Chance zu geben. Es wird uns guttun, auch neue Gesichter im Training zu haben, die leuchtende Augen haben, wenn sie ein Länderspiel bekommen", so Nagelsmann. Und das dürfte auf Robert Andrich definitiv zutreffen.