
DFB-Team: Junge Wilde versprühen Spielfreude
Der zweite Kader von Bundestrainer Jürgen Klopp holt gegen Serbien den ersten Sieg in der Nations League. Besonders die jungen Wilden stechen dabei heraus und sorgen für ordentlich Spielfreude und Spielwitz.
Nach dem durchwachsenen Start in die Nations League mit dem Remis gegen die Niederlande (1:1) und der knappen Niederlage gegen Griechenland (0:1) lag für den zweiten Kader von Jürgen Klopp durchaus schon ein wenig Ergebnisdruck auf dem Kessel vor der Partie gegen Serbien. Doch die jungen Wilden meisterten die Herausforderung souverän und bestachen insbesondere durch große Spielfreude, viel Spielwitz und eine jugendliche Unberkümmertheit.
Besonders hervorzuheben ist dabei Derry Scherhant, der zu seinem Länderspieldebüt kam und von Beginn an ordentlich Betrieb auf seiner linken Seite machte. Der Mann vom Sport-Club Freiburg war ein stetiger Unruheherd, suchte immer wieder das Dribbling und sorgte mit seiner Geschwindigkeit immer wieder für große Probleme in der Abwehr der Serben.
Hervorzuheben ist auch die Leistung von Tom Bischof. Der Kapitän der deutschen U21 glänzte nicht nur als Torschütze, sondern lieferte auch im Mittelfeld im Verbund mit Bayern-Mannschaftskollege Aleksandar Pavlović eine starke Vorstellung ab. Die beiden harmonierten in der Zentrale prächtig miteinander und schoben die Angriffe des DFB-Teams immer wieder an. So fiel eigentlich überhaupt nicht auf, dass der etatmäßige Kapitän Joshua Kimmich gar nicht dabei war.
Bischof war nach Spielende enorm glücklich, insbesondere über sein Tor: "Das Stadion heute hat gebrannt. Die Unterstützung war voll da, es hat einfach Spaß gemacht. Wir haben uns viele Chancen herausgespielt und ein gutes Spiel gemacht. Ich habe mich unfassbar gefreut über mein Tor, mir tun die Knie vom Knierutscher weh. Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Jürgen ist ein Trainer, der einen einfach mitzieht. Ich hoffe, es geht genauso weiter."

"Alles hat mir gut gefallen"
In Abwesenheit Kimmichs übernahm Serge Gnabry die Kapitänsbinde, der Routinier bestach durch viel Einsatzbereitschaft und Laufarbeit und machte zur Halbzeit dann Platz für Saïd El Mala, den 999. Debütanten des DFB. Auch der Kölner war sofort auf der Höhe und machte sofort ordentlich Betrieb über die linke Seite.
Mit Florian Wirtz glänzte ein weiterer Offensivakteur, der gegen Serbien immer wieder viele Momente kreierte und mit einem Pfostenschuss kurz vor dem 1:0 von Bischof viel Pech hatte. In Hälfte zwei übernahm er mit gerade einmal 23 Jahren die Kapitänsbinde vom ausgewechselten Gnabry und machte kurz darauf prompt den Treffer zum 2:0. "Es ist etwas Besonderes. Es stand nicht auf meiner To-Do-Liste, dass ich in den nächsten Spielen Kapitän werde aber es macht einen stolz. Ich habe einfach versucht, auf dem Platz weiter Gas zu geben. Es macht sehr viel Bock, unter Klopp zu spielen", so der Ex-Leverkusener nach Spielschluss.
Auch der Bundestrainer selbst fand nach seinem ersten Sieg nur lobende Worte für die Leistung seiner Schützlinge: "Das Gegenpressing ist heute durch die Decke gegangen. Wir haben eine sehr gute Anfangsphase gehabt, alles hat mir gut gefallen. Der Anfang, der Mittelteil und das Ende. Die letzte Linie hat super nach vorne verteidigt, gegen den Ball war es herausragend und mit Ball haben wir wundervollen Fußball gespielt."
Erstes Zu-Null seit Ende Mai
Der Zu-Null-Sieg gegen Serbien ist übrigens das erste Länderspiel seit Ende Mai, welches mal wieder ohne Gegentor beendet wurde. Davor gab es in sieben Partien in Serie mindestens einen Gegentreffer. Bedeutet also, dass auch die neu formierte Innenverteidigung um Waldemar Anton und Malick Thiaw einen bockstarken Job gemacht hat. In Abwesenheit des verletzten Nico Schlotterbeck sowie Jonathan Tah betrieben die beiden Defensivspezialisten damit ordentlich Eigenwerbung.
Eine besondere Geschichte ist auch die von Mika Baur: Der Ex-Paderborner avancierte unter Klopp zum 1000. Debütanten im deutschen Nationaltrikot und ist damit erst der vierte Spieler überhaupt. der mit seinem ersten Länderspieleinsatz diese Marke knackt. "Es ist immer noch surreal. Der Puls war hoch, ich war überrascht, aber sobald man auf den Platz läuft geht es. Das Highlight heute war der Sieg, die Mannschaft war von der ersten bis zur letzten Minute unglaublich", so der 22-Jährige. Mit Vitaly Janelt vom FC Brentford brachte Klopp in den Schlussminuten dann sogar noch Debütant Nummer 1001 auf den Rasen.
Insgesamt zeigt der 2:0-Erfolg gegen Serbien ganz klar: Die jungen Wilden machen Lust auf mehr. Dieses DFB-Team hat viel Talent und eine große Qualität, einzig es muss noch mehr zusammenwachsen, die Abläufe weiter optimieren und natürlich weiter reifen. Klopp wird die nötige Zeit benötigen, um diese junge Mannschaft noch weiter zu formen und bis zur Europameisterschaft 2028 auf das geforderte Level zu bringen. Der Anfang ist mit dem Sieg gegen Serbien aber gemacht und das Fundament gelegt.
