
Der Klassiker – Topspiel zum Saisonauftakt im Supercup
Mehr Prestige bei der ersten echten Standortbestimmung vor dem Bundesliga-Start geht in Fußball-Deutschland kaum. Borussia Dortmund empfängt den FC Bayern München am 22. August zum Franz Beckenbauer Supercup.
Der Klassiker, das erste große Kräftemessen der neuen Saison, steigt unter Flutlicht im Signal Iduna Park und wird einen Fingerzeig liefern, wie nah der BVB an den Münchnern dran ist. Ein frühes Ausrufezeichen vor eigenem Publikum würde die Stimmung im Pott weiter anheizen, die Münchner hingegen wollen ihre nationale Vormachtstellung direkt wieder untermauern.
Doch wie stehen die Vorzeichen vor dem ersten von mindestens drei Klassikern in dieser Saison?
Ausrufezeichen gegen die Gunners
Dortmunds Vorbereitung verlief wechselhaft. Nach einem Sieg zum Start gegen Rot-Weiß Oberhausen (3:1), setzte es, allerdings auch unter Einsatz von vielen Perspektivspielern, Niederlagen gegen Fortuna Düsseldorf (1:2) und Cerezo Osaka (0:1). Im Anschluss folgten zwei knappe Siege gegen den FC Tokyo (1:0) und zuletzt Champions League-Finalist Arsenal (3:2), bei denen die designierten Stammspieler immer mehr integriert wurden.
Vor allem der Erfolg in London machte Mut: Mit Konstantinos Karetsas, Joane Gadou und Samuele Inácio trafen zwei Neuzugänge und gleich drei der jungen Hoffnungsträger der Schwarz-Gelben. Gleichzeitig offenbarte die Mannschaft defensiv noch einige Unsicherheiten. Niko Kovač zeigte sich dennoch zufrieden: "Das Ergebnis stand nicht im Vordergrund, es geht darum, dass wir gewisse Sachen sehen wollen und heute hat man sehr viel Gutes gesehen. Wir haben Fortschritte gemacht", so der BVB-Coach, der auch beim 2:2 gegen die AS Rom einiges über sein Team gelernt haben dürfte.

Díaz in Frühform
Beim FC Bayern wirkt das Gesamtbild stabiler. Das Team von Vincent Kompany verlor zwar zum Auftakt mit vielen Nachwuchstalenten gegen den Drittligisten Wehen Wiesbaden, danach fanden die Münchner aber in die Spur: Der traditionelle Test gegen Rottach-Egern fiel mit dem 15:0-Endergebnis deutlich aus, ehe es in den Flieger Richtung Ostasien ging.
Die beiden Tests gegen Jeju SK und Aston Villa gewann der Rekordmeister jeweils mit 2:1. Besonders Luis Díaz hinterließ einen starken ersten Eindruck und traf gegen die Villains sehenswert, zudem kehreen mit Harry Kane, Michael Olise oder Dayot Upamecano nach und nach die weiteren wichtigen Leistungsträger zurück. Schon beim 3:1-Erfolg gegen Leipzig zeigten die Münchner, welch starke Frühform schon besitzen.

Gezielte Verstärkungen
Auf dem Transfermarkt haben beide Clubs unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Dortmund verjüngte den Kader und setzt mit Neuzugängen wie Gadou und Karetsas auf Entwicklungspotenzial. Zudem soll in der Offensive noch weiter nachgelegt werden.
Bayern verstärkte den ohnehin mit Stars gespickten Kader punktuell und legte für Nathaniel Brown und Marokkos WM-Shootingstar Ismael Saibari jeweils stattliche, wenn auch marktgerechte Summen auf den Tisch. Die Marschrichtung von Vincent Kompany ist klar: "Es ist schwierig, aber wir wollen noch mehr Spiele gewinnen und noch mehr Tore erzielen als in der vergangenen Saison. Unser Ziel ist, die Champions League zu gewinnen!"

Kann der BVB die Münchner ärgern?
Mit diesen Aussagen im Hinterkopf ist klar: Die Münchner werden im Supercup-Duell heiß sein auf die erste Silberware der Saison. Dabei spricht auch die jüngere Geschichte für die Münchner. Bayern gewann vier der letzten fünf direkten Supercup-Begegnungen, das letzte Aufeinandertreffen in diesem Wettbewerb ist allerdings auch fünf Jahre her. Auch in den jüngsten Pflichtspielen außerhalb des Supercups hatten die Bayern die besseren Ergebnisse auf ihrer Seite, in der vergangenen Saison entschieden sie beide direkten Duelle knapp für sich.
Unter Flutlicht im Signal Iduna Park kann der BVB nun zeigen, wie nah sie nach dem Aufschwung in der vergangegen Saison an den Rekordmeister herangerobbt sind.
