10.04. 18:30
11.04. 13:30
11.04. 13:30
11.04. 13:30
11.04. 13:30
11.04. 16:30
12.04. 13:30
12.04. 15:30
12.04. 17:30
Anzeige
bundesliga

Deniz Aytekin: Immer noch eine Lichtgestalt der Schiedsrichterei

xwhatsappmailcopy-link

Auf dem Feld und auch daneben: Deniz Aytekin ist ein großer Kommunikator. Das hat er auch am vergangenen Wochenende im Duell zwischen Hamburg und Augsburg wieder bewiesen, als er in einer turbulenten Partie stets den Überblick behielt.

Nach 18 Jahren im Profifußball ist Schluss: Deniz Aytekin wird im Sommer seine große Karriere als Referee beenden. Doch bis es soweit ist, leitet der 47 Jahre alte Schiedsrichter weiter souverän Partien der Bundesliga und 2. Bundesliga.

So wie am 28. Spieltag beim Duell zwischen dem Hamburger SV und dem FC Augsburg: Ein Platzverweis, ein nicht gegebener Elfmeter und eine sehr mutige Entscheidung werden dem erfahrenen Spielleiter noch lange in Erinnerung bleiben.

In seinem 251. Bundesliga-Einsatz – Platz sieben in der deutschen Schiedsrichter-Tabelle – musste Aytekin 167 Zweikämpfe bewerten. Und das tat der Schiedsrichter mit dem guten Auge und dem tadellosen Stellungsspiel wie man ihn kennt: Seine Entscheidungen erklärt er sofort per Gestik und Mimik – Spieler können sich daraufhin direkt das Reklamieren sparen.

"Ein Musterbeispiel für Respekt und Fairness"

Knapp alle 30 Sekunden muss ein Schiedsrichter in einem Bundesligaspiel eine Entscheidung treffen – als Referee muss man also immer auf Sendung, ständig hellwach bleiben! Dies gelang Aytekin am 28. Spieltag bravourös – zum Beispiel bei Hamburgs Ausgleichstreffer, als er die Kugel wie ein Spielmacher gekonnt durch seine Beine und zu einem HSV-Spieler laufen ließ.

Noch bemerkenswerter ist aber seine Entscheidung beim Zweikampf zwischen Fábio Vieira und Michael Gregoritsch: Erst entscheidet der Schiedsrichter auf Foul des Rautenträgers, geht dann aber schnurstracks in die Review-Area: "Als ich pfeife habe ich gesehen, wie Fábio sich die Achillessehne hält und starke Schmerzen hat", erklärt er die Szene aus seiner Sicht.

"Ich will das, was fair und ehrlich ist", hat er im Spiel gesagt und Gregoritsch danach gefragt, ob er nur auf Vieiras Fuß gelandet ist, also kein Foul vorgelegen hat. Der Österreicher gab dies sofort zu. "Das war ein Musterbeispiel für gegenseitige Wertschätzung, Respekt und auch Fairness. Ich finde es schön, dass man zum Abschluss der Karriere so etwas nochmal erleben darf", freute sich Aytekin.

Aytekin ist seit 2004 DFB-Schiedsrichter

Und was das für eine Karriere bislang war: Seit 2004 ist Aytekin DFB-Schiedsrichter, im September 2008 leitete er erstmals eine Partie in der Bundesliga (ein 0:1 zwischen Hertha und Cottbus).

2011 wählten ihn die Bundesliga-Profis noch zum "Schlechtesten Schiedsrichter des Jahres" – 2019, 2022 und 2024 wurde er dann vom DFB als Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet.

2023 wurde Aytekin auch eine Ehre zuteil: Als bislang einziger Schiedsrichter sorgte er für den Fußballspruch des Jahres. "Wenn der Musiala anzieht und dir auf 80 Meter 60 bis 70 abnimmt, denkst du anders über dein Leben nach." Er ist und bleibt ein großer Kommunikator – auf und auch neben dem Platz.