Der derzeit überragende Gladbacher: Denis Zakaria - © Lukas Schulze/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images
Der derzeit überragende Gladbacher: Denis Zakaria - © Lukas Schulze/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images
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Denis Zakaria von Borussia Mönchengladbach: Leader und Spielentscheider

Bei Borussia Mönchengladbach war Denis Zakaria schon fast ein wenig in Vergessenheit geraten. Doch inzwischen ist klar: Der Schweizer ist in der Mannschaft von Adi Hütter der zentrale Spieler. Zum Sieg beim Borussen-Duell gegen Dortmund am 6. Spieltag hat der 24-Jährige einen enormen Anteil beigetragen.

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Es waren beim Topspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund am Samstagabend keine zwei Minuten gespielt, als Denis Zakaria mit einem ruppigen Foul an Dortmunds Spielmacher Jude Bellingham samt anschließender Rudelbildung direkt mal die Devise für die Partie vorgab: Die Fohlen würden dem BVB an diesem Abend mit einer enormen Galligkeit begegnen.

Am Ende der 90 Minuten hatte Schiedsrichter Deniz Aytekin 32 Mal wegen Foulspiels in die Pfeife geblasen - eingestellter Saisonrekord. Dortmund indes ließ sich damit schnell aus dem Konzept bringen. Der Ex-Gladbacher Mahmoud Dahoud verlor bei einem Zweikampf die Fassung, reagierte auf den Pfiff des Unparteiischen kurz vor der Halbzeit mit einer abfälligen Geste und kassierte folgerichtig die Ampelkarte. Die letztlich spielentscheidende Szene dieser Partie.

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Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Zakaria aber nicht nur als Aggressive Leader im zentralen Mittelfeld hervorgetan, der Schweizer erzwang mit einer Willensleistung wenige Minuten zuvor auch den Gladbacher Siegtreffer zum finalen 1:0, als er in den Strafraum der Gäste vorgedrungen war, den Ball wie beim Billard-Spiel durch die gegnerischen Reihen beförderte und schließlich eiskalt vollstreckte. Es war bereits das zweite Saisontor des defensiven Mittelfeldspielers in seinem erst vierten Saisoneinsatz. "Das war schon ziemlich viel Glück bei meinem Tor, aber den muss man auch erst mal rein machen", so der Torschütze im Anschluss.

Kollege Jonas Hofmann stellte aber noch ganz andere Qualitäten des Sechsers in den Vordergrund: "Der ist unglaublich, der hat mit seinen Riesenstelzen Bälle abgelaufen, bei denen der Gegner eigentlich denkt, er könne alleine aufs Tor zu laufen." Dortmund, ansonsten enorm ballsicher durchs Zentrum, fand tatsächlich kaum Wege, um in das letzte Drittel vorzudringen. Bezeichnend: Am Ende hatte Zakaria mehr Torschussbeteiligungen auf dem Konto (drei) als die Dortmunder Stürmer Donyell Malen und Youssoufa Moukoko zusammen (zwei).

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Dabei hatte Zakaria zu Saisonbeginn noch einen schweren Start: Eine Corona-Infektion hatte ihn für weite Teile der Vorbereitung außer Gefecht gesetzt, der Rückstand war erst am 4. Spieltag wieder aufgeholt. Gegen den BVB bildete Zakaria gemeinsam mit Manu Kone eine äußerst vielversprechende Doppelsechs. Auch der 20-Jährige Franzose, im Sommer aus Toulouse gekommen, machte bei seinem Bundesliga-Debüt Appetit auf mehr.

Dass Spieler wie Florian Neuhaus oder Christoph Kramer dabei nur Joker oder gar Bankdrücker waren, macht die Besetzung der Mittelfeldzentrale für Trainer Adi Hütter bei Gladbach mittlerweile zu einem Luxusproblem. Nur eines scheint sicher: Denis Zakaria wird in dieser Form in absehbarer Zeit nicht mehr aus der Startelf wegzudenken sein.

Karol Herrmann