Mönchengladbach - Denis Zakaria war in der vergangenen Saison der Senkrechtstarter bei Borussia Mönchengladbach. In dieser Spielzeit spielt der Schweizer Nationalspieler zwar weniger, doch wenn er gebraucht wird - wie am vergangenen Samstag in der Allianz-Arena, als ihn Dieter Hecking für die letzten 25 Minuten reinbrachte um beim FC Bayern für noch mehr Stabilität zu sorgen - dann ist er sofort präsent. Im Exklusiv-Interview mit bundesliga.de spricht er über den Aufschwung der Borussia, er zieht einen Vergleich mit der letzten Spielzeit und er verrät, welches Ziel sein Team verfolgt.

bundesliga.de: Monsieur Zakaria, wie erklären Sie mit ein bisschen Abstand diesen spektakulären 3:0-Auswärtssieg von Borussia Mönchengladbach beim FC Bayern München?

Denis Zakaria: Der Schlüssel war, dass wir von der ersten Minute an hellwach und extrem fokussiert waren. Defensiv haben wir so gut wie nichts zugelassen und bei jedem Konter konnten wir den Münchnern Probleme bereiten. Dafür verdient unser gesamtes Team ein Riesen-Kompliment, vor allem, weil es ja wenig Mannschaften gibt, die in der Lage sind, mit einem solchen Ergebnis in der Allianz-Arena zu bestehen. Und soweit ich weiß, ist es selten, dass der FC Bayern keinen Treffer in seinem Stadion erzielt. Diese Leistung spricht für uns.

bundesliga.de: Hätten Sie vor dieser Partie geglaubt, dass die Borussia in München eine solche Leistung abliefern kann?

Zakaria: Absolut. Seit dem Saisonstart spielen wir mit breiter Brust und einer großen Portion Selbstbewusstsein. Wir sind nach München geflogen um das Spiel möglichst zu gewinnen, wie jedes andere auch. In meinen Augen kann man nur mit einer solchen Einstellung ein solches Ergebnis erzielen. 

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bundesliga.de: Was ist die große Stärke der Gladbacher in dieser Saison?

Zakaria: Erst hat sich der Verein mit Alassane Plea, Michael Lang und Andreas Poulsen richtig gut verstärkt. Aber es ist vor allem die Disziplin, die uns in dieser Spielzeit besonders auszeichnet. Wir wollen nichts dem Zufall überlassen. Außerdem ist unser Kader breit aufgestellt, sodass wir mittlerweile bestens gerüstet sind. 

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bundesliga.de: Top-Neuzugang Alassane Plea hat bereits voll eingeschlagen. Welchen Eindruck haben Sie vom Franzosen?

Zakaria: Er hat nicht nur einen guten Torriecher, sondern er ackert unheimlich viel für die Mannschaft. Allein seine Defensiv-Arbeit in München war hervorragend. Bei jedem Ballverlust sprintete er nach hinten, um seinen Mitspielern zu helfen, den Ball so schnell wie möglich zurückzuerobern. Er hält auch den Ball sehr gut und vor dem gegnerischen Tor ist er eiskalt. Ich hoffe, dass er seine starke Form Woche für Woche bestätigt. Dann werden wir eine erfolgreiche Saison spielen.

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bundesliga.de: Welches Ziel haben Sie sich gesteckt?

Zakaria: Zum Saisonstart hatten wir uns kein konkretes Ziel gesetzt. Nun stehen wir nach sieben Spieltagen sehr gut da und streben an, so lang wie möglich diesen positiven Trend fortzusetzen. Und dann werden wir schon sehen, was dabei herauskommt. Vielleicht schaffen wir die Qualifikation zum Europapokal. Aber es ist noch viel zu früh, um darüber konkret zu sprechen.

bundesliga.de: Es ist Ihre zweite Saison bei der Borussia. Ist Ihre Mannschaft stärker als in der vergangenen Spielzeit?

Zakaria: Unser Kader ist breiter und ausgeglichener aufgestellt. Außerdem haben wir mehr Erfahrung. Auf jeder Position herrscht ein harter Konkurrenzkampf. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das nötige Potenzial haben, um eine richtig starke Saison zu spielen.

"Wir werden alles geben, um so hoch wie möglich zu kommen"

bundesliga.de: Im Kampf um Europa hat die Borussia den Vorteil, keine Dreifach-Belastung zu haben, im Gegensatz zu RB Leipzig, Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund oder der TSG Hoffenheim. 

Zakaria: Das kann sicherlich eine Rolle spielen. Aber eine Mannschaft, die eine Siegesserie startet, ist auch froh, alle drei Tage ran zu dürfen, um noch besser in den Rhythmus zu bleiben. Wir können uns voll auf die Bundesliga fokussieren und wir werden alles geben, um so hoch wie möglich zu kommen.

bundesliga.de: Durch den größeren Konkurrenzkampf spielen Sie weniger als in der Vorsaison. Wie gehen Sie damit um?

Zakaria: Natürlich bin ich enttäuscht, bei einem Spitzenspiel wie bei den Bayern nicht von Anfang an dabei zu sein. Alles andere würde ja bedeuten, dass ich meinen Job verfehlt habe. Ich werde weiter hart an mir arbeiten um bald wieder gesetzt zu sein. Aber es ist klar, dass ich öfter spielen möchte.

bundesliga.de: Nach der Länderspielpause kommt Mainz in den Borussia-Park. Ist die Gefahr groß, dass die Borussia seinen Gegner nicht so ernst nimmt wie zuletzt Bayern München?

Zakaria: Für mich wird diese Partie ein Schlüsselspiel. Spiele nach solchen Siegen sind sehr schwer. Mainz hat eine schlagkräftige Truppe, die immer alles gibt. Es liegt an uns, das Spiel ernst anzugehen, zu dominieren und genauso zielstrebig wie in München zu agieren. Dann können wir die nächsten drei Punkte holen.

Das Gespräch führte Alexis Menuge