Stabilisator im Frankfurter Mittelfeld: Jonathan de Guzman - © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA
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Bundesliga

Jonathan de Guzman von Eintracht Frankfurt im Interview: "Wir sind auf dem Weg, ein großes Team zu werden"

Frankfurt - Am Ende war es wieder ein Feiertag in Frankfurt: Durch Tore von Luka Jovic (61., 73.) und Sebastien Haller (81.) besiegte Eintracht Frankfurt den FC Schalke 04 mit 3:0 und stürmte auf Champions-League-Rang vier vor. Im Schatten der drei Topstürmer Jovic, Haller und Ante Rebic wird auch Mittelfeldmann Jonathan de Guzman immer stärker. Nach dem Spiel erklärte der 31-jährige ehemalige niederländische Nationalspieler den Erfolg der Eintracht.

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Frage: Herr de Guzman, wie beurteilen Sie das Spiel gegen Schalke?

De Guzman: Um ehrlich zu sein, hatte Schalke durch Embolo eine große Chance in Führung zu gehen. Aber wir haben im Gegenzug das 1:0 gemacht und am Ende muss man sagen, dass wir verdient gewonnen haben.

Frage: Wie müde sind Sie nach diesem Spiel, Sie machten ja noch am Donnerstag mit einem 3:2 auf Zypern gegen Apollon Limassol den Einzug in die K.o-Runde der Europa-League klar?

De Guzman: Sehr müde, aber das sind die Spiele, für die du arbeitest, für die du dich belohnst. Wir arbeiten alle sehr hart, auch als Team.

"Der Geist in der Mannschaft ist unglaublich"

- © gettyimages / Alex Grimm

Video: So erzielen Haller, Jovic und Rebic ihre Tore

Frage: Wie würden Sie den Geist in der Mannschaft beschreiben?

De Guzman: Nach der Reise und den kurzen Nächten diese Leistung zu bringen, ist stark. Der Geist in der Mannschaft ist unglaublich. Mit einem Erfolg in die Länderspielpause zu gehen, ist großartig. Jeder ist glücklich, alle sind in einem guten Lauf. Das motiviert uns noch mehr. Wir sind auf dem Weg, ein großes Team zu werden, kein durchschnittliches.

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Frage: Wie erleben Sie die Aufstellung mit drei Stürmern, zu der ja auch viel Mut gehört?

De Guzman: Das ist großartig. Aber wir müssen taktisch sehr diszipliniert sein, um den Dreien vorne ihre Freiheiten zu geben. Sie machen einen sehr guten Job, sie rennen füreinander. Und das ist genau das, worum es geht: Fußball ist ein Teamsport. Es ist wichtig, dass niemand für sich selbst spielt, dass alle füreinander einstehen - und das machen die drei vorne.

"Wir müssen taktisch sehr diszipliniert sein, um den Dreien vorne ihre Freiheiten zu geben"

Frage: Es ist also eine Freude für Sie, hintenr diesen drei Künstlern zu spielen?

De Guzman: Ja, definitiv. Sie wollen immer den Ball und sie verteidigen viel. Aber es ist auch immer gut, wenn man Spieler in der Mannschaft hat, zu denen man aufschauen kann. Sie wollen den Ball auch immer wieder in den Fuß gespielt haben und können ihn dann halten. Wir sind sehr glücklich mit Ihnen.

Frage: Wenn Sie die Pokalsiegermannschaft aus der letzten Runde unter Niko Kovac und die aktuelle unter Trainer Adi Hütter vergleichen, zu was für einem Schluss kommen Sie?

De Guzman: Wir haben einige Spieler verloren, aber die, die dazu gekommen sind, machen es großartig. Es ist eine lange Saison, aber der Geist in der Mannschaft ist großartig, alle funken auf der gleichen Wellenlänge.

"Früher anzugreifen statt abzuwarten – darin besteht der größte Unterschied zur letzten Saison"

Frage: Und das passt besser zu den Mittelfeldspielern?

De Guzman: Ja, definitiv. Es geht darum, die drei vorne so zu positionieren, dass Sie die Räume zustellen. Sie arbeiten sehr hart, und das gibt uns auch die Zeit, um das Spiel besser zu lesen.

Frage: Welche Rolle spielt Ante Rebic in dem Dreigestirn vorne genau? Ist er ein klassischer Zehner?

De Guzman: Heute spielte er als Zehner. Aber er ist auch irgendwie ein falscher Neuner.

Frage: Ist es für die Mannschaft nicht auch wichtig zu wissen, so zwei starke Abwehrspieler zu haben wie Abraham und Hasebe?

De Guzman: Absolut, die Beiden sind sehr erfahren. Aber vergesst nicht Ndicka, er spielt auch herausragend bislang über die ganze Saison gesehen.

Aus Frankfurt berichtet von Tobias Schächter