Köln - Frank Baumann ist in den vergangenen Tagen gewiss alles gewesen - nur nicht faul. Da war zum einen der Trainingsauftakt, bei dem er gemeinsam mit Trainer Viktor Skripnik das Team auf die Bundesliga-Saison einschwor. Da waren zum anderen diverse Vertragsgespräche, die der Geschäftsführer Sport des SV Werder Bremen führen musste. Doch seine Mühen haben sich gelohnt.

Jannik Vestergaard (Transfer zu Borussia Mönchengladbach) und Papy Djilobodji (zurück zum FC Chelsea) hatten im Abwehrzentrum personelle Lücken hinterlassen, die Baumann schließen musste. Mit Erfolg: Er hat zwei Spieler für Werder begeistern können, die genau ins angeforderte Profil passen. Und die dafür sorgten könnten, dass die beiden qualitativen Abgänge schnell vergessen sein könnten.

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Da ist zum einen Fallou Diagne. Ein 26-Jähriger, der bereits reichlich Erfahrung hat. Über das Leistungszentrum des FC Metz hatte er 2008 den Sprung in die erste französische Liga geschafft. 2012 wechselte der senegalesische Innenverteidiger zum SC Freiburg. Für die Breisgauer absolvierte er 57 Bundesliga-Spiele und fünf DFB-Pokal-Spiele, ehe er zwei Jahre später wieder zurück in die Ligue 1 wechselte. Mit dem FC Stade Rennes kämpfte Diagne in der vergangenen Saison um den Einzug ins internationale Geschäft. In der Nationalmannschaft gab er im Mai sein Debüt.

Gestandene Innenverteidiger

Frank Baumann schätzt Diagne vor allem wegen dessen Zweikampfstärke und variablen Einsatzmöglichkeiten. Und lobt: "Fallou ist ein sehr gut ausgebildeter Spieler, der zuletzt noch mal einen Entwicklungsschritt gemacht hat. Er ist mit seinen 26 Jahren schon ein gestandener Innenverteidiger, der durch seine Zeit in Frankreich international sowie in der Bundesliga beim SC Freiburg schon einige Erfahrungen sammeln konnte."

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Der zweite, noch gestandenere Verteidiger ist Niklas Moisander. Der Kapitän der finnischen Nationalmannschaft soll Werders neuer Abwehr-Dirigent werden. Der 30-Jährige kommt von Sampdoria Genua. mit dem er als Tabellen-15. den Klassenerhalt in der italienischen Seria A erreichte. Seine Stärken liegen im Spielaufbau und der Organisation der Abwehr. Einer wie Jannik Vestergaard, den Bremen nach dessen Abgang dringend benötigte.

Kapitän in der Nationalmannschaft

Moisander kommt aus einer fußballbegeisterten Familie. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Niklas startete er seine Karriere als Profifußballer bei Turku PS. Ihren gemeinsamen Weg setzten sie 2003 beim niederländischen Rekordmeister Ajax Amsterdam fort. Allein: Wirklich durchsetzen konnte er sich in drei Jahren nie und spielte "nur" für Jong Ajax, die zweite Mannschaft des Vereins.

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Im Sommer 2006 wechselte Moisander zum Zweitligisten FC Zwolle - eine gute Entscheidung. Dort wurde er Stammspieler und Leistungsträger. Kein Wunder, dass er schnell die Begehrlichkeiten anderer Teams weckte. Und so verpflichtete ihn 2008 der AZ Alkmaar, mit dem er sogleich in seiner ersten Saison erneut die niederländische Meisterschaft gewann. Ajax wollte den Finnen zurück - und bekam ihn: Auch mit Amsterdam wurde Moisander in seinem ersten Jahr niederländischer Meister (2012/13).

Und so hat Trainer Viktor Skripnik seine Innenverteidigung nun komplett: Neben Diagne und Moisander sollen Alejandro Gálvez und Luca Caldirola (zurück vom SV Darmstadt 98) die grün-weiße Abwehr in der kommenden Bundesliga-Saison zusammenhalten.

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