Zusammenfassung

  • Christian Pulisic schießt innerhalb von einer Woche zwei wichtige Tore
  • Wenn er antritt, ist der 1,73 kleine Sprinter kaum zu stoppen
  • Der US-Amerikaner lobt die Mentalität des BVB-Teams

Sinsheim - Es war die Woche von Christian Pulisic: Vergangenen Dienstag erzielte der Offensivspieler von Borussia Dortmund den 1:0-Siegtreffer beim Champions-League-Auftakt in Brügge, und am Samstag rettete er dem BVB mit dem Ausgleichstreffer zum 1:1 bei der TSG Hoffenheim (84.) spät einen wichtigen Punkt in der Bundesliga.

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Borussia Dortmund bleibt auch nach dem vierten Spieltag in der Bundesliga unbesiegt und steht mit acht Punkten in der Spitzengruppe. Aber ganz zufrieden war Christian Pulisic nach dem Remis in Hoffenheim dennoch nicht, er sagte: "Wir sind erst nach der Roten Karte zusammengekommen, das müssen wir früher schaffen, wir wollten das Spiel gewinnen."

Pulisic lobt die Mentalität

Schon zum vierten Mal in dieser Saison – drei Mal in der Liga, ein Mal im Pokal – machte die Borussia einen Rückstand wett. In Hoffenheim sogar in Unterzahl, nachdem Innenverteidiger Abdou Diallo eine Viertelstunde vor Abpfiff nach einer Notbremse gegen Andrej Kramaric von Schiedsrichter Harm Osmers vom Platz gestellt wurde. Dezimiert drehte die Borussia dann auf, nachdem die Gastgeber das Duell der Champions-League-Clubs lange dominiert hatte. "Hoffenheim hat es uns schwer gemacht", gab Pulisic zu, lobte aber die Mentalität seiner Mannschaft: "Wir geben nie auf, wir wollen immer das Spiel drehen. Am Ende wollten wir das Tor machen. Wir sind sehr fit."

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Das ist auch wieder der 20 Jahre junge US-Amerikaner, der wegen muskulärer Probleme die Ligaspiele in Hannover und gegen Eintracht Frankfurt verpasst hatte. In Hoffenheim war der schnelle Dribbler bester Dortmunder und nach einem Solo von Kapitän Marco Reus stand er beim Ausgleich goldrichtig und verwertete die Hereingabe sicher. Immer, wenn Pulisic loszog, wurde es für den Gegner gefährlich. In einem rassigen Spiel deutete Pulisic an, dass er in dieser Saison einen weiteren Schritt nach vorne in seiner ohnehin atemberaubenden Entwicklung gehen kann. "Ein Tor zu machen ist immer gut, ich versuche, mich immer zu verbessern", sagte er. Sein Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft, aber die Entwicklung geht beständig nach oben.

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Einst war Pulisic mit 17 Jahren, sechs Monaten und 13 Tagen der jüngste Spieler, der je für die USA in einem WM-Qualifikationsspiel eingesetzt wurde. Und in die Geschichtsbücher seiner Heimat ging der in Hershey, Pennsylvania, geborene Angreifer auch ein, als er mit 17 Jahren zum jüngsten Fußballer des Jahres aller Zeiten in Amerika gewählt wurde. Und längst gilt der US-Boy mit kroatischen Wurzeln als eines der aufregendsten Talente in Europas Ligen. Das zeigte er in dieser Woche eindrucksvoll für die Borussia, zu der er 2015 als 16-Jähriger gewechselt war. Er feierte Deutsche Meisterschaften mit der B-Jugend und mit der A-Jugend des BVB, bei den Profis debütierte er am 30. Januar 2016 unter dem damaligen Trainer Thomas Tuchel im Alter von 17 Jahren. Seither geht es steil bergauf mit diesem großen Talent.

Christian Pulisic trifft zum 1:1 für den BVB bei der TSG Hoffenheim
Christian Pulisic trifft zum 1:1 für den BVB bei der TSG Hoffenheim © imago / Nordphoto

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In Hoffenheim zeigte er erneut, wo seine Stärken liegen: Wenn er antritt, ist der 1,73 Meter kleine und 63 Kilogramm leichte Sprinter kaum zu stoppen. Und im Zusammenspiel mit Marco Reus gelang dann der späte Ausgleich. "Wir haben wieder überragende Moral gezeigt, die uns in dieser Saison schon viel geholfen hat und uns hoffentlich noch viel helfen wird", sagte Reus und erklärte: "Für den Prozess, in dem wir uns befinden, ist dieser Punkt unheimlich wichtig." Die Borussia bleibt ungeschlagen in der Liga – dank des späten Tores von Christian Pulisic.

Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter