Frankfurt - Im Alter von 77 Jahren ist am gestrigen Montag Wilfried Straub, von 2001 bis 2005 erster Vorsitzender der Geschäftsführung der DFL Deutsche Fußball Liga, nach langer und schwerer Krankheit verstorben. Er war wesentlich beteiligt am Weg des deutschen Profifußballs in die Eigenständigkeit. Seit 1968 arbeitete Wilfried Straub beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), zunächst als Abteilungsleiter. Als Ligasekretär und ab 1991 als Direktor Liga, Marketing, Wirtschaft/Finanzen war er beim DFB auch zuständig für die Belange der Bundesliga und der 2. Bundesliga, unter anderem für Fernsehverträge. Vom DFB wechselte Wilfried Straub 2001 nach deren Gründung zur DFL. Er war Ehrenangehöriger des Ligaverbandes und DFB-Ehrenmitglied.

Die DFL bittet die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga für den kommenden Spieltag darum, dass die Mannschaften in Gedenken an den Verstorbenen mit Trauerflor auflaufen.

"Der Ligaverband trauert um seinen Ehrenangehörigen Wilfried Straub", sagt Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball. "Sowohl in seiner Funktion als DFB-Direktor als auch später als Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung hat er dem deutschen Profifußball über Jahrzehnte wertvolle Dienste erwiesen. Insbesondere die Gründung von Ligaverband und DFL wurde von Wilfried Straub gemeinsam mit Männern wie Gerhard Mayer-Vorfelder, Werner Hackmann und Wolfgang Holzhäuser maßgeblich vorangetrieben. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren."

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, der vor elf Jahren die Nachfolge von Wilfried Straub antrat, sagt: "Als Wegbereiter für die Eigenständigkeit des deutschen Profifußballs hat sich Wilfried Straub große Anerkennung erworben. Schon in seiner Zeit beim DFB wurden durch ihn wichtige Entwicklungen für die Bundesliga und der 2. Bundesliga auf den Weg gebracht. Dabei ist unter anderem das in ganz Europa hoch anerkannte Lizenzierungsverfahren hervorzuheben."

Als Vertreter des Profifußballs war Wilfried Straub DFB-Vizepräsident. Überaus geschätzt war Wilfried Straub auch auf internationaler Ebene. 2006 wurde er von dem damaligen UEFA-Präsidenten Lennart Johansson mit dem Ehrenpreis des Präsidenten ausgezeichnet.