München - Sein erstes Pflichtspiel als Kapitän des FC Bayern München hatte sich Thomas Müller sicherlich anders vorgestellt. "Wir sind nicht zufrieden", sagte der Stürmer nach dem 2:2 gegen den 1. FSV Mainz 05, "aber wir müssen nach vorne schauen." Viel Zeit, dem verpassten Sieg nachzutrauern bleibt den Bayern in der Tat nicht, denn bereits am Mittwoch steht mit dem Halbfinale im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund die nächste Herausforderung auf dem Programm.

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Nach dem Aus im Viertelfinale der Champions League gegen Real Madrid will der Rekordmeister im Pokal ins Finale einziehen, um die Chance auf das Double zu wahren. "Neben der Meisterschaft ist der Pokal unser größtes Ziel", sagt Müller. Da am Sonntag auch Verfolger RB Leipzig nur einen Punkt auf Schalke holte, haben die Bayern in der Bundesliga weiterhin acht Punkte Vorsprung und könnten bereits am kommenden Wochenende beim Spiel in Wolfsburg den fünften Meistertitel in Folge feiern.

Gute Erinnerungen

Zuvor liegt jedoch der Fokus auf dem anderen großen Ziel. Im Halbfinale des DFB-Pokals kommt es im sechsten Jahr in Folge zum Aufeinandertreffen der Bayern mit dem BVB. Im Vorjahr standen sich die beiden Topteams der Bundesliga erst im Finale im Berliner Olympiastadion gegenüber, die Bayern behielten im Elfmeterschießen die Oberhand.

Vor dem Duell um den erneuten Einzug ins Endspiel dient den Münchnern der deutliche 4:1-Erfolg vor gut zwei Wochen im Topspiel der Bundesliga als Vorbild. "Das letzte Heimspiel war sehr gut, daran wollen wir anknüpfen", sagt Mats Hummels. Doch der frühere Dortmunder warnt zugleich: "Wir dürfen uns nicht von dem klaren Ergebnis blenden lassen und glauben, dass es wieder so souverän wird."

Rechtzeitiger Weckruf

Vor allem gilt es den bitteren Dienstagabend im Madrider Estadio Santiago Bernabeu aus den Kleidern zu schütteln, was beim Spiel gegen Mainz noch nicht vollends gelang. "Natürlich hängt uns das Spiel vom Dienstag noch nach, auch wenn es nicht nachhängen sollte. Aber wir sind auch nur Menschen", gestand Müller nach dem Spiel. Wettbewerbsübergreifend warten die Bayern seit vier Partien auf einen Sieg, von den vergangenen sechs Pflichtspielen gewann der Rekordmeister sogar nur eines.

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Das Remis gegen Mainz bezeichnete Hummels mit Blick auf die Partie gegen Dortmund als "Weckruf". "Wir haben nicht die nötige Körpersprache und Härte gegen uns mitgebracht", nannte Hummels die Defizite vor allem im ersten Durchgang gegen die 05er. Nachlässigkeiten, die sich die Münchner im K.o.-Spiel gegen Dortmund nicht erlauben dürfen. "Wir waren in den großen Spielen mental immer voll da. Daher rechne ich damit, dass wir am Mittwoch nicht das Gesicht zeigen, das wir in der ersten Halbzeit gegen Mainz gezeigt haben", bekräftigte der Weltmeister.

Boateng und Martinez zurück

Die guten Nachrichten kommen indes vom Trainingsgelände an der Säbener Straße. Die gegen Mainz noch geschonten Jerome Boateng und Javier Martinez kehrten am Sonntag bei der öffentlichen Einheit der Reservespieler auf den Trainingsplatz zurück. Auch beim am Samstag frühzeitig wegen einer Kapselreizung im Knie ausgewechselten David Alaba besteht Hoffnung auf einen Einsatz. Der österreichische Nationalspieler arbeitete am Sonntag individuell.

Ans Kollektiv appellierte derweil Ersatzkapitän Müller. "Wir müssen durchziehen", forderte der 27-Jährige. "Brust raus! Und zeigen, dass wir da sind." Dann verläuft das Spiel gegen Borussia Dortmund wohl auch wieder den Vorstellungen der Münchner entsprechend.

Aus München berichtet Maximilian Lotz