Zusammenfassung

  • Mit zwei Vorlagen feiert Vincenzo Grifo ein Traumdebüt in der Startelf für seinen neuen Club

  • Der Deutsch-Italiener wechselte im Sommer vom SC Freiburg zu Borussia Mönchengladbach

  • Grifo: "Ich liebe den Fußball. Und das habe ich versucht zu zeigen"

Hoffenheim - Vincenzo Grifo, der Italo-Kicker aus Pforzheim, zeigte seine Grandezza beim 3:1-Auswärtssieg von Borussia Mönchengladbach in Hoffenheim nicht nur auf dem Platz: Nach seinem beeindruckenden Auftritt meinte Grifo: "Es gibt den lieben Gott, der das Glück bringt - heute war das so."

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Grifo war einer der besten Spieler auf dem Platz, er bereitete zwei Tore der Gladbacher vor, das 1:1 von Thorgan Hazard (61.) mit einem schönen Pass und das 2:1 von Matthias Ginter (79.) mit einem Dribbling an den Hoffenheimern Stefan Posch und Dennis Geiger vorbei und anschließendem Tunnelpass durch die Beine von Kevin Vogt.

Auch per Freistoß brandgefährlich: Grifo erwischte einen Sahnetag.
Auch per Freistoß brandgefährlich: Grifo erwischte einen Sahnetag. © imago / Thomas Frey

Ein Neuanfang mit Verspätung

Das Kuriose dabei: Grifo zog sich bei seinem Kunststück einen Krampf zu. „Ja, das stimmt“, lächelte der Techniker, der zudem zwei Mal Abschlusspech hatte: Nach einem gefühlvollen Schlenzer krachte der Ball nur an den Pfosten (21.) und nach seinem noch abgefälschten Freistoß fischte TSG-Torwart Oliver Baumann die Kugel gerade noch so aus dem rechten Tordreieck (33.). Für Grifo war es ein Traumdebüt in der Gladbacher Startelf, auch sein Trainer Dieter Hecking attestierte ihm eine „ausgezeichnete Leistung“. Und Gladbachs Sportchef Max Eberl lobte: „"Das ist eine schöne Geschichte für einen Spieler, der lange auf seine Chance warten musste."

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Es ist ein Neuanfang mit Verspätung, aber mit Ausrufezeichen für den 24-Jährigen, der mit großen Erwartungen im Sommer vom SC Freiburg an den Niederrhein gewechselt war. Dass er erst am zehnten Spieltag zum ersten Mal auf dem Platz stand, hat viele Gründe. Nach der Vorbereitung warf ihn eine Verletzung zurück und danach, so erzählt es Trainer Hecking, habe sich der elegante Spieler im Training nicht so aufgedrängt, wie er sich das gewünscht habe. Nun aber nutzte Grifo seine Chance und sagt: "Ich bin froh, zurück zu sein." Grifo erklärte, er habe nach seiner Verletzung an vielen Schrauben gedreht, auch konditionell habe er viel an sich gearbeitet.

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In Hoffenheim verausgabte er sich bis zum Krampf und empfahl sich als Startelf-Anwärter in der Gladbacher Offensive. "Ich liebe den Fußball", sagt er pathetisch: "Und das habe ich heute versucht zu zeigen." In der vergangenen Woche hatte er noch erklärt: Auch Geld könne nicht trösten, wenn man draußen sitzt. Nun hat sich Grifo mit einer Top-Leistung für die schweren Monate zuvor getröstet.

Vincenzo Grifo kämpfte, ackerte und belohnte sich mit zwei Torvorlagen.
Vincenzo Grifo kämpfte, ackerte und belohnte sich mit zwei Torvorlagen.

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Der Spieler kommt aus der Nachwuchsabteilung der TSG-Hoffenheim, am Samstag saß seine ganze Familie aus dem nahen Pforzheim auf der Tribüne. Bei der TSG gelang ihm der Durchbruch in Liga 1 nicht, den schaffte er erst in Freiburg, wo er sich sogar ins Blickfeld der italienischen Nationalmannschaft gespielt hatte. Nun versucht er in Gladbach wieder an seine Freiburger Glanzzeiten anzuknüpfen.

Grifo: "Ich bin froh, zurück zu sein."

Den Anfang hat er nun in Hoffenheim gemacht. Auch für die Borussia, die mit nun 15 Punkten den Anschluss ans obere Tabellendrittel geschafft und die bittere 1:5-Heimpleite vom vergangenen Wochenende gegen Leverkusen vergessen gemacht hat, bedeuten Leistung und Ergebnis einen Neustart. Das Potenzial in dieser Mannschaft ist groß, auch weil einer wie Grifo durch seine tolle Leistung in Hoffenheim nun den Konkurrenzkampf noch mehr anheizt.

Aus Hoffenheim berichtet: Tobias Schächter