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"Nicht akzeptieren": Kompany mit flammendem Appell gegen Rassismus

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Emotionale Worte im Vorfeld der Partie gegen Eintracht Frankfurt: Vincent Kompany hat sich auf der Pressekonferenz des FC Bayern München zum Rassismus-Vorfall beim Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid geäußert – und einen flammenden Appell für einen anderen Umgang mit dem Thema an einen berühmten Trainerkollegen gerichtet.

Fast zwölf Minuten nahm sich Kompany bei der Pressekonferenz des FC Bayern vor der Partie gegen Frankfurt Zeit, um über ein Thema zu sprechen, das eigentlich nichts mit dem Spiel zu tun hat, aber doch viel mehr bedeutet – nicht nur dem belgischen Coach des Rekordmeisters.

In emotionalen Worten sprach Kompany über den Rassismus-Vorfall unter der Woche in der Champions-League-Partie zwischen Benfica und Real (0:1). Dort soll Madrids Spieler Vinícius Jr. von Gegenspieler Gianluca Prestianni aufgrund seiner Hautfarbe beleidigt worden sein. Es folgten tumultartige Szenen, die Partie stand kurz vor dem Abbruch.

Kompany über Mourinho

Kompany stärkte dem Real-Star nun wortgewaltig den Rücken: "Ich habe es live gesehen. Wenn man die Aktion sieht, kann die Reaktion von Vinícius Jr. nicht gefaked sein. Seine Reaktion ist emotional", betonte der 39-Jährige und fügte hinzu: "Ich sehe keinen einzigen Vorteil für ihn, zum Schiedsrichter zu gehen, und dieses ganze Elend auf seine Schultern zu laden. Für Vinícius gäbe es überhaupt keinen Grund, so etwas zu tun."

Noch schlimmer seien für Kompany allerdings die Reaktionen nach dem Spiel gewesen – besonders die seines berühmten Kollegen José Mourinho: "Er ist der Anführer der Mannschaft und hat den Charakter von Vinícius Jr. attackiert, indem er die Art seines Torjubels thematisiert hat. In Bezug auf Führung ist das für mich ein großer Fehler. Und das ist etwas, das wir nicht akzeptieren sollten", kritisiert Kompany.

"Nach vorn schauen und wachsen"

Dass Mourinho sein Team und seinen Club verteidige, verstehe Kompany – aber der Portugiese habe einen Fehler gemacht. "Das ist etwas, das in der Zukunft hoffentlich nicht noch einmal passieren wird, sodass wir nach vorn schauen und wachsen können – dass wir darauf schauen können, was wir gemeinsam machen können und nicht auf die Dinge, die uns spalten", so Kompany, der ausdrücklich den Umgang mit dem Vorfall unter der Woche angriff und nicht die Person Mourinho im Gesamten.

"Ich habe 100 Menschen getroffen, die mit José Mourinho gearbeitet haben und ich habe nie jemanden etwas Schlechtes über ihn sagen hören. Alle Spieler, die unter ihm gespielt haben, lieben ihn. Du kannst kein schlechter Mensch sein, wenn all deine Ex-Spieler so positiv über dich sprechen. Ich weiß also, dass er eine gute Person ist und will ihn nicht als Mensch verurteilen", sagte Kompany, dem auch die Erwähnung der Lissaboner Vereinslegende Eusébio sauer aufstieß.

Kompany zur Erwähnung Eusébios

"José sagt, dass Benfica nicht rassistisch sein kann, weil der beste Spieler der Clubgeschichte Eusébio ist. Aber weiß er, was schwarze Spieler in den 60er Jahren durchmachen mussten? War er da, um mit Eusébio zu jedem Auswärtsspiel zu reisen?", äußerte Kompany, der seinen persönlichen Bezug zu diesem Thema hervorhob: "Mein Vater ist eine schwarze Person aus den 1960ern, der damals seinen Weg gegangen ist. Damals war ihre einzige Option, still zu sein, nichts zu sagen, darüberzustehen und zehnmal besser zu sein, um ein bisschen Anerkennung zu bekommen. Das ist wahrscheinlich Eusébios Leben."

Heute könnten Spieler wie Vinícius Jr. anders reagieren – und täten dies auch. "Er ist in der Lage, etwas sagen zu können. Es gibt auch heutzutage noch viele Spieler in verschiedenen Ligen – auch in Europa – die keine Stimme haben. Es gibt Spieler in Ungarn, Bulgarien und Serbien, die keine Chance haben, irgendeine Unterstützung zu bekommen, wenn ihnen etwas passiert und sie schwarz sind. Viní ist zumindest in einer Situation, in der er sich diesen Moment nehmen und protestieren kann – weil es vor ihm viele Leute möglich gemacht haben."