Nicht nur die Offensiv-Abteilung um Alcacer, Sancho und Reus konnte gegen Leverkusen überzeugen - © 2019 Getty Images
Nicht nur die Offensiv-Abteilung um Alcacer, Sancho und Reus konnte gegen Leverkusen überzeugen - © 2019 Getty Images
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Reus’ Jubiläum und Alcacers Serie: Borussia Dortmund wieder voll in der Spur

Nach dem kleinen Ausrutscher gegen den 1. FC Union Berlin am 3. Spieltag (1:3) hat Borussia Dortmund im Duell gegen Bayer Leverkusen am Samstagnachmittag ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Nicht nur dank der Matchwinner Marco Reus und Paco Alcacer zeigte der BVB der "Werkself" beim 4:0 die Grenzen auf.

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Vor der Partie hatte sich zunächst vieles auf Julian Brandt fokussiert. Der Dortmunder Neuzugang war erst im Sommer aus Leverkusen gekommen, erwischte beim nervösen Start gegen seine Ex-Kollegen um Kumpel Kai Havertz aber nicht seinen besten Tag. In den Fokus spielten sich ganz andere Protagonisten.

Allen voran Marco Reus. Der Kapitän hatte nach der Niederlage gegen Union noch lautstark eine Trotzreaktion seiner Mannschaft gefordert („Wir müssen zusehen, dass solche Spiele nicht mehr vorkommen“). Und dabei war es Reus selbst, der als gutes Beispiel voranging: Der 30-Jährige trieb das Spiel nicht nur verbal an, sondern war mit einem Doppelpack auch gleich einer der Matchwinner der Partie. Ein Jubiläum war es obendrein: Für Reus war es im 167. Bundesliga-Spiel für den BVB der 100. Sieg.

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Dabei war es längst nicht Reus alleine, der an diesem Nachmittag brillierte: Paco Alcacer etwa setzte in seinem achten Pflichtspiel in dieser Saison (inklusive Nationalmannschaft) bereits seinen zehnten Treffer – auch noch mit einer fulminanten Volley-Abnahme. Der Spanier, der 2019/20 in jedem Spiel getroffen hat, war außerdem entscheidend am 2:0 beteiligt, als er die Hereingabe von Jadon Sancho mustergültig durch die Beine durchlaufen ließ. Ein so einfacher wie genialer Kniff. Der besser postierte Reus konnte hinter ihm einschieben. Und nun hat Alcacer nach seinen ersten 30 Bundesliga-Spielen bereits 23 Tore auf seiner Habenseite. Das gab es in der Historie beim BVB noch nie.

Gerade aber die so oft kritisierte Defensiv-Abteilung des BVB, konnte an diesem Samstag alle Kritiker Lügen strafen. Einige Änderungen hatte Trainer Lucian Favre dabei vorgenommen. Oder besser gesagt vornehmen müssen. Denn auf die kurzfristigen Ausfälle von Lukasz Piszczek und Nico Schulz reagierte der Schweizer mit Achraf Hakimi, der erstmals in dieser Saison die Rechtsverteidiger-Position übernahm. Und gleichzeitig stellte er Raphael Guerreiro, bei Favre eigentlich ausschließlich als Außenstürmer eingesetzt, auf die Linksverteidiger-Position.

Ein Außenverteidiger-Paar mit Zukunft: Raphael Guerreiro und Achraf Hakimi - imago images / Jan Huebner

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Hakimi, der von allen Dortmundern am meisten am Ball war (63 Ballbesitzphasen), konnte sich nicht nur durch seine Vorlage zum 1:0 empfehlen. Und Guerreiro, kurz vor einer Vertragsverlängerung, machte mit seinem Treffer zum 3:0 schließlich den Deckel drauf. Das Außenverteidiger-Pärchen dürfte man nach dieser Vorstellung wohl noch öfter sehen.

Vor allem waren es aber die Ausputzer im Zentrum, die der Leverkusener Offensivabteilung kaum Raum gaben: Thomas Delaney, der auf der Sechser-Position den Aggressive-Leader gab und nicht weniger als 28 Zweikämpfe bestritt (bei einer guten Erfolgsquote von 64 Prozent) sowie Mats Hummels, der seit seiner Rückkehr nach Dortmund sein wohl stärkstes Spiel zeigte, unheimlich viele Situationen entschärfte und extrem gute 71 Prozent seiner Duelle für sich entscheiden konnte.

Mats Hummels lieferte vielleicht die beste Leistung seit seiner Rückkehr zum BVB - imago images / Nordphoto

Und so durften die Schwarz-Gelben zumindest für eine Stunde mal wieder die Luft an der Tabellenspitze schnuppern. In den kommenden Wochen wird sich dann zeigen, wie die Mannschaft auf die regelmäßige Doppel- und Dreifachbelastung reagiert. Bereits am Dienstag steht das Highlight gegen den FC Barcelona auf der Agenda. Die erste Begegnung mit den Katalanen in der Champions League überhaupt. Thomas Delaney fasste es wie folgt zusammen: „Zu Null spielen und jetzt gegen Barcelona: Das sind die schönsten Seiten des Fußballs!“

Karol Herrmann