Alle Fans, egal ob mit oder ohne Behinderung, sollen am Fußballerlebnis teilhaben können - © Lukas Schulze/Bundesliga/DFL via Getty Images
Alle Fans, egal ob mit oder ohne Behinderung, sollen am Fußballerlebnis teilhaben können - © Lukas Schulze/Bundesliga/DFL via Getty Images
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"Barrierefrei ins Stadion" mit dem Bundesliga-Reiseführer

Gemeinsam jubeln – den Lieblingsclub im Stadion anfeuern. Das soll für alle Fußballfans möglich sein. Wie gehörlose, blinde, geistig behinderte oder Fans im Rollstuhl die Bundesliga live erleben, zeigt die vierteilige Filmreihe der DFL Stiftung.

Alle Fans, egal ob mit oder ohne Behinderung, sollen am Fußballerlebnis teilhaben können. Das ist das Ziel der eng zusammenarbeitenden DFL Deutsche Fußball Liga, der DFL Stiftung und der 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga. So hat beispielsweise jeder Club einen Behindertenfanbeauftragten, der sich eigens um die Bedürfnisse von Fans mit Behinderung kümmert. Viele von ihnen sind ehrenamtlich tätig, die Aufgaben reichen dennoch von Anfragen zum barrierefreien Zugang für Rollstuhlfahrer, über Gebärdensprach-Dolmetscher für hörgeschädigte Zuschauer, bis hin zur Zulieferung von Informationen für den von der DFL Stiftung initiierten Bundesliga-Reiseführer "Barrierefrei ins Stadion".

Bundesliga-Reiseführer

In Kooperation mit der Aktion Mensch und der Bundesbehindertenfanarbeitsgemeinschaft ist der Bundesliga-Reiseführer entstanden. Er ist online zu jeder Zeit unter www.barrierefrei-ins-stadion.de verfügbar. Der Reiseführer richtet sich insbesondere an Fans mit Behinderung und enthält Informationen zur barrierefreien An- und Abreise, zu jedem Stadion der Bundesliga, der 2. Bundesliga und der 3. Liga, zu Ansprechpartnern und Sitzplätzen sowie Wissenswertes zum jeweiligen Spielort. Insbesondere vor Auswärtsspielen lässt sich so der Planungsaufwand deutlich reduzieren. Damit den Reiseführer jeder nutzen kann, gibt es das Angebot der DFL Stiftung seit 2017 auch in Leichter Sprache für Menschen mit geistiger Behinderung sowie mit Hörservice für blinde und sehbehinderte Fans.

FC Bayern München

Kim Krämer ist der Behindertenfanbeauftrage des Rekordmeisters, der Vorsitzende des Fanclubs und sitzt selbst im Rollstuhl. Er sagt: "Ich würde fast sagen, unsere Plätze sind besser als die VIP-Plätze." Wie recht er damit hat, zeigt sich spätestens beim ersten Torjubel. Denn auch wenn Fans unmittelbar vor den Rollstuhlfahrerplätzen aufspringen, bleibt die klare Sicht auf das Spielfeld erhalten. Das weiß auch Miriam zu schätzen, die seit ihrer Geburt im Rollstuhl sitzt und seit fünf Jahren eines von über 900 Mitgliedern des Fanclubs Rollwagerl e.V. ist. Obwohl unmittelbar nach dem Tor Fans vor ihr voller Freude aufspringen, hat sie weiterhin eine klare Sicht auf das komplette Spielfeld.

Borussia Dortmund

Pascal ist 30 Jahre alt und seit seiner Geburt gehörlos – ebenso wie 80.000 weitere Menschen in Deutschland. Seit seiner Kindheit ist Pascal Fan von Borussia Dortmund. Heute steht er dem DEAF-Fanclub Dortmund vor und sagt von sich selbst, sein Blut sei nicht rot, sondern schwarz-gelb:

DSC Arminia Bielefeld

im Wohnheim Oetinghauser Weg in Bielefeld ist die Stimmung gelöst. Es ist Wochenende und Fußball ist angesagt. Tobias Dudeck, der hier als Heilerziehungspfleger unter anderem Menschen mit Down-Syndrom betreut, erklärt uns: "Fußball ist hier im Wohnheim allgemein ein großes Thema". Um mit den fußballbegeisterten Bewohnern die Spiele der DSC Arminia Bielefeld besuchen zu können, kontaktiert er den Behindertenfanbeauftragten der Arminia.

SG Dynamo Dresden

Die Stimmung in Dresden ist gut: "Burnic läuft Richtung Strafraum, bringt den Ball zu Koné, der schießt und …Tooor für Dresden." Beinahe das gesamte Stadion springt auf und jubelt. Mittendrin auch Wolfgang. Er trägt Kopfhörer. Denn er ist blind und anders als die meisten anderen Fans hat er das Tor gehört, nicht gesehen. Dafür gesorgt haben zwei gut geschulte Blindenreporter der SG Dynamo Dresden.