Zusammenfassung

  • Arjen Robben könnte auf Schalke seinen 150. Bundesliga-Sieg feiern.

  • Der Niederländer ist ist der torgefährlichste Mittelfeldspieler der Bundesliga-Geschichte.

  • Niko Kovac schwärmt von seinem Routinier und Vollblutprofi.

Köln – In der Kunst stehen Autoren und Musikern Zahlungen für jede Aufführung oder Wiedergabe des eigenen Werkes zu. Diese Vergütung wird Tantieme genannt. Gäbe es im Fußball eine ähnliche Regelung, der Unterhalt der Familie Robben wäre auf Generationen gesichert. Der Star des FC Bayern München prägt seit knapp zehn Jahren das Spiel der Bundesliga und sein Markenzeichen ist weltberühmt. Jeder Fußball-Fan weiß, was gemeint ist, wenn von einem Robben-Tor gesprochen wird. Da ist es auch unerheblich, ob der Niederländer den Treffer wirklich selbst erzielt.

Auch, wenn jede Woche von der Bundesliga bis in die Kreisliga Robben-Tore fallen: Niemand zieht so schön von der Außenbahn nach innen und nagelt den Ball ins lange Eck wie Arjen Robben persönlich. Zahllose seiner bislang 97 Bundesliga-Tore hat der mittlerweile 34-Jährige auf diese Art erzielt. Das Erstaunliche dabei ist, dass seine Gegenspieler eigentlich genau wissen, was gleich kommen wird, aber es ist einfach unglaublich schwer zu verteidigen.

Video: Robbens Signature-Move

Robbens Torquote sucht ihresgleichen

Die Quote des Niederländers ist dabei atemberaubend. Durchschnittlich alle 140 Minuten erzielte Arjen Robben in seiner Bundesliga-Karriere einen Treffer – das ist für Mittelfeldspieler historischer Bestwert. Und die Liste der Bundesliga-Spieler, die im Schnitt noch weniger Zeit für einen Treffer brauchten, liest sich fast wie eine Top-Liste der besten Bundesliga-Stürmer der Geschichte. Nur Gerd Müller, Robert Lewandowski, Pierre-Emerick Aubameyang, Marcio Amoroso, Timo Konietzka, Mario Gomez, Luca Toni, Edin Dzeko, Patrick Helmes und Roy Makaay haben einen besseren Minutenschnitt. Sieben der zehn Spieler waren auch mindestens ein Mal Torschützenkönig in der Bundesliga.

"Ein Arjen Robben in Topform hilft uns natürlich immer weiter." Niklas Süle, FC Bayern München

Helmes und Makaay sind mit 139 Spielminuten pro Tor auch noch absolut in Reichweite. Zumal Robben keineswegs nachlässt: Für seine beiden Treffer an den ersten drei Spieltagen benötigte er nur 214 Einsatzminuten. Bei diesem Schnitt ist es auch nur eine Frage der Zeit, bis Robben sein 100. Bundesliga-Tor erzielt. Er wäre nach Robert Lewandowski erst der zweite Ausländer in der Geschichte des Rekordmeisters, der diese Marke knackt.

>>> Robben nach dem 3. Spieltag im Interview

Als Niko Kovac im Sommer der Süddeutschen Zeitung ein Interview gab, schwärmte er in den höchsten Tönen von seinem Routinier: "Ich hatte schon viel von ihm gehört, aber er hat alle Erwartungen um ein Vielfaches übertroffen. Was dieser Mann jeden Tag für seinen Beruf tut, ist faszinierend. So einer kann jungen Spielern was vorleben", so der neue Trainer der Bayern.

Video: Bayerns Auftaktsieg gegen Hoffenheim

Holt sich Robben den Bundesliga-Rekord?

Dabei wirkt Robben lockerer als in den Jahren zuvor. "Ich bin jetzt 34 Jahre alt und versuche, jeden Moment zu genießen. Manchmal musst du realisieren, wie glücklich du bist, dass du jedes Spiel hier in einer vollen Allianz Arena spielen kannst. Dann musst du das auch genießen", erklärt der Vater von drei Kindern. Und dann fügt er einen Satz an, der wie eine Kampfansage klingt: "Ich fühle mich sehr, sehr fit. Dann kann ich Spaß haben am Spielen."

Spaß möchte Robben auch am Wochenende auf Schalke haben. Dann könnte er seinen 150. Bundesliga-Sieg im 193. Spiel feiern – so schnell erreichte kein anderer Akteur der Historie diese Marke. Stilecht wäre es natürlich, wenn der Vize-Weltmeister von 2010 den Erfolg mit einem klassischen Robben-Tor einleiten würden. Überraschen würde das jedenfalls niemanden. Weder Mit- noch Gegenspieler.

Florian Reinecke