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1. FC Union Berlin: Als Tabellenführer in den Jahresendspurt

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Mit einem Sieg in letzter Sekunde konnte der 1. FC Union Berlin am Sonntagnachmittag die Tabellenführung erfolgreich verteidigen. Nun stehen für die Köpenicker die Wochen der Entscheidung an - sowohl in der Bundesliga als auch in der Europa League wird es ein spannender Endspurt.

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Eigentlich hätte man meinen können, dass Waldemar Antons Siegtreffer für den VfB Stuttgart gegen den FC Augsburg in der 91. Minute der späteste Treffer des 12. Bundesliga-Spieltags war – wenn da nicht sonntags noch der 1. FC Union Berlin gewesen wäre. In der siebten Minute der Nachspielzeit setzte sich Verteidiger Danilho Doekhi von der Gladbacher Defensive ab und köpfte die Berliner zurück an die Tabellenspitze. Der Treffer in 97. Minute war das späteste Tor in Unions Bundesliga-Geschichte. "Das ist ein spezieller Moment für mich. Und ich widme ihn auch den Fans. Wir hatten noch die eine Chance am Ende und wollten alles geben. Der Ball kommt gut rein und ich bin in guter Position, den Rest haben alle gesehen. Jetzt bin ich super happy mit dem Siegtor", freute sich der 24-Jährige.

Durch den Sieg kehrte Union zurück an die Tabellenspitze, die aktuelle 26 Punkte sind für die Berliner nach zwölf Bundesliga-Spieltagen natürlich Rekord, auch in der 2. Bundesliga hatten die Eisernen zu diesem Saisonzeitpunkt nie so viele Zähler auf dem Konto. Wie wuchtig die Köpenicker trotz Dreifachbelastung auch noch in der Schlussphase sein können, bewiesen sie gegen Gladbach eindrucksvoll. Alleine in der Schlussviertelstunde lagen sie mit 6:0 Torschüssen vorne, liefen insgesamt fast sieben Kilometer mehr (117,9:111) und zogen deutlich mehr Sprints an als die Borussia (204:158). "Die Mannschaft hat bis zum Schluss daran geglaubt und es dann gepackt. Wir waren wieder einmal unermüdlich und haben unser Gesicht gezeigt. Jetzt freuen wir uns auch für die Fans, unser Ziel bleibt aber immer noch das Gleiche", so Union-Trainer Urs Fischer nach der Partie.

Doekhi köpft Union in der Nachspielzeit zum Sieg - Oliver Hardt/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images

Entscheidende Wochen im Endspurt

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19 von insgesamt 23 Pflichtspielen hat Union in dieser Saison schon hinter sich - wovon sie nur vier Partien verloren. Der Spagat zwischen Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League meisterte das Fischer-Team bisher sehr gut und verzeichnete auch nur wenig Ausfälle. Die Dreifachbelastung ist in der Hauptstadt schließlich schon seit letzter Saison bekannt.

Die erste große Entscheidung steht bereits am Donnerstagabend in der Europa League an. Nach dem knappen 1:0-Erfolg gegen den SC Braga zog Union an den Portugiesen vorbei, ein Remis gegen Saint-Gilloise würde zumindest die Conference League bedeuten. Mit einem Sieg könnte man in der Hauptstadt erstmals den Einzug ins Achtelfinale der Europa League feiern. Sollte das Team bis Donnerstag regeneriert haben, ist angesichts der aktuellen Form definitiv etwas drin.

Showdown für die Bundesliga-Clubs im Europapokal

Ähnlich schwer werden auch die Aufgaben in der Bundesliga bis zur WM-Pause: Mit Bayer 04 Leverkusen und dem FC Augsburg stehen zwar zwei Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte auf dem Spielplan, beide sind aber immer für eine Überraschung gut. Sollte Leverkusen vor der Pause wieder in Schwung kommen, gilt höchste Alarmstufe. Die Werkself hat schließlich einen Kader, der eigentlich für die Spitzengruppe gemacht ist. Auch der FCA zeigte in dieser Saison, dass er die Großen ärgern kann, wie beim 1:0-Sieg gegen den FC Bayern.

Beim SC Freiburg wird es zum Abschluss des 15. Spieltag direkt vor der Winterpause noch mal besonders schwer, denn je nach Konstellation könnte es ein direktes Duell werden – so oder so muss Union jedes Spiel bestehen, um die Tabellenspitze zu halten, denn der FC Bayern lauert nur einen Punkt hinter den Eisernen.

Der große Jahresendspurt verspricht besonders beim Tabellenführer Union Berlin Spannung pur. Dass die Köpenicker dafür gewappnet sind, zeigten sie bisher in allen drei Wettbewerben eindrucksvoll. Und für eine spielentscheidende Überraschung kann man an der Alten Försterei immer wieder sorgen, wie Doekhi erst jüngst bewiesen hat.