
Köln und Gladbach wollen raus aus dem Nebel!
Die Sicht ist getrübt am Rhein. Sowohl der 1. FC Köln als auch Borussia Mönchengladbach haben zum Saisonstart etwas die Orientierung verloren. Nun führt der Weg der beiden Rivalen direkt ins Derby – und für einen von ihnen könnte er dort eine ganz neue Richtung nehmen.
Vier Spieltage sind gespielt, doch noch ist vieles im Nebel. Der 1. FC Köln holte nach dem 3:2-Auftaktsieg gegen Hoffenheim nur noch einen Punkt, Borussia Mönchengladbach wartet sogar noch ganz auf die ersten Zähler und hat damit zum zweiten Mal in der Bundesliga-Geschichte die ersten vier Saisonspiele allesamt verloren. Die Fohlen kassierten dabei satte 16 Gegentore – in allen vier Spielen mindestens drei. Köln kommt auf neun Gegentreffer und damit auf die schwächste Zwischenbilanz seit der Abstiegssaison 2017/18.
Dabei ist zum Herbstanfang nicht alles so düster, wie es scheint. Bei Expected-Goals und Torschüssen gehören beide Teams zur besseren Hälfte der Bundesliga. Nur fehlt einfach die Klarheit vor dem Tor: Bei Abschluss-Effizienz und Trefferquote stehen Köln und Gladbach ganz unten.

Ein Derby, um den Nebel zu lichten
Für den FC verdunkelten der Test bei Viktoria Köln und die Verletzungen von Thijs Dallinga und Ragnar Ache die Stimmung weiter. Der niederländische Neuzugang sprach bei Instagram sogar von einem "Albtraum". Für Lichtblicke könnten jetzt aber die zurückkehrenden Nationalspieler sorgen: Mikey Moore überzeugte als Kapitän der englischen U20, Ísak Jóhannesson zeigte sich für Island formverbessert und Saïd El Mala feierte unter Jürgen Klopp sein Debüt für die deutsche A-Nationalmannschaft.
Der 20-Jährige Dribbler gab bisher auch die meisten Kölner Torschüsse ab, wartet aber noch auf sein zweites Saisontor. Warum also nicht ausgerechnet gegen seinen Jugendclub? Beim vergangenen Heimderby traf er beim 3:3 bereits nach vier Minuten – und Köln blieb damit auch im vierten Heimderby in Folge ungeschlagen. Der letzte Gladbacher Sieg im RheinEnergieStadion liegt sechs Jahre zurück.
René Wagner weiß ohnehin um die Kraft dieses besonderen Duells. Nach dem Hoffenheim-Sieg sei er "auf Wolken" durch Köln gelaufen. Jetzt will er "ein Feuerwerk abreißen" und gibt gegenüber dem WDR zu: "Wir haben alle Bock auf das Spiel."
"Ein Geschenk"
Auf der anderen Seite steht Alexander Blessin als erster Gladbach-Trainer ausgerechnet im Derby vor seiner Premiere. "Ich weiß, dass das auch für die Fans extrem viel bedeutet und man mit einem Spiel natürlich auch gleich viel ändern kann. Das Mitzuerleben an vorderster Front ist ein Geschenk. Ich stelle mich der Verantwortung und freue mich einfach darauf", sagte er zu Sky Sport.
Genau darum geht es am Rhein. Beide Mannschaften brauchen Klarheit, beide sehnen sich nach einem Lichtblick – und beide wissen, dass ein Derby mehr bewegen kann als nur die Tabelle. Noch ist die Sicht am Rhein getrübt. Doch hinter dem Nebel wartet die Sonne – und vielleicht bricht sie am kommenden Sonntagnachmittag für einen der beiden Rivalen durch.