Zusammenfassung

  • Jonas Hector bekennt sich zum 1. FC Köln und verlängert seinen Vertrag

  • "Es wäre problemlos möglich gewesen, nach dieser Saison zu einem anderen Verein zu wechseln. Aber für mich fühlte sich das nicht richtig an."

  • Seit 2012 geht es steil bergauf für den Linksfuß - der Nationalspieler ist im Sommer bei der WM im Einsatz

Köln - Deutschlands bester Linksverteidiger will den wohl unvermeidlichen Betriebsunfall wieder korrigieren: Nationalspieler Jonas Hector hat sich zum 1. FC Köln bekannt und wird mit dem Club auch den fast sicheren Gang in die 2. Bundesliga antreten.

Der 27-Jährige macht keinen Gebrauch von seiner Ausstiegsklausel und verlängerte seinen Vertrag beim FC stattdessen um zwei weitere Jahre bis 2023. Das teilte der Tabellenletzte am Montag mit.

Wechsel "fühlte sich nicht richtig an"

"Es wäre problemlos möglich gewesen, nach dieser Saison zu einem anderen Verein zu wechseln", sagte Hector: "Aber für mich fühlte sich das nicht richtig an. Ich gehöre zum FC und will mit dem Team und unseren Fans im Rücken in der neuen Saison wieder voll angreifen." ​

Hector ist zwei Monate vor der WM in Russland Stammspieler in der Nationalmannschaft, sein Abgang galt auch aufgrund einer recht niedrigen Ausstiegsklausel als höchst wahrscheinlich. Stattdessen will der Saarländer nun helfen, den entstandenen Schaden in Köln zu reparieren. Auch FC-Ikone Lukas Podolski war 2004/2005 mit den Geißböcken als Nationalspieler in die 2. Bundesliga gegangen.

"Ich gehöre zum FC und will mit dem Team und unseren Fans im Rücken in der neuen Saison wieder voll angreifen." Jonas Hector

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Am Sonntag hatte der FC durch das 2:2 (1:2) gegen Schalke 04 wohl auch die letzte Chance auf den Klassenerhalt verspielt, drei Spieltage vor Schluss beträgt der Rückstand auf den Relegationsrang acht Punkte.

"Sein Bekenntnis ist ein großartiges Signal"

"Jonas ist ein außergewöhnlicher Spieler und ein außergewöhnlicher Mensch, wie es sie im heutigen Profifußball selten gibt", sagte FC-Sportchef Armin Veh: "Sein Bekenntnis zum FC ist ein großartiges Signal für die Mannschaft, den Verein und unsere Fans."

Mit dem kölschen Hashtag #DurchEtFüer feierten Anhänger und Club am Montag Hectors Entscheidung, angelehnt an eine Zeile der Vereinshymne. "Wir gehen mit dir, wenn es sein muss, durch das Feuer", heißt es da - und Hectors Bekenntnis könnte dem ein oder anderen Leistungsträger, der noch mit sich ringt, eine Entscheidungshilfe sein. Allen voran Torwart Timo Horn, Verteidiger Dominique Heintz und Flügelspieler Leonardo Bittencourt sind begehrt und wohl recht günstig zu haben.

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Als einziger deutscher Nationalspieler hat Hector eine Ausnahmestellung im Kader der Kölner. Mit ihm in der Startelf holte das Team in dieser Saison doppelt so viele Punkte wie ohne seine Hilfe. Schon rund um die EM 2016 hatte der große FC Barcelona Interesse an einer Verpflichtung, doch Hector blieb. Nun war die Liste möglicher neuer Arbeitgeber des Linksverteidiger wieder lang und prominent - doch Hector bleibt.

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"Es geht eben auch um meine Person und darum, in welcher Situation ich glücklich bin. Und das bin ich hier", sagte Hector. Zudem empfindet er offenbar eine tiefere Verbindung zum Verein, auf die die Fans zuletzt allenfalls vorsichtig gebaut hatten: "Der 1. FC Köln hat mir den Weg von der Regionalliga bis in die Nationalmannschaft ermöglicht." Hector war 2010 vom saarländischen Club SV Auersmacher zum 1. FC Köln gekommen. Nach zwei Jahren in der U21 rückte er 2012 in den Profikader auf.

Seitdem ging es steil bergauf für den heute 27-Jährigen: Seit seinem Debüt für das DFB-Team im November 2014 ist Hector die Stammkraft hinten links. Im Jahr 2015 verpasste er keine Länderspiel-Minute, bei der EM 2016 war er maßgeblich am Einzug ins Halfinale beteiligt - im Viertelfinale gegen Italien verwandelte er als neunter und letzter deutscher Schütze im Elfmeterschießen den entscheidenden Elfer, er hatte in seiner Profikarriere zuvor noch nie einen Elfmeter geschossen.

Nach dem Erfolg im Confed-Cup 2017 fährt Hector nun erneut mit Deutschland nach Russland - als vorläufiger Höhepunkt seiner Karriere steht die Teilnahme bei der Weltmeisterschaft auf dem Plan.