
"In einem Spiel ist alles möglich" – FCH glaubt an die Sensation in München
Bei einer Niederlage wäre der Abstieg ganz nah gewesen, aber der 1. FC Heidenheim liefert in seinem "Endspiel" ab: Mit dem 2:0-Erfolg gegen den FC St. Pauli kehrt auf der Ostalb doch noch die Hoffnung auf den Klassenverbleib zurück.
"Es hilft nur ein Erfolgserlebnis! Entsprechend müssen wir es hinbekommen, dass wir diese Situation und den Druck von uns fernhalten", sagte Frank Schmidt vor dem von ihm propagierten "Endspiel" gegen den FC St. Pauli.
Nur 19 Zähler hatte der 1. FC Heidenheim 1846 nämlich vor dem Duell mit den Kiezkickern auf dem Konto – sieben weniger als der FCSP auf dem Relegationsrang. Mit einer Niederlage wäre der Abstieg nach drei Jahren Bundesliga besiegelt gewesen.
Der FCH kämpfte gegen den FCSP, was das Zeug hielt – agierte extrem aggressiv gegen den Ball und zeigte unter anderem bei seinen schnellen Kontern auch die von Schmidt geforderte Lockerheit im Spiel nach vorne. Mit dem 2:0-Erfolg und der zeitgleichen Punkteteilung Wolfsburgs können Schmidt und sein FCH wieder an der Sensation Klassenverbleib schnuppern.

"Das Zu-Null ist die Krönung"
Sprichwort Lockerheit: "Wir haben diese Woche seit langer Zeit mal keine Standards trainiert", lachte Schmidt nach dem Sieg: "Und dann machen wir sofort ein Eckball-Tor!"
In der dritten Minute war das, als Budu Zivzivadze aus kurzer Distanz zum 1:0 für den Tabellenletzten einnetzte. Der Georgier traf im dritten Bundesliga-Spiel in Folge und trägt damit eine ganze Menge zur immer größeren Hoffnung der Heidenheimer bei: Von den letzten fünf Spielen hat der FCH nur eines verloren – vergangene Woche, auswärts beim starken Europa-League-Halbfinalisten Freiburg.
Zudem ist das 2:0 gegen den FCSP eine Saison-Premiere der Schmidt-Elf, die für die letzten drei Spiele noch mehr Mut macht: Es war die erste Partie ohne Gegentreffer in dieser Bundesliga-Saison. "Das Zu-Null ist die Krönung", sagte Diant Ramaj, der aufgrund der starken Defensive Heidenheims nicht viel Arbeit zu verrichten hatte.

"Wir müssen uns mit allem wehren, was wir können"
"Wir haben sehr entschlossen verteidigt und wenig zugelassen. Heute haben wir so verteidigt, wie man verteidigen muss", sagte Schmidt und schob leicht grinsend hinterher: "Es wäre tragisch gewesen, ohne Zu-Null aus der Saison zu gehen."
Ob Ramaj am 32. Spieltag wieder eine Weiße Weste holen kann, muss aber angezweifelt werden: Es geht zum übermächtigen Deutschen Meister nach München, der in dieser Saison bereits 113 Treffer erzielt hat. Aber die Weiße Fahne wird dennoch sicherlich nicht gehisst bei den Heidenheimern.
"Wir müssen uns mit allem wehren, was wir können. Es muss ganz viel zusammenkommen gegen die Bayern", sagte Schmidt und schob hinterher: "Wir müssen in München schaffen, was wir zu Hause schon mal geschafft haben.": Im April 2024 bezwang der freche Aufsteiger und Underdog den übermächtigen FCB mit 3:2.
"In einem Spiel ist alles möglich
"Sollte es uns gelingen, in München etwas mitzunehmen, dann haben wir vielleicht noch Chancen auf den Relegationsplatz. Es heißt 'Fußball-Spiel' – und in einem Spiel ist alles möglich", sagte Schmidt, der selbst genau einschätzen kann, über welche geringe theoretische Chance er da eigentlich redet.
"Klar werden mich nun einige für verrückt halten. Aber man kann alles erreichen, wenn man zusammenhält", ist sich Schmidt nach dem Heimdreier gegen St. Pauli dennoch sicher. Während der Coach, der seit fast 20 Jahren beim FCH unter Vertrag steht, bei vier Zählern Rückstand auf den FCSP davon ausgeht, dass sein Team in dieser Saison "fast neun Punkte" – von neun möglichen – holen muss, um noch auf den Relegationsplatz zu klettern, winkte sein Boss Holger Sanwald, gezeichnet vom spannenden Endspiel gegen die Kiezkicker, sofort ab: "Ich rechne nicht mehr."
Rechnung hin, Rechnung her – eines ist für den FCH in diesen entscheidenden Wochen klar: Es helfen nur noch Erfolgserlebnisse. Die mit Leistungen wie gegen die Kiezkicker gegen Köln, Mainz – und vielleicht sogar in München – dennoch möglich sind.
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