Anzeige
Will den Karlsruher SC zurück in die Bundesliga führen: Maximilian Senft
Will den Karlsruher SC zurück in die Bundesliga führen: Maximilian Senft - © IMAGO/HMB Media/Yannis Dreimann
Will den Karlsruher SC zurück in die Bundesliga führen: Maximilian Senft - © IMAGO/HMB Media/Yannis Dreimann
2. Bundesliga

Vom Pokertisch an die Seitenlinie: Senft startet KSC-Neuanfang

Maximilian Senft hat als neuer Trainer des Karlsruher SC ambitionierte Ziele mit dem Traditionsverein. Dabei profitiert der 37-Jährige auch von den Erfahrungen aus seiner früheren Karriere als Profi-Pokerspieler.

Rund sechseinhalb Jahre stand Christian Eichner als Cheftrainer an der Seitenlinie des Karlsruher SC. Zuvor war er bereits mehrere Jahre als Spieler sowie als Jugend-, Co- und Interimstrainer für den Verein tätig. Bei den Badenern prägte er eine Ära. Dennoch entschied sich der Traditionsverein im April dieses Jahres, die Zusammenarbeit im Sommer zu beenden. Für Eichner endete damit nach eigener Aussage "die schönste Zeit meines Lebens".

Vier Tage nach dem letzten Spieltag der vergangenen Saison präsentierte der KSC schließlich Eichners Nachfolger: Maximilian Senft. Der 37-jährige Österreicher tritt ein schweres Erbe an, zeigt sich aber entschlossen, ebenfalls eine Ära zu prägen – mit einer "neuen Fußballidee".

Bock auf 2. Bundesliga?! 🎉

Mit Hochgeschwindigkeitsfußball in Richtung Bundesliga?

Was es mit dieser Idee auf sich hat, verriet Senft der österreichischen Presseagentur APA. Der Wiener, der erstmals ein Traineramt in Deutschland übernimmt und nach seiner Zeit als Co-Trainer beim damaligen englischen Zweitligisten FC Barnsley zum zweiten Mal im Ausland tätig ist, möchte beim KSC einen "hochintensiven Spielstil mit sehr vielen Sprintmetern" etablieren.

Mit einem im Sommer verjüngten Kader will der Absolvent des Masterstudiengangs "Training & Sport" der FH Wiener Neustadt die ambitionierten Ziele des Vereins erreichen. Bis 2030 soll der KSC zu den 20 besten Clubs in Deutschland gehören. "Ich bin total davon überzeugt, dass das in vier Jahren möglich ist", zeigte sich der Österreicher entschlossen.

KSC-Präsident Holger Siegmund-Schultze unterstrich, dass Senft für dieses Vorhaben genau der Richtige ist: "Wir sind sicher, dass wir mit unserem Cheftrainer Maximilian Senft ein neues Level erreichen können. Ich persönlich bin mir sogar sicher, dass wir am Ende dieses Kapitels in der Bundesliga spielen werden."

Maximilian Senft (rechts) im Gespräch mit Gerhard Struber während seiner Zeit beim FC Barnsley - John Patrick Fletcher via www.imago-images.de

Poker als Schule für den Trainerjob

Den großen Erwartungen in Karlsruhe will Senft natürlich gerecht werden. Zwar war der Wiener selbst nie Fußball-, sondern Poker-Profi, doch die Erfahrungen aus dieser Zeit sollen ihm auch bei seiner Arbeit als Trainer helfen. Denn wie Senft gegenüber der APA erklärte, gibt es zwischen den beiden Sportarten durchaus Parallelen.

Die wichtigste Lehre, die er aus seiner Poker-Karriere mitgenommen hat, sei "die Beurteilung der Qualität meiner Entscheidungen nicht von Resultaten abhängig zu machen." Am Pokertisch könne man trotz der besseren Ausgangslage verlieren, "obwohl du eine clevere Entscheidung getroffen hast", erklärt Senft, der 2014 auf dem Höhepunkt seiner Karriere bei der "World Series of Poker" in Las Vegas Platz elf belegte und sich damit ein Preisgeld von 565.000 Dollar (umgerechnet rund 489.700 Euro) erspielte.

Eine ähnliche Situation gebe es auch im Fußball, der als "Low-Scoring-Game" stark vom Zufall beeinflusst werde. Ergebnisse und die daraus entstehenden Dynamiken müsse man zwar berücksichtigen, Gleichzeitig dürfe man sich nicht von diesen Resultaten und den damit verbundenen Emotionen leiten lassen. "Das ist etwas, das im Poker auch sehr, sehr wichtig ist."

Senft vor Zweitliga-Premiere: "Riesenprivileg"

Entsprechend zurückhaltend formuliert der 37-Jährige die eigenen Ziele für den Saisonbeginn. "Es geht in den ersten Wochen darum, stabile Ergebnisse zu bringen und gleichzeitig in der Idee zu wachsen", erklärte Senft. Der erste Schritt auf diesem Weg soll am 1. Spieltag gegen Bielefeld (Samstag, 13 Uhr) erfolgen.

Seiner Premiere als Zweitliga-Coach blickt der Österreicher voller Vorfreude entgegen. Für ihn sei es ein "Riesenprivileg, aber auch eine Herausforderung, der ich gewachsen bin." Und wer weiß: Vielleicht pokern Senft und der Karlsruher SC gar nicht zu hoch – und schaffen schon in der neuen Saison nach dann 18 Jahren Abstinenz die Rückkehr in die Bundesliga.

Weitere Videos