2. Bundesliga

Die Bundesliga freut sich auf den VfL Bochum!

Ein Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet muss in die 2. Bundesliga - dafür meldet sich ein anderer zurück. Nach elf Jahren Abstinenz steigt der VfL Bochum 1848 wieder in die Bundesliga auf. Eine emotionale und bemerkenswerte Saison endet mit der Rückkehr ins Oberhaus des deutschen Fußballs.

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Ein paar Tage werde er benötigen, um zu realisieren, was passiert war, ließ Thomas Reis nach dem Aufstieg wissen. Der 47 Jahre alte Trainer des VfL Bochum hatte den ersten großen Triumph seiner Trainer-Laufbahn gerade geschafft - doch so recht wollte er das nicht begreifen. In seiner ersten Saison als Coach eines Männer-Profi-Teams gelang dem einstigen Bundesliga-Spieler des VfL, was die Stadt und der Club sehnlichst erhofft hatten.

Reis, 2019 gekommen, um den Verein vor dem Abstieg zu retten, formte aus dem Team eine Einheit, die mental und phsysisch so stark wurde, dass sie scheinbar in der Lage war, jeden noch so großen Rückschlag wegzustecken. Ging eine Partie verloren, gewann das Team die folgende Begegnung. Ging ein Gegner in Führung, gab es darauf meist eine passende Antwort.

Christopher Antwi-Adjej trägt ab der kommenden Saison das VfL-Trikot - IMAGO / Team 2

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Der VfL hat bewiesen, dass er ein verdienter Aufsteiger ist. Ohne wesentliche personelle Veränderungen hat die Mannschaft nach der Corona-Pause im Frühjahr 2020 einen Aufschwung geschafft, der etwas mehr als ein Jahr nach dem Re-Start der beiden Profi-Ligen mit der Rückkehr in die Bundesliga endete.

Während der Aufstiegstrainer nun ein paar Tage hochverdienten Urlaubs genießen darf, beginnt für die Chefetage die geschäftigste Phase des Jahres. Die beiden Geschäftsführer Ilja Kaenzig und Sebastian Schindzielorz arbeiten mit Hochdruck am Kader für die neue Saison, der - Stand jetzt - zum Großteil zusammengehalten wird. Die Leistungsträger bleiben an Bord, zuletzt wurden die Verträge von Danny Blum und Milos Pantovic verlängert.

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"Ablösesummen können wir nicht zahlen", umreißt Kaenzig die Bochumer Ausgangslage auf dem Transfermarkt: "Wir müssen kreativer und schneller sein als andere. Diese Strategie hat mein Kollege Sebastian Schindzielorz perfekt umgesetzt." Zum Beispiel mit dem Transfer von Christopher Antwi-Adjej vom SC Paderborn.

Der 27-jährige Hagener kommt mit der Erfahrung aus 34 Bundesliga-Spielen und einem Länderspieleinsatz für Ghana an die Castropper Straße und erweitert vor allem die Hochgeschwindigkeitsabteilung des VfL. Bei einem Sprint mit 36,43 km/h setzte Gerrit Holtmann in der abgelaufenen Saison die ligaübergreifende Speed-Bestmarke.

Bis zum Saisonstart im August gilt es nun, die zusammengewachsene Aufsteiger-Truppe in möglichst vielen weiteren Aspekten auf Bundesliga-Niveau zu bringen. Als Beispiel dient dabei Nachbar Bielefeld. Am Klassenerhalt der Arminia habe man gesehen, "was Geschlossenheit bewirken kann", so Kaenizg. Einen weiteren Beweis dafür will Bochum 2021/22 gerne selbst antreten.