
"Etwas Cooles auf die Beine stellen": Sandro Wagner stellt sich bei Hannover 96 vor
Nach dem 2:1 gegen den VfL Bochum stellt sich Hannovers neuer Cheftrainer Sandro Wagner bei der Pressekonferenz vor. Der ehemalige Augsburg-Trainer hat mit den Niedersachsen viel vor.
"Wichtig war uns, bei allen handelnden Personen jemanden zu sehen, der Hannover 96 ebenfalls als Chance begreift und nicht groß überredet werden muss", erklärte Hannovers Geschäftsführer Jonas Boldt die Herangehensweise bei der Trainersuche. Sandro Wagner ist genau dieser hungrige und reflektierte Trainertyp, der bei dem Traditionsverein aus Niedersachsen erneut angreifen will und die Nachfolge von Christian Titz antritt.
Am Montag nach dem 2:1-Heimsieg gegen den VfL Bochum stellte sich Wagner den Medienvertretern vor. Der 38-Jährige verspürt große Energie, den Zweitligisten wieder näher an die Aufstiegsplätze zu führen: "Vor den Zuschauern möchte ich etwas entfachen. Es war einfach ein tolles Gefühl. Darauf habe ich Lust und richtig Bock auf die Aufgabe. Ich habe mir in den vergangenen Wochen und Monaten viel angeschaut, gerade die 2. Bundesliga und vor allem Hannover 96."

Sandro Wagner: "Lars Barlemann hat jetzt ein Essen bei mir gut"
Der Sieg vom vergangenen Wochenende ist Wagner natürlich nicht entgangen. Unter Interimstrainer Lars Barlemann gelang den Roten ein Befreiungsschlag nach zuvor nur einem Sieg aus fünf Spielen. "Gestern war ich natürlich zum ersten Mal so halb offiziell Hannover-96-Fan und habe zu Hause die Daumen gedrückt. Lars Barlemann hat jetzt ein Essen bei mir gut. Die drei Punkte waren sowohl tabellarisch als auch für das Gefühl vor einer solch langen Pause sehr wichtig", so Wagner.
Die Hannoveraner kletterten auf Rang zehn und erleichtern Wagner somit den Start in seine neue Aufgabe. "Es gibt fast nichts Schöneres als drei Punkte und einen Sieg. Auch für die Mitarbeiter und Spieler ist es nach einem Trainerwechsel gar nicht so einfach", kommentiert Wagner.
Aufstiegsambitionen bei Hannover 96 bleiben
Nachdem die 96er in der abgelaufenen Saison knapp den Aufstieg verpassten, soll es in diesem Jahr endlich hochgehen. Die Voraussetzungen sind aus Sicht von Sandro Wagner klar vorhanden: "Wenn man sich mit einem neuen Arbeitgeber auseinandersetzt, gibt es viele Argumente: mehr als 40.000 Zuschauer, das Stadion ist cool, die Stadt ist cool. Es ist jetzt das achte Jahr in der 2. Bundesliga. Da fragt man sich: Warum und wieso? Je mehr ich mich mit der gesamten Thematik auseinandergesetzt habe, desto mehr Lust habe ich darauf bekommen, hier zu starten und das anzugehen."
Und weiter: "Von den Fans, den Zuschauern und den Menschen im Umfeld geht hier schon eine ganz schöne Wucht aus. Ich habe Lust darauf, hier gemeinsam hoffentlich etwas Cooles auf die Beine zu stellen. Druck oder eine Last verspüre ich tatsächlich überhaupt nicht. Das Fußballspiel ist einfach etwas so Schönes. Das soll auch eine gewisse Leichtigkeit mit sich bringen."
Wagner setzt auf Ballbesitz und Aggressivität
Wagner bringt die nötige Siegermentalität mit, um das Vorhaben Aufstieg in die Tat umzusetzen. Von ihrem Grundsatz, einen dominierenden Fußball spielen zu wollen, rücken die Hannoveraner auch nach der Ära Titz nicht ab. Wagner skizziert: "Wir wollen aber weiterhin aktiv sein. Ballbesitz ist das, was mir gefällt. Eine gute Aggressivität gegen den Ball und das Gegenpressing sind sehr wichtig. Es geht auch darum, die Strafraumbesetzung hochzufahren."
In der vergangenen Spielzeit erzielte Hannover 60 Tore, die zweitmeisten hinter Bundesliga-Aufsteiger Elversberg (64). Bisher sind es nach sechs Spieltagen nur sieben Treffer. Ein Aspekt, der unter dem früheren Bundesliga-Stürmer wieder besser werden soll.
Nach seinem Bundesliga-Engagement beim FC Augsburg geht Wagner einen Schritt zurück in die 2. Bundesliga und will erneut beweisen, dass er ein großes Trainertalent ist. Wenn mit "etwas Cooles" die Bundesliga-Rückkehr gemeint ist, würden auch an Wagners Talent keinerlei Zweifel mehr bestehen.