Grund zur Freude: Simon Terodde schießt den Hamburger SV zum Arbeitssieg gegen die Würzburger Kickers - © Frank Scheuring via www.imago-images.de/imago images/foto2press
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2. Bundesliga

Fünfter Sieg im fünften Spiel: Der Hamburger SV ist dank Simon Terodde auf Aufstiegskurs

Eine anstrengende, aber durchweg erfolgreiche Woche hat der Hamburger SV am Samstag perfekt gemacht: Nach verdientem Rückstand gegen Tabellenschlusslicht FC Würzburger Kickers feierte die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune noch einen 3:1-Arbeitssieg und bleibt somit weiterhin ohne Verlustpunkt. Fünf Siege in fünf Spielen – der Spitzenreiter der 2. Bundesliga ist nach der perfekten Englischen Woche mit neun Punkten auf Aufstiegskurs.

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Großen Anteil hatte daran gegen die Unterfranken jemand, den der HSV genau für solche Dinge eingekauft hatte: Nach schwacher erster Hälfte war es Torjäger Simon Terodde, vor der Saison vom 1. FC Köln zu den Hanseaten gewechselt, der die Gastgeber im Volksparkstadion auf die Siegerstraße geschossen hatte. In klassischer Manier eines Strafraumstürmers nutzte er die wenigen Räume, die Würzburg ihm bot: Erst erzielte Terodde aus der Drehung den Ausgleich (65.), dann stand der dreifache Torschützenkönig der 2. Bundesliga goldrichtig und brachte mit seinem sechsten Saisontreffer die erlösende Führung für den Favoriten (82.), der in der Nachspielzeit durch Kapitän Tim Leibold die Entscheidung herbeiführte (90.+2).

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"Wir haben uns in der 1. Halbzeit sehr schwergetan. Würzburg hat aggressiv verteidigt und uns aktiv gepresst, davon haben wir uns etwas überraschen lassen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann die Positionen besser gehalten, hatten dadurch mehr Räume und konnten unsere Chancen dann auch nutzen. Wichtig war, dass wir nicht hektisch geworden sind, sondern geduldig weitergespielt und den Druck hochgehalten haben. Aber es war ein hartes Stück Arbeit", sagte Terodde, in den vergangenen Jahren bereits mit dem VfB Stuttgart und dem 1. FC Köln aufgestiegen, nach dem fünften Hamburger Sieg im fünften Saisonspiel. Mit 15 Punkten thront der HSV, der unter der Woche im Nachholspiel den FC Erzgebirge Aue mit 3:0 geschlagen hatte, klar an der Tabellenspitze in der 2. Bundesliga und darf von der Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse träumen.

Leibold: "Es zeichnet uns im Moment aus, dass wir solche Spiele noch gewinnen"

Dass ein Aufstieg allerdings kein Selbstgänger ist, erfuhren die Hanseaten in den ersten 45 Minuten am eigenen Leib. "Das war ein pomadiger Auftritt, durch den wir es den Kickers zu leicht gemacht haben", erklärte Kapitän Leibold nach dem Arbeitssieg selbstkritisch: "Erster gegen Letzter hört sich auf dem Papier immer leicht an, aber Würzburg hat es uns wie erwartet über 90 Minuten extrem schwergemacht. Der Trainer hat in der Pause die richtigen Worte gefunden, so dass wir im zweiten Durchgang zwei, drei Schippen drauflegen konnten und im Endeffekt noch verdient gewonnen haben. Wir haben eine richtig gute Mentalität gezeigt. Es zeichnet uns im Moment aus, dass wir solche Spiele noch gewinnen."

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Knappe Partien gegen hochmotivierte Underdogs irgendwie zu gewinnen: Genau das hatte der Hamburger SV in den vergangenen Jahren zu selten geschafft, um am Ende den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Unter dem neuen Trainer Daniel Thioune scheinen die Hanseaten allerdings auf dem besten Wege zu sein, diese Probleme ad acta zu legen. "In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft dann die Reaktion gezeigt, die ich einfordere. Das war gut. Jeder Spieler hat gezeigt, dass er gierig und gallig sein kann. Wir haben nicht nachgelassen und uns mit den drei Treffern belohnt", lobte der HSV-Coach seine Schützlinge für den "trotz der Anlaufschwierigkeiten verdienten" Sieg gegen mutige Würzburger. Auch deshalb mahnte Thioune direkt: "Diese Partie zeigt wieder aufs Neue, dass wir uns nicht ausruhen dürfen und immer Vollgas geben müssen, in jedem Spiel und egal gegen welchen Gegner."

Der wichtige Ausgleich: Simon Terodde nutzt den Platz im Würzburger Strafraum und trifft per Drehschuss zum 1:1 - Martin Ewert / foto2press via www.imago-images.de/imago images/foto2press

Stadtderby gegen St. Pauli wartet auf den HSV

Dass sich das auszahlt, weiß der einstige Bundesliga-Dino spätestens nach dieser anstrengenden, aber überaus erfolgreichen Woche. Mitsamt des Nachholspiels holte der HSV innerhalb von sieben Tagen neun Punkte und brachte den perfekten Saisonstart unter Dach und Fach. "Damit sind wir einverstanden", blieb Thioune nach dem Arbeitssieg gegen Würzburg nordisch-kühl in seiner Einschätzung. Bereits fünf Punkte Vorsprung hat der HSV auf den direkten Verfolger Holstein Kiel und geht als klarer Tabellenführer in den nächsten Spieltag. Dort wartet ein ganz besonderes Duell auf Terodde und Co.: Im Startderby gegen den FC St. Pauli wollen die HSV-Profis die Schwarte der zwei Niederlagen in der Vorsaison auswetzen. Sie werden sich auch bei dieser Aufgabe auf ihren Aufstiegsexperten verlassen können: Top-Torjäger Simon Terodde ist bereit für das nächste harte Stück Arbeit.

Thomas Reinscheid