2. Bundesliga

Erstes Profi-Tor nach 26.415 torlosen Minuten: Dennis Diekmeier bricht endlich den Bann

Der Bann ist gebrochen: Dennis Diekmeier hat dem SV Sandhausen mit seinem ersten Treffer im 294. Profi-Einsatz oder 26.415 torlosen Minuten einen Auswärtssieg beschert. Im Kellerduell der 2. Bundesliga beim SV Wehen Wiesbaden am 28. Spieltag sorgte der frühere Hamburger beim 1:0 (1:0) kurz vor der Pause für die Entscheidung (45.).

"Ich habe natürlich viele Sprüche in meiner Karriere bekommen und bin glücklich, dass es geklappt hat", sagte Dennis Diekmeier bei Sky, "das war allgemein sehr wichtig." Nach dem Ende der Corona-Beschränkungen stehe ein Essen an: "Natürlich lade ich die Mannschaft ein." Und der Flügelspieler ergänzte scherzhaft: "Endlich hat ein Trainer gemerkt, dass ich bei der Ecke nach vorne gehöre." Nun sei "der Fluch endlich vorbei".

Auch Diekmeiers Ex-Club Hamburger SV gratulierte prompt mit einem Augenzwinkern: "Glückwunsch zum ersten Profitor, Dieki! Das hatte sich schon lange abgezeichnet."

Er habe wenig geschlafen, sagte Diekmeier am Mittwoch dem Portal "Heidelberg 24". "Mein Handy ist fast explodiert, ich habe immer noch nicht alle Nachrichten gelesen."

Der SV Sandhausen setzte sich durch den 1:0-Sieg in Wiesbaden mit nun 33 Punkten etwas von den Abstiegsplätzen ab und ist zumindest für 24 Stunden Tabellen-13. Die Wiesbadener (28) bleiben nach der zweiten Niederlage in Folge Vorletzter.

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Nach ausgeglichenem Beginn hatten die Gastgeber im zweiten Zweitligaduell der beiden Clubs die erste Großchance des Spiels. Törles Knöll kam nach einem langen Ball aus aussichtsreicher Position zum Abschluss, scheiterte aber an SVS-Schlussmann Martin Fraisl (23.).

"Ich habe natürlich viele Sprüche in meiner Karriere bekommen und bin glücklich, dass es geklappt hat", sagte Diekmeier - Eibner-Pressefoto/Eibner-Pressefoto/Pool

Ersehnter Treffer nach mehr als elf Jahren

Ende der ersten Halbzeit gelang auf der Gegenseite Diekmeier mehr als elf Jahre nach seinem Profidebüt das ersehnte Tor. Eine Hereingabe verlängerte Alexander Zhirov Richtung Tor, Kapitän Diekmeier köpfte ein und feierte seine Premiere. In der Schlussphase agierten die Gastgeber in Unterzahl, weil Tobias Schwede wegen wiederholten Foulspiels (79.) die Gelb-Rote Karte sah.

Der 30-Jährige war zuvor in 203 Bundesligaspielen für den 1. FC Nürnberg und den Hamburger SV, 59 Zweitliga-Einsätzen für Sandhausen und 15 Drittliga-Einsätzen für Werder Bremen II ohne Torerfolg geblieben. Auch in sechs Relegations- und zehn DFB-Pokalspielen traf er nicht.

Diekmeier, der in der Jugend als Stürmer von Werder Bremen laut eigenen Angaben "eiskalt" vor dem Tor war, steht seit jeher eher für harte Fußball-Arbeit und weniger für filigrane Offensivkunst. "Es ist ein geiles Gefühl, wenn man auf der Außenbahn in einer brenzligen Situation einen Gegenspieler samt Ball wegflext und die Fans aufstehen und applaudieren", sagte er einst im "11Freunde"-Interview. Doch mindestens einmal in seiner Karriere wolle er die Fankurve auch mit einem Tor in Ekstase versetzen.

Das mit der Fankurve hat wegen der Corona-Pandemie (noch) nicht geklappt. Der Tor-Fluch ist aber gebannt.