
2. Bundesliga: Favoriten auf den Aufstieg
Der FC Schalke 04 ist derzeit das Maß aller Dinge in der 2. Bundesliga, aber dahinter wird es in der Tabelle richtig kuschelig. Elversberg, Darmstadt, Paderborn, Hannover, Kaiserslautern und Hertha BSC kämpfen hinter den Knappen um den Aufstieg – und überzeugen dabei auf ganz unterschiedliche Weise.
Der frisch gekrönte Herbstmeister geht als Spitzenreiter in den Jahreswechsel. Ein gutes Omen: In den Saisons 1981/82 und 1983/84 führte das für S04 bereits zum Aufstieg – insgesamt schaffen es 72 Prozent aller Herbstmeister am Saisonende in die höhere Liga.
Trainer Miron Muslić hat bei Schalke die richtigen Stellschrauben gedreht: Nach nur zehn Siegen in der Vorsaison triumphierten die Königsblauen nun schon in zwölf der ersten 16 Spieltage. Ein Schlüssel zum Erfolg ist die Defensive – mit nur acht Gegentoren ist sie die beste der Top-3-Ligen! Torhüter Loris Karius glänzt dabei besonders: Kein Gegentor aus der Distanz, 80 Prozent aller gehaltenen Schüsse – ligaweit Spitzenwert unter den Stammkeepern!
Offensiv zeigt Schalke gnadenlose Effizienz. Neun der 21 Tore fielen nach Standards, vier davon nach Ecken – nur Bielefeld ist besser. Oft reichte den Knappen ein Treffer: Neun ihrer Erfolge endeten mit nur einem Tor Vorsprung. Und das alles mit ligaweit niedrigstem Ballbesitz von 43 Prozent. Wenig Ball, maximale Wirkung.

Trotz eines größeren Personalumbruchs und eines Trainerwechsels ist Elversberg erneut ein heißer Aufstiegskandidat. Nach 16 Spieltagen stehen zehn Siege und 33 Punkte zu Buche – beides neue Vereinsrekorde in der 2. Bundesliga. Unter Trainer Vincent Wagner ist das Team zudem zu Hause ungeschlagen und stellt ligaweit die beste Offensive: 30 Tore und 34 Großchancen sind Spitzenwerte.
Die Saarländer leben von Tempo und Gier. Fünf Tore nach Kontern, zehn weitere nach aggressivem Pressing – Elversberg schlägt zu, sobald der Gegner wackelt. Vorne ist auf Younes Ebnoutalib Verlass: Mit elf Treffern führt er gemeinsam mit Darmstadts Isac Lidberg die Torjägerliste an. Und dahinter sorgt Maximilian Rohr für Stabilität – 68 Prozent gewonnene Zweikämpfe, einer der härtesten Kämpfer der Liga.

Für viele Vereine ist diese Jahreszeit trist und grau, doch die Lilien erblühen genau jetzt wieder: Darmstadt ist seit sechs Spielen ungeschlagen - am längsten von allen Zweitligisten.
Die Hessen sind zuhause noch ungeschlagen – das schafft sonst nur Elversberg – und souveräner Spitzenreiter der Heimtabelle. Die Kohfeldt-Elf lässt sich dabei nie aus der Bahn werfen: weder von Rückständen – bereits vier Siege wurden nach einem Rückstand gedreht – noch vom Aluminium, das sie mit bislang 14 Treffern an Pfosten und Latte zur Ligaspitze macht.
In den eigenen Reihen haben sie ebenfalls einen der zweikampfstärksten Spieler der 2. Bundesliga: Der 2,01 Meter große Aleksandar Vukotić gewinnt starke 68 Prozent seiner Duelle. Und ähnlich wie Elversberg überzeugt auch die Offensive der Lilien – mit Topscorer Lidberg, ligaweit den meisten Kontertoren (mit Kaiserslautern und Fürth) und großer Gefahr bei Standards.
Nach einem durchwachsenen Saisonstart mit nur einem Sieg aus den ersten vier Partien hat sich das Team unter Cheftrainer Ralf Kettemann taktisch stabilisiert und in der Konsequenz eine beeindruckende Serie hingelegt.
Acht Siege in Serie katapultierten den SCP ins obere Tabellendrittel – und mit insgesamt zehn Siegen nach 16 Spieltagen setzen die Ostwestfalen gleich zwei neue Vereinsrekorde! Nach drei Niederlagen in Folge sind die Ostwestfalen jetzt auch wieder zurück in der Erfolgsspur.
Mit 17 Punkten ist Paderborn das auswärtsstärkste Team der Liga. Acht Tore per Kopf – mehr als jeder andere Zweitligist – unterstreichen die Gefahr bei Standards. Hinten sind nur zehn zugelassene Großchancen der Ligabestwert.

Unter Trainer Christian Titz dominiert 96 das Spiel mit dem höchsten Ballbesitzanteil der Liga (57 Prozent) und zeigt große Intensität: Mit 52 Prozent gewonnenen Zweikämpfen ist Hannover die zweikampfstärkste Mannschaft. Beeindruckend ist mit acht Jokertoren auch die Kadertiefe.
Das einzig auswärts noch ungeschlagene Team der Liga hat mit 29 Treffern, den zweitmeisten der Liga, schon beeindruckende Offensivstärke gezeigt – bei besserer Chancenverwertung hätte die Zwischenbilanz allerdings noch überzeugender ausfallen können. Einer, der glänzt, ist Benjamin Källman: In den letzten sieben Spieltagen traf er fünfmal und steht mit insgesamt neun Saisontoren auf Rang drei der Torschützenliste.

1. FC Kaiserslautern und Hertha BSC
Sowohl Kaiserslautern als auch Hertha zeigen eindrucksvoll, warum sie den Aufstieg fest im Blick haben. Defensiv setzen beide auf starke Rückendeckung: Julian Krahl pariert beim FCK 78 Prozent aller Schüsse, Tjark Ernst bei Hertha sogar 79 Prozent. Neun Zu-Null-Spiele und nur 15 Gegentore machen die Berliner defensiv zu einem der Top-Teams der 2. Bundesliga.
Offensiv unterscheiden sich die Wege: Kaiserslautern traf bereits 23 Mal aus dem Spiel heraus und punktet mit Tempo, Umschaltspiel und schnellen Kontern. Ivan Prtajin und Naatan Skyttä führen die Roten Teufel dabei an und sorgen regelmäßig für Tore. Hertha punktet hingegen mit Kontrolle, Struktur und Flankenpower: Acht Tore nach Flanken bedeuten Ligabestwert. Fabian Reese schlug dabei mit großem Abstand die meisten (100).

