
Wilde Schlussphase auf dem "Betze": Paderborn behält die Nerven
Der SC Paderborn 07 hat sein Auswärtsspiel am 24. Spieltag der 2. Bundesliga beim 1. FC Kaiserslautern mit 2:1 (1:0) gewonnen. Calvin Brackelmann (45.+7) brachte die Gäste kurz vor der Pause per Freistoß in Führung. FCK-Trainer Torsten Lieberknecht sah daraufhin die Gelb-Rote Karte. In der Schlussphase erhöhte Filip Bilbija (90.+5) per Elfmeter, ehe Kenny Prince Redondo (90.+8) für den FCK verkürzte. Paderborn war über weite Strecken die bessere Mannschaft und erspielte sich deutlich mehr Torchancen.
Das 500. Zweitligaspiel des 1. FC Kaiserslautern stand unter keinem guten Stern. Die Roten Teufel mussten ohne ihren gelbgesperrten Kapitän Marlon Ritter auskommen, der ausgerechnet gegen seinen Ex-Club fehlte. Zudem fielen mit Jacob Rasmussen und Mika Haas zwei weitere Stammkräfte aus. Besonders pikant: Mit Owen Gibs stand ein 19-jähriger Debütant in der Startelf, der zuvor nur sechs Profiminuten in den Beinen hatte.
Auf der Gegenseite kam der SC Paderborn mit dem Selbstvertrauen eines 5:2-Sieges gegen Hertha BSC nach Kaiserslautern. Trainer Ralf Kettemann nahm nur eine Änderung vor: Nick Bätzner ersetzte den verletzten Sebastian Klaas.
Brackelmanns Traumfreistoß bricht den Bann
Die ersten 45 Minuten begannen ausgeglichen, mit soliden Defensivreihen auf beiden Seiten. Erst nach einer halben Stunde kam Norman Bassette zum ersten Abschluss für die Gastgeber, doch Dennis Seimen parierte sicher. Paderborn zeigte sich etwas gefährlicher: Felix Götze war in der 13. Minuten nah drain, Stefano Marino verfehlte mehrfach knapp das Tor. In der 36. Minute knallte ein Eckstoß von Naatan Skyttä an die Latte – ein Warnschuss für das, was kommen sollte.
In der siebten Minute der Nachspielzeit bekam Paderborn einen Freistoß aus knapp 20 Metern zugesprochen. Calvin Brackelmann trat an und hämmerte den Ball unhaltbar für Krahl in den Winkel – ein Traumtor zur Führung! Die Emotionen kochten hoch: Erst sah Krahl Gelb, dann beschwerte sich Lieberknecht so heftig, dass er mit Gelb-Rot vom Platz flog und die zweite Halbzeit von der Tribüne verfolgen musste.

Bilbijas Elfmeter besiegelt FCK-Niederlage
Die Roten Teufel kamen mit neuem Schwung aus der Kabine. Torsten Lieberknechts Vertreter an der Seitenlinie hatte mit Leon Robinson und Mahir Emreli zwei frische Kräfte gebracht. Direkt zu Beginn der zweiten Hälfte erspielte sich Kaiserslautern mehrere gute Möglichkeiten, doch die Abschlüsse wurden geblockt. Paderborn blieb bei Kontern gefährlich – vor allem durch Marino, der gleich mehrmals knapp das Ziel verfehlte (59., 61., 62.).
Das Spiel wurde nun offener, mit Chancen auf beiden Seiten. Kaiserslauterns beste Gelegenheit hatte Bassette, der nach einem zu kurz geratenen Rückpass allein auf Seimen zulief, aber knapp verzog (66.). In der Schlussphase drängte der FCK auf den Ausgleich, öffnete dabei aber Räume für die Gäste.
In der 90. Minute trat Kunze Okpala im Strafraum auf den Fuß – Elfmeter für Paderborn! Filip Bilbija verwandelte sicher zum vermeintlich entscheidenden 2:0. Doch nur drei Minuten später machte es Kenny Prince Redondo nach Vorlage von Emreli noch einmal spannend (90.+8). Zu mehr reichte es für die Pfälzer jedoch in der spannenden Schlussphase nicht mehr.

Bundesliga Match Facts
xGoals: Kaiserslautern 0,52 - Paderborn 3,04
Schnellster Spieler: Kenny Prince Redondo (FCK), 33,54 km/h
Tor mit der geringsten Torwahrscheinlichkeit: 1:2 von Kenny Prince Redondo (FCK), 6,74 Prozent
Most Pressed Player: Stefano Marino (SCP), 23 Mal unter Gegnerdruck
Beste Pass Effizienz: Laurin Curda (SCP), +5,08
