Wolfsburg und sein Schlüsselspieler Wout Weghorst waren zuletzt wieder sehr gut in Form - © Boris Streubel/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images
Wolfsburg und sein Schlüsselspieler Wout Weghorst waren zuletzt wieder sehr gut in Form - © Boris Streubel/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images
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Zwischenbilanz: Der Saisonverlauf des VfL Wolfsburg

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Nach der Verlegung des 26. Spieltags: Mehr als zwei Drittel der Saison sind bisher gespielt. Was lief gut bei den Clubs, was eher nicht so? Was waren die Highlights der bisherigen Spielzeit? bundesliga.de zieht eine Zwischenbilanz für den VfL Wolfsburg.

Saisonverlauf

Die Kurve einer recht simplen Achterbahn beschreibt die bisherige Saison des VfL Wolfsburg ganz gut. Denn: Steiler hätte es zu Beginn unter dem neuen Trainer Oliver Glasner kaum aufwärts gehen können. Nach neun Spieltagen waren die Wölfe die einzige noch ungeschlagene Mannschaft der Bundesliga, zwischenzeitlich rangierte man hinter Borussia Mönchengladbach auf Platz 2. Doch mit der zweiten Hälfte der Hinserie wurden auch die die Gegner anspruchsvoller und der Abwärtstrend nahm seinen Lauf: Zwischen Spieltag acht und 19 gelangen den Niedersachsen nur noch zwei Siege. Die erneute Teilnahme am Europapokal schien - zeitweise auf Platz zehn stehend - in weite Ferne gerückt.

Zwar starteten die Wölfe nach der Winter-Vorbereitung mit zwei Niederlagen gegen den 1. FC Köln und Hertha BSC denkbar schlecht in die Rückrunde, doch seit dem 20. Spieltag - also seit nunmehr sechs Partien - ist die Glasner-Elf ungeschlagen. Nur Bayern München kann aktuell eine bessere Serie vorweisen. Aber noch viel wichtiger: Den Rückstand auf den FC Schalke 04 haben die Wölfe an den letzten sechs Spieltagen von neun auf einen Zähler reduziert - der Sprung nach Europa ist mittlerweile wieder in erreichbarer Nähe für den VfL.

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Topspiel: 3:2 gegen die TSG Hoffenheim

Den 22. Spieltag dürfte Stürmer Wout Weghorst wohl so schnell nicht vergessen. Der Niederländer hatte Wolfsburg mit zwei Treffern gegen die TSG 1899 Hoffenheim bereits in eine gute Ausgangsposition gebracht, ehe er nach einer Stunde, in der Mauer stehend, einen Handelfmeter verursachte. Hoffenheim konnte ausgleichen, doch Weghorst machte die dramatische Wendung perfekt und schoß den VfL schließlich mit seinem Dreierpack noch zum 3:2-Sieg in diesem so wichtigen "Sechs-Punkte-Spiel" zweier Europapokal-Aspiranten.

Topfakt

18.725 intensive Läufe legte das Team von Oliver Glasner hin - ligaweiter Bestwert. Exakt 2000 davon gehen auf das Konto von Weghorst, der damit diese Statistik auch bei den Spielern anführt.

Schlüsselspieler: Wout Weghorst

Es lässt sich relativ einfach auf eine Formel herunterbrechen: Ist Wout Weghorst gut in Form, dann ist auch der VfL Wolfsburg gut in Form. Mit fünf Toren aus den ersten acht Spielen hatte der Mittelstürmer entscheidenden Anteil am starken Saisonstart. Während der Durststrecke des Clubs blieb aber auch der 27-Jährige torlos. Ganze acht Spieltage waren es gleich, ehe er sich Mitte Februar eindrucksvoll mit einem Hattrick bei der bereits erwähnten Partie gegen Hoffenheim zurückmeldete. Der immer bis unter die Haarspitzen motivierte Weghorst ist nicht nur Top-Torschütze (11 Treffer) und Top-Scorer (14 Torbeteiligungen) seiner Mannschaft, sondern gab beim VfL auch die meisten Torschüsse ab (67), gewann die meisten Zweikämpfe (273) und Kopfballduelle (105) und legte die meisten Sprints (694) und intensive Läufe (2000) aufs Parkett.

Überraschung: Paulo Otavio

Der Brasilianer war im Sommer von Zweitliga-Absteiger FC Ingolstadt gekommen und galt auf der Linksverteidiger-Position lediglich als Backup hinter dem in der Vorsaison so starken Jerome Roussillon. Doch die Formschwankungen und Blessuren des Franzosen konnte Paulo Otavio zuletzt nutzen, um Werbung in eigener Sache zu machen. Bei seinen drei Startelf-Einsätzen, wo er über die vollen 90 Minuten ging, konnte Otavio vollends überzeugen. Nun dürfte es auf ein offenes Stammplatzduell mit Roussillon herauslaufen. Wobei Otavio einen Vorteil hat: Er und Trainer Oliver Glasner haben eine gemeinsame Vergangenheit beim Linzer ASK.

Karol Herrmann