Die Liste der besten Torjäger rekrutiert sich fast ausschließlich aus den fünf besten Clubs der abgelaufenen Bundesliga-Saison. Aber ausgerechnet der sicherste Schütze der Liga spielt bei einem Verein, der nur im Mittelfeld der Tabelle landete.

bundesliga.de hat einen tiefen Blick in die Datenbank geworfen und präsentiert die besten Stürmer der Saison 2009/10. Bemerkenswert ist jedoch, dass keiner der Goalgetter für den amtierenden Deutschen Meister aus München spielt und nur einer mit Sicherheit bei der Weltmeisterschaft in Südafrika dabei sein wird.

Edin Dzeko (VfL Wolfsburg)

Vergangene Saison "nur" Zweiter, führte in dieser Spielzeit kein Weg an Edin Dzeko vorbei! Mit 22 Treffern holte er sich die Torjägerkanone als bester Schütze der Liga und wurde durch sieben Assists auch noch bester Scorer (29). Der 24-Jährige schoss sich mit insgesamt 29 Pflichtspieltoren auch in dieser Kategorie an die Spitze. Gemeinsam mit Grafite bildete Dzeko mit 33 Treffern das gefährlichste Angriffsduo der Liga (wie Kießling/Derdiyok bei Leverkusen). Bei der WM in Südafrika wird er aber nicht auf Torejagd gehen. Der Bosnier verpasste mit seinem Heimatland die Qualifikation nur knapp durch zwei Niederlagen in den Play-Offs gegen Portugal.

Stefan Kießling (Bayer Leverkusen)

Im Rennen um die Torjägerkrone musste sich Stefan Kießling knapp geschlagen geben, doch mit 21 Treffern ist er eindeutig bester deutscher Torschütze des vergangenen Fußballjahres. Außerdem legte er weitere fünf Buden seiner Teamkollegen auf und wurde mit 26 Punkten zweitbester Scorer der Bundesliga. Kein Wunder also, dass der 26 Jahre alte Angreifer auch bei Bundestrainer Joachim Löw für die Weltmeisterschaft gesetzt ist. Gemeinsam mit seinem Sturmpartner Eren Derdiyok erzielte er 33 Tore und bildete damit, neben Dzeko und Grafite in Wolfsburg, das beste Angriffsduo ligaweit.

Claudio Pizarro (Werder Bremen)

Wo Claudio Pizarro spielt, da fallen Tore! In 37 Pflichtspielen netzte der Stürmer insgesamt 28 Mal für Werder Bremen ein, was derzeit hinter Edin Dzeko Platz 2 bedeutet. Doch im Vergleich zum Bosnier kann Pizarro im DFB-Pokalfinale noch nachlegen. Auch wenn es in der Bundesliga mit 16 Treffern dieses Mal nur zu Rang 5 reichte, ist der 31 Jahre alte Angreifer in einer anderen Wertung ganz vorne zu finden: Durch seinen Treffer gegen den HSV am letzten Spieltag kommt der Peruaner aktuell auf 133 Tore und ist gemeinsam mit Giovane Elber der torgefährlichste Ausländer der Bundesliga.

Lucas Barrios (Borussia Dortmund)

"Welttorjäger" - mit diesem Prädikat kam Lucas Barrios zum Saisonbeginn zu Borussia Dortmund und weckte bei den BVB-Fans große Hoffnungen. Doch es dauerte acht Wochen, bis sich "La Pantera" an das neue Revier Bundesliga gewöhnt hatte. Seitdem traf er allerdings, wie er wollte - mit Rechts, mit Links und per Kopf. Am Ende erzielte er 19 Treffer und landete auf Rang 3 der Torschützenliste. Höhepunkt seines Torhungers: Ein "Dreierpack" am 32. Spieltag, der Dortmund die Europa-League-Teilnahme sicherte. Ob Barrios bei der WM in Südafrika dabei sein wird, ist aber noch unsicher, da er derzeit nur im vorläufigen Aufgebot Paraguays steht.

Kevin Kuranyi (Schalke 04)

Kevin Kuranyi war in der abgelaufenen Saison besser und torgefährlicher als jemals zuvor! Der 28-Jährige war Dreh- und Angelpunkt der Schalker Angriffsbemühungen und stellte mit 18 Saison-Toren einen persönlichen Bundesliga-Rekord auf. Da er auch noch sieben Tore seiner Mannschaftskameraden vorbereitete, avancierte er zum drittbesten Scorer der abgelaufenen Spielzeit (25). Zum Nationalspieler machte ihn das aber nicht. Der mit sieben Treffern kopfballstärkster Spieler der Liga, der schon 52 Mal für Deutschland spielte, wurde von Joachim Löw nicht wieder in den Kader der Nationalmannschaft für die anstehende WM in Südafrika berufen.