Der 23. Mai 2009 war sicherlich kein normaler Tag im Leben des Zvjezdan Misimovic. Und doch hat er ihn begonnen wie jeden anderen Tag, an dem er auf dem Bundesliga-Rasen seine Klasse unter Beweis stellt.

Der Aberglaube will es so. "Ich ziehe meine Stutzen immer auf links an und betrete das Spielfeld grundsätzlich mit dem rechten Fuß zuerst", erklärte Misimovic auf seiner Homepage. An diesem sonnigen Tag im Mai hat es definitiv Glück gebracht.

Großer Anteil am Titel

Denn schon in der sechsten Minute brachte der Bosnier den VfL Wolfsburg im letzten Saisonspiel gegen Bremen in Führung. Was folgte, war eine Gala der Niedersachsen und der erstmalige Gewinn der Deutschen Meisterschaft.

Misimovic hatte einen großen Anteil an diesem Triumph und schaffte es, den Makel des ewigen Talents endlich abzulegen. Doch der Weg zu einem der besten Mittelfeldstrategen Europas war ein harter und steiniger.

Aus Misimovic wurde "Zwetschge"

Misimovics Familie stammt aus Bosnien. Er selbst ist aber in München geboren und aufgewachsen. In der - wie er selbst sagt - "schönsten Stadt der Welt" trat er im Alter von fünf Jahren erstmals in einem Verein gegen den Ball: beim SV Nord Lerchenau.

In seiner Jugend kamen einige Wechsel zu anderen kleineren Vereinen in der bayrischen Landeshauptstadt, ehe Misimovic zum FC Bayern München kam. Schon damals eilte ihm sein Spitzname "Zwetschge" voraus.

Die Erklärung dafür liefert der Mittelfeldspieler gleich mit: "Als ich in der F-Jugend gespielt habe, konnten die Mitspieler meinen richtigen Namen nicht aussprechen und haben mich deshalb ‚Zwetschge‘ gerufen - dabei ist es bis heute geblieben."

Wechsel nach Bochum

Bei den Amateuren des Rekordmeisters spielte sich Misimovic schnell ins Rampenlicht. Aber schon damals mangelte es ihm ab und an an der nötigen Motivation. "Wenn er unter 80 Kilo wiegt, spielt er jeden auf der Welt her. Aber wehe, er hat über 80 Kilo", sagte sein damaliger Trainer Hermann Gerland einmal über ihn.

Misimovic biss sich durch, blühte unter strenger Führung scheinbar auf. Doch anstatt den Bayern treu zu bleiben, entschied er sich im Sommer 2004 für einen Wechsel zum VfL Bochum. Dort erlebte er Abstieg, 2. Bundesliga und Aufstieg. Genug Erfahrungen, um erneut zu wechseln.

Harte Hand beim VfL

Ein Jahr blieb Mismiovic anschließend beim 1. FC Nürnberg. Doch nachdem der "Club" die Klasse nicht halten konnte, griff der VfL Wolfsburg zu. Wie sich herausstellen sollte, war Misimovic genau der Spieler, den die "Wölfe" als ihren Leitwolf brauchten. Und wieder schwang ein "harter Hund" das Zepter: Felix Magath.

Auch wenn die Laufeinheiten im täglichen Training nicht zu seinen Lieblingsübungen zählen, zieht "Zwetschge" mit. So wie es sich eben für einen echten Spitzenspieler gehört. Wichtig ist doch am Ende nur, mit dem richtigen Fuß zuerst den Rasen zu betreten…

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