Köln - In den letzten Jahren hat man immer wieder über junge Talente in der Bundesliga gelesen, dass sie die letzten Straßenfußballer Deutschlands seien. Tatsächlich geht die Zeit, die Kinder und Jugendliche auch außerhalb des Vereinssports mit Fußball verbringen, zurück. Seit 1997 versucht Ingo Anderbrügge, diesem Trend mit seiner Fußballschule entgegen zu wirken.

Kinder aller Altersstufen werden von qualifizierten Trainern in möglichst kleinen Gruppen betreut. Im Mittelpunkt steht dabei einzig und allein der Fußball. Aus der Erfahrung, die Anderbrügge in den Jahren mit den Kindern und Jugendlichen in seiner Fußballschule gemacht hat, ist ein Konzept entstanden, welches der ehemalige Bundesliga-Star seit zwei Jahren in seiner "Fußballfabrik" umsetzt.

Jeder ist willkommen

In den sogenannten "Basiscamps", die üblicherweise drei Tage dauern, sind alle Jungs und Mädchen zwischen 5 und 15 Jahren eingeladen, egal, wie gut ihre fußballerischen Fähigkeiten schon sind. "Wir haben auf der einen Seite Jungs, die bei Bundesligisten in den höchsten Jugendklassen trainieren, und auf der anderen Seite Kinder, die noch überhaupt nicht im Verein spielen. Bei bis zu 90 Teilnehmern pro Camp teilen wir die Kids in alters- und leistungsgerechte Gruppen ein, so dass jeder optimal gefördert werden kann", beschreibt Anderbrügge die Basislager. "Wenn sich ein Kind auf diesem Weg für den Sport begeistert und sich vielleicht sogar direkt bei einem Verein anmeldet, hat der Fußball wieder etwas gewonnen."

Aber nicht nur Fußball als Breitensport wird in der "Fußballfabrik" gefördert - Spieler, die sich in diesen Camps sportlich besonders hervortun, werden von den Übungsleitern genau registriert. Diese Auswahl wird zu den "Fördercamps der Besten" eingeladen, an denen nur Talente teilnehmen können, die entweder von der "Fußballfabrik" gesichtet wurden oder in den Jugendauswahlmannschaften ihres Kreises spielen. Von der Qualität der jungen Spieler ist der langjährige Schalker angetan: "In diesem Camps bewegen wir uns auf sehr hohem Niveau."

Die Besten werden zum Elitecamp geladen

Im Lager der Besten geht es darum, Spieler optimal auf den Leistungsfußball vorzubereiten. Natürlich leisten die Vereine dazu den Großteil der Arbeit. Die Lager sollen das Training in den Klubs unterstützen und die Talente individuell fördern. Aus den Fortgeschrittenencamps werden noch einmal die 40 Besten ihrer Altersstufen herausgefiltert und zum "Elitecamp" eingeladen.

Das erste wird im kommenden Jahr stattfinden. Wer also in den Herbstferien Lust auf Fußball hat, kann sich hier über die nächsten Termine informieren. In den Ferien bietet die "Fußballfabrik" sowohl Basis- wie auch Fördercamps an. Aber egal, ob in Anderbrügges Fußballschule oder auf dem Bolzplatz nebenan: Spielt wieder mehr Fußball, damit noch lange von Deutschlands letzten Straßenfußballern die Rede ist.

Florian Reinecke