Nach nur 25 Tagen Spielpause startet am 15. Januar die Rückrunde der 47. Bundesliga-Saison. Trotz der kurzen Pause soll der 18. Spieltag für einige Profis aber auch so etwas wie ein Neuanfang sein.

Ob durch Verletzungen, Formkrisen oder Reservistenrollen: Nicht alle Spieler konnten in der Hinrunde das zeigen, was sie können und von sich selbst erwarten.

bundesliga.de blickt deshalb auf fünf Bundesliga-Profis, die in der Rückrunde noch einmal richtig angreifen wollen:

Patrick Helmes (Bayer 04 Leverkusen)

Ein Freizeitkick mit Freunden verdarb Nationalspieler Patrick Helmes die Hinrunde schon bevor sie überhaupt begonnen hatte. Im Urlaub zog er sich im Juni 2009 einen Kreuzbandriss im linken Knie zu.

Während die "Werkself" in beeindruckender Manier Herbstmeister wurde, schuftete Helmes in der Reha für sein Comeback. Zum Ende der Hinrunde kam der Angreifer, in der Saison 2008/09 21 Mal erfolgreich, sogar noch zu zwei Kurzeinsätzen. Die Rückrundenvorbereitung nahm er schon am 28. Dezember mit einem individuellen Trainingsprogramm auf und ist sich sicher: "Außer Spielpraxis fehlt mir nichts. Ich werde jetzt Vollgas geben."

Trainer Jupp Heynckes freut sich vor allem über die zusätzliche Option neben dem bislang besten Bundesliga-Torschützen Stefan Kießling (zwölf Tore) und dem starken Neuzugang Eren Derdiyok (sechs Treffer): "Wir haben jetzt noch mehr Qualität - vor allem in der Breite." Patrick Helmes wird Heynckes nicht enttäuschen, schließlich hat er noch ein weiteres Ziel: Die WM-Teilnahme mit Deutschland im Sommer. Und für einen Platz bei Bundestrainer Joachim Löw sind Tore immer noch die beste Empfehlung.

Piotr Trochowski (Hamburger SV)

Auch wenn Piotr Trochowski in der Hinrunde konstant Teil der Mannschaft des Hamburger SV war, so richtig zufrieden war der Nationalspieler mit seinen Leistungen zum Ende der Halbserie nicht. "Ich habe mir schon meine Gedanken gemacht, warum es nicht ganz so gut gelaufen ist. Und ich weiß natürlich auch, dass ich besser spielen kann", sagt er nach drei Toren und zwei Vorlagen in 16 Spielen selbstkritisch.

Nachdem er in den letzten beiden Bundesliga-Spielen vor der kurzen Winterpause nicht in der Startelf stand, nimmt der 25-Jährige nun Anlauf, sich einen Stammplatz im Team zurückzuerkämpfen: "Ich möchte mit guten Leistungen auf dem Feld dazu beitragen, dass wir eine erfolgreiche Rückserie spielen. Mit unserem Kader ist wirklich vieles möglich", erklärt er im Trainingslager des HSV.

Coach Bruno Labbadia freut sich schon auf einen wieder erstarkten Trochowski: "Dass er unheimlich viel Qualität hat, wissen wir alle. Und wir hoffen alle, dass er diese Qualität in den kommenden Wochen und Monaten abrufen kann."

Alexander Hleb (VfB Stuttgart)

Die Vorfreude war groß im Sommer beim VfB Stuttgart als klar war, dass Dribbelkünstler Alexander Hleb für ein Jahr vom FC Barcelona in die alte Heimat ausgeliehen wird. Vom Weißrussen erhoffte sich Champions-League-Teilnehmer VfB Überraschungsmomente im Offensivspiel.

Und früh deutete Hleb an, zu was er fähig ist: Im Champions-League-Qualifikationsspiel beim FC Timisoara erzielte er nach einem zauberhaften Sololauf über 35 Meter den 2.0-Endstand. In der Folge fand Hleb - wie die gesamte VfB-Mannschaft - nicht zu seiner Form, hatte häufig gesundheitliche Probleme und konnte bislang weder als Torschütze noch als Vorlagengeber in Aktion treten.

"Mit meinen eigenen Leistungen in der Hinrunde bin ich nicht zufrieden gewesen und ich weiß, dass von mir mehr erwartet wird. Auch mein eigener Anspruch ist ein anderer", sagt Hleb. Dass es im Achtelfinale der Champions League gegen seinen Stammverein FC Barcelona geht, dürfte ein zusätzlicher Ansporn sein. "2010 werden wir wieder einen erfolgreicheren VfB erleben, und auch einen stärkeren Alexander Hleb. Dafür werde ich alles geben", prognostiziert der Mittelfeldspieler.

Alexander Baumjohann (FC Schalke 04)

Richtig gut begann die Saison auch für Alexander Baumjohann. Im ersten Saisonspiel stand der Neuzugang von Borussia Mönchengladbach in der Mannschaft des FC Bayern München bei 1899 Hoffenheim gleich in der Startelf. Der neue Bayern-Trainer Louis van Gaal betraute Baumjohann mit der Rolle des Spielmachers. Nach 73. Minuten wurde Baumjohann ausgewechselt - und kam fortan nur noch zu zwei Kurzeinsätzen beim Rekordmeister.

In der Winterpause holte ihn Felix Magath nun zum FC Schalke 04, dem Verein, für den Baumjohann schon zwischen 2000 und 2006 die Fußballschuhe schnürte. In Gelsenkirchen soll Baumjohann nun über die Rolle des Reservisten hinauskommen. "Er ist ein technisch versierter, sehr dribbelstarker Spieler, der ebenso wie Edu mithelfen soll, unser Offensivspiel zu initiieren", sagt Felix Magath. Baumjohann ist hochmotiviert:

"Für mich war immer klar: Wenn es ein Angebot von Schalke gibt, werde ich nur zu Schalke gehen. Schalke ist in den vergangenen Jahren ein wenig von der Spitze abgedriftet. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir wieder dort oben hinkommen."

Andrea Barzagli (VfL Wolfsburg)

Für Wolfsburgs Andrea Barzagli brachte die Bundesliga-Hinrunde ein neues Erlebnis - allerdings kein besonders angenehmes. Nachdem der italienische Innenverteidiger in der Meistersaison des VfL alle 34 Spiele über 90 Minuten auf dem Platz stand, fand er sich in dieser Saison zwischenzeitlich auf der Ersatzbank wieder.

Trainer Armin Veh war mit Abwehrleistung seiner Mannschaft nicht zufrieden. Mit 32 Gegentoren haben die "Wölfe" ligaweit die viertmeisten Treffer kassiert. Deshalb nahm er auch Barzagli während der Hinserie schon aus der Stammelf.

In der Vorbereitung auf die Rückrunde hat sich der Italiener jetzt aber wieder nachdrücklich empfohlen. "Auch wenn die Winterpause kurz ist, bedeutet sie für jeden doch immer einen kleinen Neuanfang. In der Abwehr habe ich mich nun auf Andrea Barzagli als zentralen Spieler festgelegt, alle anderen kämpfen um den Platz an seiner Seite", sagt Coach Veh. Auch im Hinblick auf eine mögliche WM-Teilnahme mit Weltmeister Italien kann Barzagli also wieder voll angreifen.



Matthias Becker