Der Hamburger SV hat sich gegen den französischen Zweitligisten EA Guingamp mit zwei klaren Siegen souverän für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert.

Nach der Pflichtaufgabe gegen die Franzosen geht es nun im Ligaalltag gegen den 1. FC Köln (So., ab 17 Uhr im Live-Ticker und Liga-Radio). Die "Geißböcke" sind mit nur einem Punkt aus drei Spielen schlecht in die Saison gestartet.

Doch gerade das macht den FC so gefährlich, glaubt Hamburgs Dennis Aogo. Den HSV-Fans macht der linker Verteidiger im bundesliga.de-Interview aber dennoch Mut.

bundesliga.de: Herr Aogo, Sie waren einer von nur vier Stammspielern, die nach dem klaren 5:1 im Hinspiel auch im Rückspiel gegen Guingamp auflaufen durften. Hätten Sie lieber pausiert?

Dennis Aogo: Nein, ich habe mich gefreut, dass ich in der zweiten Halbzeit ran durfte. Ich hätte aber auch gerne durchgespielt. Ich brauche den Rhythmus. Gerade, weil ich durch die U-21-EM ja später eingestiegen bin. Aber so langsam komme ich ins Rollen.

bundesliga.de: Gegen die Franzosen war ja nach dem Hinspiel schon alles klar. Fällt es da schwer, sich in Gedanken nicht schon auf die kommende Bundesliga-Aufgabe zu konzentrieren?

Aogo: Bei mir ist das nicht so. Ob es den anderen so ergeht, kann ich nicht sagen. Die jungen Spieler sollten jede Chance nutzen, sich zu verbessern und sich weiterzuentwickeln. Und das haben sie in meinen Augen auch getan.

bundesliga.de: Der HSV ist sehr erfolgreich in die Saison gestartet und wird schon als Meisterschaftskandidat gehandelt. Macht sich das in der Vorbereitung auf die Spiele bemerkbar?

Aogo: So früh in der Saison sagt der Tabellenplatz noch gar nichts aus, denn es sind ja erst drei Spieltage absolviert. Wir versuchen einfach nur, Woche für Woche gute Ergebnisse zu erzielen. Nach Siegen ist die Stimmung immer gut und man fühlt sich wohl. Es werden auch mal schlechtere Zeiten kommen. Aber damit können wir dann sicherlich gut umgehen.

bundesliga.de: Auffallend ist, dass sich bereits acht HSV-Spieler in die Torjägerliste eingetragen haben. In der vergangenen Saison waren es nach 34 Spieltagen nur zwei mehr. Ist das ein Erfolgsgeheimnis, dass der HSV unberechenbar geworden ist?

Aogo: Das ist ein Ergebnis unserer Spielweise. Die Mittelfeldspieler sollen immer wieder mit in die Spitze stoßen. Das kommt denen auch gelegen. Und sie gehen diese Wege gerne, denn es freut einen natürlich, wenn man offensiver agieren kann.

bundesliga.de: Der Gegner am Sonntag ist der 1. FC Köln. Wie schätzen Sie Podolski und Co. ein?

Aogo: Köln hat einen schlechten Start hingelegt. Sie wurden unter Wert geschlagen. Aber Sie haben eine gute Mannschaft. Der FC wird sicher mit Wut im Bauch antreten.

bundesliga.de:Der HSV ist dennoch Favorit, oder?

Aogo: Wir müssen aufpassen. Aber wir sollten selbstbewusst genug sein, um zu wissen, dass wir vor heimischem Publikum jeden schlagen können.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis