Eine Fußballmannschaft ist manchmal wie eine Wundertüte, die man selbst gepackt hat. Man weiß zwar, welche Spieler drin sind. Aber nicht, was am Ende dabei herauskommt. Manche Spieler erfüllen die Erwartungen überhaupt nicht, andere übertreffen die Erwartungen um Längen. So läuft es auch im OBM.

So tauchte auf dem Transfermarkt in der Rubrik Torhüter der Wolfsburger Simon Jentzsch auf den vorderen teuren Plätzen auf. Mehr als zwei Millionen Euro kostete der 32-Jährige, der sein letztes Bundesligaspiel am 1. Dezember 2007 für den VfL absolviert hat.

Eindeutig zu viel Geld für Jentzsch, dessen Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen zum 31. März 2009 aufgelöst wurde. Seine OBM-Gesamtstärke von 36 Prozent unterstreicht den Absturz des Keepers, der hinter Diego Benaglio und André Lenz ohnehin nur die Nummer drei beim VfL war.

Eilhoff gut und günstig

Ganz anders ist die Situation bei Dennis Eilhoff. Die Nummer 1 von Arminia Bielefeld gehört zu den besten Torhütern der laufenden Bundesligasaison, Eilhoffs Notenschnitt im Fachmagazin "kicker" ist eine starke 2,86.

Auch im OBM zählt der Bielefelder zu den besten Schlussleuten mit herausragender Quote bei Zu-Null-Spielen. Dazu will sein OBM-Marktwert von etwa 1,4 Millionen Euro aber gar nicht passen, 20 (!) andere Torhüter sind teurer.

Breno oder Rodnei?

6.456.430 Euro. Diese gar nicht bescheidene Summe muss derzeit für den zweitteuersten Abwehrspieler hingeblättert werden, der in dieser Bundesliga-Saison 194 Minuten auf dem Rasen stand. Bayerns Breno ist sicherlich ein großes Talent, aber in der aktuellen Spielzeit weder ein Gewinn für Jürgen Klinsmann noch für die OBM-Einkäufer. Brenos Gesamtstärke von nur 49 Prozent sagt alles, die Top-Verteidiger liegen alle bei über 60 Prozent.

Welch ein finanzieller Kontrast zu Landsmann Rodnei. Der Brasilianer kommt bei Hertha BSC seit dem 20. Spieltag regelmäßig zum Einsatz, seine Formkurve steigt. Und für Rodnei reicht das Geld aus der Kaffeekasse: die Berliner Abwehrhoffnung kostet 188.890 Euro.

Schalker Sorgenkinder

Wenig Freude hatten die Schalker Fans und Verantwortlichen an ihren Mittelfeldspielern Orlando Engelaar und Carlos Grossmüller. Beide haben sportlich schwer enttäuscht, Grossmüller spielt derzeit sogar nur viertklassig für die zweite Mannschaft der Schalker in der Regionalliga West.

Bitter für Schalke und bitter für die OBM-User, die die beiden "Knappen" eventuell sogar im Doppelpack gekauft haben. Denn Engelaar ist der siebtteuerste Mittelfeldmann des Transfermarkts (5,9 Millionen) und Grossmüller der zehntteuerste (5,6 Millionen).

Dzekos Höhenflug

Viel Geld, zu wenig Leistung: Das trifft auch auf den nächsten Schalker zu. Jefferson Farfan kann sicher mehr als er diese Saison im S04-Trikot gezeigt hat. Seinen Preis von über acht Millionen Euro auf dem OBM-Transfermarkt - nur Luca Toni ist bei den Stürmern teurer - war der Peruaner (noch) nicht wert.

Wer nicht mal die Hälfte des Farfan-Geldes für Edin Dzeko in die Hände genommen hat, der hat alles richtig gemacht. Der Bosnier, mit 15 Toren und acht Vorlagen einer der Top-Stürmer dieser Saison, besticht sogar mit einer besseren OBM-Gesamtstärke (65 Prozent) gegenüber Luca Toni (64). Dzeko kostete zu Saisonbeginn erheblich weniger als vier Millioen Euro, heute steht sein Marktwert bei 4,3 Millionen.