Während der Rest des Teams am Freitag gleich nach der Wiederankunft in Hamburg zum Auslaufen auf den Trainingsplatz musste, fuhr Thimothee Atouba in die Kernspin-Röhre ein.

Der Verdacht auf einen Achillessehnen-Riss musste bestätigt werden. Nur auf Krücken konnte sich der Linksverteidiger bewegen, der nun wahrscheinlich mehrere Monate ausfällt.

Die schwere Verletzung des Kameruners trübte die Freude beim Hamburger SV über den 2:1 (2:0)-Auftaktsieg in der Gruppenphase des UEFA-Cup bei MSK Zilina doch erheblich.

Mitspieler fühlen mit

"Diese Geschichte ist natürlich sehr traurig", sagte Nationalspieler Piotr Trochowski, "ich hoffe, es ist nicht ganz so schlimm, wie es aussieht".

Auch Torwart Frank Rost, der seiner Mannschaft mit einer Weltklasseleistung den Sieg in der Slowakei gesichert hatte, konnte sich nicht wirklich über die Tabellenführung in der Gruppe F gemeinsam mit Aston Villa freuen.

Trochowski übt Selbstkritik

So liefen sie nach dem erfolgreichen Ausflug zum slowakischen Tabellenführer alle mit mehr oder weniger missmutigen Gesichtern durch die Gegend. Nicht allein die Atouba-Verletzung trübte die Stimmung, der HSV war auch mit seiner eigenen Leistung unzufrieden.

"Das beste am Spiel war das Ergebnis", sagte Trochowski, "wir wissen, dass wir nicht gut gespielt haben und uns bis Sonntag sehr steigern müssen."

Alternativen auf der linken Seite

Dann steht nämlich um 17 Uhr in Mannheim das Spitzenspiel gegen 1899 Hoffenheim an. Um 11 Uhr flog die HSV-Mannschaft am Freitag aus der Slowakei ab, um 13.30 Uhr stand Training in Hamburg an, wie auch am Samstag um 10:30 Uhr, bevor es dann mit dem Flieger nach Frankfurt geht - Zilina noch in den Beinen und Hoffenheim vor der Brust.

Atouba ist dann bereits der vierte Stammspieler nach Marcell Jansen, Thiago Neves und Nigel de Jong, der wegen in der Phase der englischen Wochen (Mittwoch kommt der VfB Stuttgart) verletzt ausfällt.

Um so mehr sind nun die Ersatzspieler gefordert, die bislang zu kurz kamen. "Ich bin froh, dass ich auf der Linklsverteidigerposition in Jerome Boateng und Denis Aogo noch gute Alternativen habe", meinte Jol.

Jol fordert 100 Prozent

Der Niederländer weiß aber auch, was in Mannheim auf seine Truppe zukommt: "Wir werden alles abrufen müssen, um gegen Hoffenheim zu bestehen. Das ist eine hervorragende Mannschaft, die sind fast unschlagbar."

Auch Rost erwartet gegen die Torfabrik aus dem Kraichgau wieder Schwerstarbeit: "Uns allen ist bewusst, dass wir Sonntag eine ganze Ecke besser sein müssen."

"Spiel selbst schwierig gemacht"

Dabei hatten die Hanseaten in Zilina nach der gnadenlos effektiven Leistung in der ersten Halbzeit eigentlich alles im Griff gehabt. Mladen Petric (26.) und Ivica Olic (45.+1) erzielten mit den einzigen beiden Torschüssen zwei Treffer.

Aber nach dem Anschluss von Emil Rilke (69.) geriet die Mannschaft plötzlich ins Schwimmen. "Wir konnten leider das Spiel nicht mehr kontrollieren", sagte Jol, "wir haben uns das Spiel selbst schwierig gemacht."