Der VfL Bochum ist bereits seine siebte Station in seiner noch jungen Fußballer-Karriere, ein "dummer Unfall" störte seine Vorbereitungszeit und in Slowenien wird er als Held gefeiert: Grund genug, Zlatko Dedic einmal näher unter die Lupe zu nehmen.

bundesliga.de</> präsentiert Wissenswertes aus der Karriere des 25-jährigen Mittelstürmers, der nach vielen Jahren auf der Reise durch die italienische Serie B vor der laufenden Saison im Ruhrpott anheuerte und sich "dauerhaft in Bochum etablieren" will. Zehn Dinge, die Sie vielleicht noch nicht wussten...

Fußballerische Wurzeln



Zlatko Dedic' Profikarriere begann in der Saison 2000/2001. Der erste Verein des damals 16-Jährigen war der slowenische Erstligist FC Koper. Dort wurde ein spanischer Scout auf ihn aufmerksam. Dieser vermittelte ihn 2001 zum FC Parma, der damals noch das Kürzel AC im Vereinsnamen trug und weit entfernt war von der späteren Insolvenz.

Reise durch italienische Serie B



Von Parma wurde er als "Rohdiamant" an die Zweitligisten FC Empoli (Toskana) und US Cremonese (Lombardei) verliehen. 2007 kaufte ihn Frosinone Calcio, wo er in 63 Serie-B-Spielen insgesamt 13 Tore schoss. Nach zwei Jahren wurde er von dort an Piacenza Calcio ausgeliehen. Bevor er nach Bochum kam, spielte er noch eine Saison für Frosinone Calcio.

Familiäre Wurzeln in Bosnien



Zlatko Dedic wurde am 5. Oktober 1984 in Bihac (Bosnien und Herzegowina) geboren. Bereits als Kind zog er mit seiner Familie ins slowenische Koper. Die Hafenstadt liegt nahe der italienischen Grenze. Weil sein Vater dort studierte und auch Arbeit fand, verließ die Familie das Heimatland. Sein ganzer Stolz ist inzwischen Tochter Sara und Freundin Melisa.

Sofort gutes Gefühl bei Bochum



Der Grund für ein Wechsel in die Bundesliga waren die positiven Äußerungen seiner Nationalmannschaften. Er freute sich auf volle Stadien, die Atmosphäre und die gute Organisation. Für den VfL sprach, dass der Verein frühzeitig an ihm dran war und die Verantwortlichen ihm das Gefühl gaben, dass sie ihn unbedingt holen wollten. Hier will er sich langfristig etablieren.

Bundesliga-Stil kommt ihm entgegen



Von Mitspieler Marc Pfertzel, gegen den Dedic schon in Italien spielte, bekam er folgende Informationen über den deutschen Fußball: Dieser sei weniger taktisch bestimmt, dafür schneller und offensiver als der italienische. Es geht hoch und runter und es fallen mehr Tore. "Für mich", sagt Dedic, "ist das vielleicht besser, mehr Platz zu haben, um in die Tiefe zu gehen."

Ärgerliche Verletzung



Eine Fingerverletzung kostete ihn zu Saisonbeginn wertvolle Vorbereitungszeit. Bei einem Unfall auf einer Kartbahn verletzte er sich am Mittelfinger. Dabei wurde ein Zentimeter der Fingerkuppe abgetrennt und musste wieder angenäht werden. Solange die Fäden nicht gezogen waren, musste er eine Schiene tragen und konnte nicht voll in die Zweikämpfe gehen.

Bundesliga-Debüt ging in die Hose



Den ersten Einsatz hatte Dedic am 2. Spieltag im "kleinen Revierderby" gegen Schalke 04. Der VfL konnte dort allerdings nur mit den magenta-farbenen Trikots für Aufsehen sorgen und verlor 0:3. Dedic hatte kurz vor Schluss die Chance zum Ehrentreffer, scheiterte aber. Glück scheinen diese Trikots nicht zu bringen, denn gegen Hertha BSC, als diese zum zweiten Mal getragen wurden (Foto), gab es nur ein torloses Remis.

Volksheld in Slowenien



Für Slowenien schoss er sein erstes Tor in der Weltmeisterschaftsqualifikation 2010 gegen Polen. Dedic wurde zum Volkshelden, als er im Playoff-Rückspiel der WM-Qualifikation gegen Russland den 1:0-Siegtreffer erzielte. So ermöglichte er Slowenien die zweite WM-Teilnahme nach 2002. Präsident Borut Pahor putzte den Nationalkickern dafür eigenhändig die Schuhe.

In Nationalmannschaft angesteckt



Kurz nach dem Triumph gegen Russland lag der Slowene jedoch flach: Er hatte sich mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert. Mannschaftsarzt Dr. Karl-Heinz Bauer ging davon aus, dass er sich bei der Reise mit der Nationalmannschaft angesteckt hatte. Die Impfung gegen das Virus verpasste er, weil er zu diesem Zeitpunkt ebenfalls mit der Nationalelf reiste.

Nach erstem Tor auf die Bank



Dedic gelang sein erstes Bundesliga-Tor am 18. Spieltag beim 2:1-Sieg in Mönchengladbach. Weil er beim Torjubel sein Trikot auszog, um stolz auf dem T-Shirt darunter das Konterfei seiner Tochter Sara zu präsentieren, kassierte er die Gelbe Karte von Schiedsrichter Babak Rafati. Trainer Heiko Herrlich ließ ihn deshalb zur zweiten Halbzeit in der Kabine.


Zusammengestellt von Isabell Groß