Seinen ersten Auftritt im Trikot von Werder Bremen hat Marko Marin schon hinter sich. Beim 5:2-Sieg im Testspiel gegen FK Baumit Jablonec am Mittwochabend durfte der "Zauberzwerg" gut 20 Minuten mitspielen und sich einen ersten Eindruck seines neuen Teams verschaffen.

So forsch seine Dribblings sind, so zurückhaltend gibt sich Marin, wenn er über seine künftige Rolle bei den "Grün-Weißen" gefragt wird: "Jetzt geht es erst mal darum, Bindung zu finden, sich möglichst schnell ans Team heran zu bringen. Das war heute ein Anfang."

Allofs: "Erwarten nicht, dass er die Welt verändert"

Auch Klaus Allofs will den ehemaligen Mönchengladbacher nicht gleich unter Druck setzen und gewährt ihm eine angemessene Anlaufzeit.

"Wir erwarten nicht, dass er die Welt verändert. Er hat schon ein paar Einsätze bei der Nationalmannschaft und seine Sache dort nicht so schlecht gemacht, Marko ist also über den Status eines Talents schon etwas hinaus", sagt der Werder-Geschäftsführer auf der Club-Homepage.

"Müssen die Belastung dosieren"

Dennoch sei es "etwas anderes, ob du in Gladbach gute Spiele machst oder bei Werder, wo du auch regelmäßig auf internationaler Ebene Leistung zeigen musst."

Dabei vergleicht Allofs den 20-Jährigen mit Mesut Özil, dem zu Beginn ebenfalls die eine oder andere Auszeit gegönnt wurde.
"Wir haben Geduld und sind darauf vorbereitet, ihn auch mal rauszunehmen und die Belastung zu dosieren."

Schwächen in der Rückwärtsbewegung

Schon bei der Borussia war Marin unter Trainer Hans Meyer häufig ausgewechselt worden, was bei den Fans teilweise mit Kopfschütteln quittiert worden. Der Coach wurde jedoch nicht müde zu erklären, dass der Stürmer aufgrund seines jungen Alters und der fehlenden körperlichen und taktischen Reife Pausen brauche.

Vor allem in der Rückwärtsbewegung zeigte Marin noch Schwächen, die er nun in Bremen ausmerzen will. "Ich möchte mich bei Werder persönlich weiterentwickeln, den nächsten Schritt machen und freue mich, dass es endlich losgeht."

Schaaf freut sich auf "tolle Dinge"

Bremens Trainer Thomas Schaaf ist davon überzeugt, mit Marin einen richtigen Glücksgriff getan zu haben: "Wir sind sicher, dass er sich hier durchsetzen und tolle Dinge zeigen wird", sagt der Coach, der um die Stärken des 1,70 Meter großen "Wirbelwinds" weiß: "Er hat besondere Fähigkeiten in Eins-gegen-Eins-Situationen, er sucht den Abschluss und kann vorbereiten - diese Qualitäten wollen wir nun hervorkitzeln und ihnen zum Durchbruch verhelfen."

Vorschusslorbeeren von Frings

Dass er bei seinem ersten Wechsel nicht gleich Heimweh bekommt, dafür sorgen seine neuen Teamkameraden. "Ich kannte sehr viele Spieler ja schon vorher und wusste, dass mich hier alle sehr nett aufnehmen würden", sagt der 20-Jährige.

Werder-Kapitän Torsten Frings gibt das Kompliment zurück: "Er ist ein guter Junge, bei dem man sehen konnte, dass wir mit ihm noch viel Freude haben werden. Er ist ruhig, vernünftig, aber man kann mit ihm auch den einen oder anderen Spaß machen. Ich kenne ihn ja schon aus der Nationalmannschaft, er wird sich hier bei uns gut einfinden."

Johannes Fischer