Zusammenfassung

  • Yussuf Poulsen war einer der auffälligsten Leipziger gegen Köln

  • Mit seinem ersten Saisontor markierte er den Sieg

  • Leipzig setzt sich in der Verfolgergruppe fest

Köln - RB Leipzig hat sich dank eines 2:1-Auswärtssieges beim 1. FC Köln auf Platz vier der Tabelle verbessert. Die Elf von Ralph Hasenhüttl hat damit den Sieben-Spiele-Marathon innerhalb von drei Wochen erfolgreich beendet und sich in die Verfolgergruppe von Spitzenreiter Borussia Dortmund eingereiht.

Zu den auffälligsten Bullen in Köln gehörte RB-Stürmer Yussuf Poulsen, der erstmals in dieser Saison ein Spiel über die volle Distanz bestritt und obendrein auch zum ersten Mal in dieser Spielzeit einnetzte. Nach dem Abpfiff stellte sich der 23-Jährige zum Interview.

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Frage: Yussuf Poulsen, Sie haben sich sehr über Ihren Treffer zum 2:0 gefreut. War Ihr erstes Saisontor fast schon eine Befreiung für Sie?

Yussuf Poulsen: Ich war sehr froh, das Tor gemacht zu haben, nachdem ich vorher schon zwei große Chancen vergeben hatte. Ich habe einfach nur Freude empfunden und wollte eigentlich im ersten Moment auf den Knien über den Rasen rutschen. Das hat aber nicht so recht geklappt, weil der Platz sehr stumpf war. Ich bin hängen geblieben, habe dann gekniet und zum Himmel gejubelt. Dass der Treffer dann zum Sieg gereicht hat, macht es umso besser.

Dass der Torjubel etwas misslang, war Yussuf Poulsen egal © imago

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Frage: Es war ein sehr offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Beschreiben Sie den Fight doch einmal aus Ihrer Sicht? War auch der Faktor Glück entscheidend?

Poulsen: Wenn wir auf die Anzahl der Großchancen gucken, war der Sieg nicht glücklich. Wir - und vor allem ich - müssen früher das zweite Tor machen. Wir hatten so viele dicke Möglichkeiten, dass wir eine davon hätten nutzen müssen. Wir hatten im Spiel mehrere gute Phasen und haben um den Strafraum herum super Kombinationen gezeigt. In der ersten Phase haben wir durch Lukas Klostermann auch das erste Tor gemacht. In der zweiten Halbzeit habe ich es erzielt. Es war kein unverdienter Sieg. Am Ende hätte die Partie auf beide Seiten kippen können. Es ging hin und her. Wir haben bis zum Ende alles reingeworfen. Es hat zum Sieg gereicht.

"Leonardo Bittencourt hat uns sehr viele Probleme bereitet" Yussuf Poulsen

Frage: Waren Sie überrascht, mit welcher Power die Kölner in der ersten halben Stunde zu Werke gegangen sind?

Poulsen: Nein. Man muss auch mal einen Gegenspieler loben. Leonardo Bittencourt hat uns sehr viele Probleme bereitet. Wenn der nicht auf dem Platz gewesen wäre, hätten wir wahrscheinlich auch zu Null gespielt. Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir werden in der Videoanalyse in der nächsten Woche bestimmt erfahren, wie wir das besser verteidigen können.

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Frage: Dieser Dreier bringt RB Leipzig nach den anstrengenden Wochen nun auf Platz vier mit 13 Punkten auf dem Konto. Wie fällt da Ihr Zwischenfazit vor der Länderspielpause aus?

Poulsen: Wir haben die erste Etappe mit sieben Spielen in drei Wochen überstanden und das super gemacht. Der Punktedurchschnitt ist zufriedenstellend. Jetzt wollen wir weiter dran bleiben und zeigen, dass wir berechtigt da oben stehen.

Leonardo Bittencourt (l.) machte Yussuf Poulsen und RB Leipzig immer wieder das Leben schwer © imago

Frage: Was kann die Mannschaft nach diesem erfolgreichen Monat September im Oktober noch besser machen?

Poulsen: Wir müssen lernen, wieder weniger Gegentore zu kassieren. Das war im letzten Jahr unsere große Stärke. Wir haben wenig Gegentreffer bekommen und sind oft in Führung gegangen. Wir müssen besser und mit noch mehr Herz verteidigen. Das fehlt uns noch ein bisschen.

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Frage: Wie anstrengend war diese erste Etappe für die Mannschaft? Welche Lehren haben Sie daraus gezogen?

Poulsen: Eine Lehre ist, dass man mehr in seinen Körper reinhorchen und auf ihn achten muss. Die Spieler, die vielleicht einmal nicht mehr können, müssen das dann auch sagen. Ich weiß, das fällt einem sicher schwer. Aber manchmal ist es besser für die Mannschaft, dass man einen frischen Spieler bringt, auch wenn man vorher ein gutes Spiel gemacht hat und sich gut fühlt. Wir haben in den letzten drei Wochen viel gelernt.

"Wir müssen lernen, wieder weniger Gegentore zu kassieren. Das war im letzten Jahr unsere große Stärke" Yussuf Poulsen

Frage: Wie gewöhnungsbedürftig ist die Rotation? Dadurch kommt die Mannschaft vielleicht nicht so in den Spielrhythmus wie noch in der letzten Saison. Fällt Ihnen das schwer?

Poulsen: Nein. Aber die Situation ist eine andere. Daran muss man sich gewöhnen. Wir haben ein paar neue Spieler, die sich erst in unser System hineinfinden müssen. Deswegen klappt das Zusammenspiel noch nicht so gut wie im letzten Jahr. Aber so ist es eben, wenn man so viele Spiele hat. Man kann nicht nur eine Startelf jedes Spiel absolvieren lassen. Das geht nicht. Wenn man eine Spitzenmannschaft werden will, müssen die Spieler auch mal auf der Bank sitzen.

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Frage: Sie mussten zuletzt ein paarmal Einladungen für die dänische Nationalmannschaft absagen. Jetzt sind Sie wieder dabei. Wie sehr freuen Sie sich darüber?

Poulsen: Es ist schön, wieder bei der Nationalmannschaft zu sein. Ich war lange nicht mehr dabei, weil ich in den letzten Monaten auch verletzt war. Ich freue mich auf die Jungs. Es folgen jetzt zwei wichtige Spiele in der WM-Qualifikation. Da müssen wir so auftreten, wie die Mannschaft zuletzt auch ohne mich aufgetreten ist. Wir wollen uns das WM-Ticket sichern.

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski