Bremen - Aaron Hunt war ohne Zweifel der Spieler des Spiels beim von Werder Bremen gegen den Hamburger SV. Der Mittelfeldrenner der "Grün-Weißen" verschoss erst einen Elfmeter, verwandelte später den zweiten Versuch und bereitete den Endstand mit einer tollen Einzelaktion mustergültig vor.

"Ich bin froh, dass ich mit meinem Tor meinen Beitrag dazu leisten konnte, dass sich die Mannschaft belohnt hat. Denn wir haben gegen den HSV wieder einen großen Aufwand betrieben. Bei den vielen Chancen wäre es schade gewesen, wenn wir das Spiel verloren hätten", sagte Hunt nach Spielschluss im bundesliga.de-Interview.

Der 25-Jährige erklärte wenige Tage vor seinem Geburtstag auch die Situation vor dem zweiten Strafstoß, als gleich mehrere Spieler antreten wollten, den ausgebliebenen Van-der-Vaart-Effekt beim HSV und welche Auswirkungen die Länderspielpause nun hat.

bundesliga.de: Herr Hunt, sind Derbysiege die schönsten Siege?

Aaron Hunt: Wir wollten nach der Niederlage in Dortmund und im Pokal den Fehlstart vermeiden. Das ist uns zum Glück gelungen, und der Sieg gegen den HSV war auch verdient. Wir hätten sogar ein, zwei Tore mehr erzielen müssen. Das ist vielleicht der einzige Kritikpunkt: die mangelnde Chancenverwertung. Aber wichtig sind die drei Punkte. Und mit einem Derbysieg sind sie natürlich umso schöner.

bundesliga.de: Sie hatten maßgeblichen Anteil am Erfolg. Was ging Ihnen beim zweiten Elfmeter durch den Kopf?

Hunt: Ich wollte meinen Fehler natürlich wieder gut machen und den zweiten Elfmeter besser schießen als den ersten. Ich bin froh, dass ich mit meinem Tor meinen Beitrag dazu leisten konnte, dass sich die Mannschaft belohnt hat. Denn wir haben gegen den HSV wieder einen großen Aufwand betrieben. Bei den vielen Chancen wäre es schade gewesen, wenn wir das Spiel verloren hätten.

bundesliga.de: Eljero Elia und Marko Arnautovic wollten auch gerne den zweiten Strafstoß schießen.

Hunt:(lacht) Marko und Eljero sind beim Elfmeter neben mir eigentlich nicht vorgesehen, sondern Sladdi und Kevin (Zlatko Junuzovic und Kevin de Bruyne, Anm. d. Red.). Aber natürlich ist man sich nach einem vergebenen Elfer nicht sicher und fragt, ob jemand anderes will. Aber es kamen unterstützende Worte aus der Mannschaft und dann war relativ schnell klar, dass ich noch einmal antrete.

bundesliga.de: Vor dem Spiel war vom Van-der-Vaart-Effekt die Rede. Haben Sie die Hamburger in Bremen stärker erwartet?

Hunt: Uns war es relativ egal, wer in der Hamburger Startelf aufläuft. Ob nun mit Van der Vaart oder mit allen Neuzugängen, wir wussten, dass wir an unsere Leistung aus dem Dortmund-Spiel anknüpfen müssen. Das haben wir geschafft, auch wenn wir uns in der ersten Halbzeit ein bisschen schwer getan haben.

bundesliga.de: Die Länderspielpause kommt Werder nun wohl eher nicht gelegen, oder?

Hunt: Wir können es ja eh nicht ändern. Wichtig ist, dass wir mit einem Erfolgserlebnis in diese Pause gehen. Bei einer Niederlage wären die nächsten zwei Wochen sicherlich nicht ganz so schön geworden. Aber jetzt verabschieden sich unsere Nationalspieler mit einem Sieg im Gepäck. Und das ist gut.

Aus Bremen berichtet Michael Reis